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Schadet die automatische Sprachweiterleitung dem SEO? IP und Browsersprache

Talha Aslan 19 Minuten Lesezeit 3 Aufrufe

Schadet die automatische Sprachweiterleitung dem SEO?

Die automatische Sprachweiterleitung schickt Besucher anhand der IP Adresse oder der Browsersprache auf eine andere Sprach oder Länderversion. Google rät davon ab, denn Suchbots erreichen manche Versionen dann nie. Sicherer ist eine eigene URL pro Sprache plus ein Hinweisbanner statt einer erzwungenen Weiterleitung.

Die kurze Antwort lautet: Ja, bei falscher Umsetzung kann sie schaden. Meist sieht der Schaden allerdings nicht wie eine Strafe aus. Stattdessen werden einzelne Versionen nicht gecrawlt, also nicht indexiert und folglich in der Suche nicht angezeigt.

In diesem Beitrag erklären wir den Mechanismus, die Aussagen der offiziellen Google Dokumentation und den Aufbau einer sicheren Lösung. Wir sind Talha Aslan und Team und sehen diesen Fehler häufig bei mehrsprachigen Websites. Deshalb beginnen wir mit der Funktionsweise und kommen dann zur Lösung.

Wie funktioniert die automatische Sprachweiterleitung per IP Adresse?

Das System schätzt anhand der IP Adresse einer Anfrage das Land des Besuchers. Danach schickt es ihn auf die passende Version. Manche Websites prüfen stattdessen die Browsersprache. Diese Einstellung reist bei jeder Anfrage in einem Header namens Accept Language mit.

In der Praxis sehen wir drei technische Muster:

  • Serverseitige Weiterleitung: Der Server nimmt die Anfrage an und schickt den Besucher an eine andere Adresse.
  • Clientseitige Weiterleitung: Die Seite lädt, dann liest ein Skript im Browser den Standort und leitet den Besucher um.
  • Inhaltstausch unter derselben Adresse: Die Adresse bleibt gleich, aber der Inhalt wechselt je nach Besucher die Sprache.

Das dritte Muster nennt Google locale adaptive pages. Alle drei beruhen allerdings auf derselben Annahme: Man könne Sprache und Standort jedes Besuchers richtig erraten.

Bei Menschen stimmt das zwar oft. Bei Suchbots stimmt es dagegen nicht, und genau dort beginnt das Problem.

Auch die IP basierte Standortbestimmung ist unvollkommen. Derselbe IP Bereich kann zum Beispiel verschiedene Städte oder Länder bedienen. Mobilfunkanbieter und Firmennetze zeigen Besucher teils weit entfernt vom echten Standort. Die automatische Sprachweiterleitung beruht also womöglich von Anfang an auf falschen Daten.

Zudem ist die Browsersprache kein verlässliches Signal. Wer einen englisch eingerichteten Rechner nutzt, liest vielleicht trotzdem lieber Deutsch. Beide Signale dürfen daher höchstens einen Vorschlag auslösen, niemals eine Entscheidung.

Mit welcher IP Adresse und welchem Sprachheader kommt Googlebot?

Laut Googles Dokumentation zu locale adaptive pages liegen die Standard IP Adressen von Googlebot offenbar in den USA. Außerdem sendet der Bot seine Anfragen ohne Accept Language im Header. Dieselbe Seite erwähnt, dass Googlebot auch mit IP Adressen außerhalb der USA crawlt. Das Standardverhalten bleibt dennoch US zentriert.

Die Folge ist daher einfach. Zeigt Ihre Website einer US IP die englische Version, sieht der Bot womöglich nur diese. Ihre deutschen oder türkischen Seiten erreicht er dann nicht von selbst.

Wie der Bot arbeitet und wie Sie ihn prüfen, erklären wir in unserem Beitrag Was ist Googlebot, Funktionsweise und Verifizierung. Hier zählt vor allem ein Punkt: Standort und Sprachheader des Bots kontrollieren Sie nicht.

Lesen Sie diese Angabe bitte nicht als "Der Bot kommt aus den USA, also zeige ich ihm die US Version". Dieses Vorgehen sperrt den Bot in eine Version. Außerdem crawlt Google laut eigener Aussage auch von anderen Orten, das Verhalten ist daher nicht vorhersehbar. Ein Trick, der heute wirkt, kann morgen versagen.

Die sichere Regel lautet: Mit welcher IP und welchem Header der Bot auch kommt, er muss jede Version unter deren eigener Adresse erreichen.

Wie blockiert die automatische Sprachweiterleitung das Crawlen anderer Versionen?

Nehmen wir ein einfaches Beispielszenario. Ihre Startseite schickt jeden Besucher anhand der IP in eine Länderversion. Ein Bot mit US IP landet auf der Startseite und wird auf die englische Version geleitet. Die deutsche Adresse kann er dann nur über Links auf Seiten erfahren, die er sieht. Gibt es keinen solchen Link, findet er die deutsche Version kaum.

Google nennt dieses Risiko in der Dokumentation. Automatische Weiterleitungen könnten verhindern, dass Nutzer und Suchmaschinen alle Versionen Ihrer Website sehen. Das Problem ist also nicht nur die falsche Sprache für den Bot. Das eigentliche Problem ist eine unentdeckte Version.

Zwei weitere Risiken kommen hinzu:

  • Ein Bot, der in einer Weiterleitungskette hängt, verschwendet Ihr Crawl Budget.
  • Ein Bot, der nur eine Version sieht, kann die hreflang Beziehungen zwischen den Versionen nicht bestätigen.

Die Auszeichnung selbst behandeln wir in unserem hreflang Ratgeber und wiederholen sie hier daher nicht.

Weiterleitungen verzerren außerdem Ihre Messung. Es wird schwerer zu trennen, wie viel Traffic jede Sprache bringt. Manche Besucher erscheinen in einer Version, die sie nie sehen wollten. Wer mit falschen Daten entscheidet, verschiebt Investitionen deshalb womöglich auf die falsche Sprache.

Was empfiehlt Google offiziell?

Googles Leitfaden zur Verwaltung mehrregionaler und mehrsprachiger Websites enthält zwei klare Sätze. Erstens: Vermeiden Sie es, Nutzer automatisch von einer Sprachversion auf eine andere umzuleiten. Zweitens: Verwenden Sie für jede Sprachversion eine eigene URL, statt die Inhaltssprache über Cookies oder Browsereinstellungen anzupassen.

Das Dokument zu locale adaptive pages weist in dieselbe Richtung. Es empfiehlt getrennte URLs pro Sprache und Region, ausgezeichnet mit hreflang. Außerdem schlägt es vor, Links einzubauen, mit denen Nutzer die Sprachversion selbst wählen.

Kurz gesagt, besteht der offizielle Ansatz aus drei Teilen:

  • Eine dauerhafte, eigene URL für jede Sprache und jedes Land.
  • Hreflang Auszeichnungen, die diese URLs miteinander verbinden.
  • Links, die Nutzern die Wahl lassen, statt sie zu zwingen.

Das sind die Quellen: Google Search Central, locale adaptive pages und Verwaltung mehrregionaler und mehrsprachiger Websites (managing multi regional sites).

Eine Strafe erwähnen die Dokumente nicht. Der Schwerpunkt liegt dagegen auf Crawling, Indexierung und Ranking. Google sagt, dass es nicht alle Inhalte für verschiedene Regionen crawlen, indexieren oder ranken könnte. Das Risiko ist somit Sichtbarkeitsverlust und keine Bestrafung.

Diese Unterscheidung hilft in der Praxis. Sie suchen dann keine Strafe mehr, sondern behandeln das Problem als Entdeckungs und Zugriffsproblem. Der erste Schritt ergibt sich daraus: Der Bot muss jede Version erreichen können.

Sollten Sie die automatische Sprachweiterleitung ganz entfernen?

In den meisten Fällen ja. Entfernen Sie bei der automatischen Sprachweiterleitung zumindest den erzwungenen Teil. Wer eine Adresse öffnet, soll den Inhalt dieser Adresse sehen. Passt die Sprache nicht, zeigen Sie stattdessen einen höflichen Vorschlag.

Das nützt auch echten Besuchern. Wer im Urlaub im Ausland in der eigenen Sprache lesen möchte, landet nicht in der falschen Version. Auch wer ein Firmennetz oder ein VPN nutzt, bleibt nicht in einer ungewollten Version hängen.

Eine praktische Regel: Die ausdrückliche Wahl des Besuchers schlägt immer die IP Schätzung. Hat jemand eine Sprache gewählt, merken Sie sich das daher bei späteren Besuchen.

Fragen Sie sich bei der Entscheidung: Was verliert der Besucher ohne die Weiterleitung? Meist lautet die Antwort: einen Klick. Die Kosten der Weiterleitung können dagegen eine ganze Sprachversion sein, die in der Suche fehlt. Gegen die automatische Sprachweiterleitung und für das Hinweisbanner spricht diese Abwägung klar.

Manche Besucher schätzen trotzdem einen schnellen Wechsel. Dann behalten Sie nicht die Weiterleitung bei, sondern erleichtern den Wechsel: Zeigen Sie ein deutliches Banner und erlauben Sie den Sprachwechsel mit einem Klick.

Was ist ein Hinweisbanner und wie unterscheidet es sich von einer Weiterleitung?

Ein Hinweisbanner ist ein kleiner Bereich am oberen oder unteren Seitenrand. Er enthält zum Beispiel den Satz "Diese Seite gibt es auch auf Englisch" und einen Link. Klickt der Besucher, wechselt er. Klickt er nicht, bleibt er dann einfach, wo er ist.

Die Unterschiede lassen sich leicht auflisten:

  • Eine Weiterleitung entscheidet. Ein Banner entscheidet nicht.
  • Bei einer Weiterleitung ändert sich die Adresse. Beim Banner bleibt sie, bis der Besucher zustimmt.
  • Hinter einer Weiterleitung kann der Bot eine Version übersehen. Beim Banner sieht er den Seiteninhalt dagegen unverändert.

Lassen Sie den Banner Link als einfachen Link auf der Seite stehen. Dann kann der Bot ihm folgen und die andere Version entdecken. Selbst wenn Sie den Banner nur für bestimmte Besucher anzeigen, sollten die Linkziele auf der Seite bleiben.

Ein guter Banner hat vier Merkmale. Er nutzt einen kurzen, klaren Satz. Der Besucher kann ihn schließen. Außerdem merkt er sich die Schließung. Zudem verdeckt er den Hauptinhalt nicht.

Schreiben Sie den Bannertext in der Zielsprache und nicht in der Browsersprache des Besuchers. Schlagen Sie die englische Version zum Beispiel mit einem englischen Satz vor. So versteht der Besucher das Angebot sofort.

Wie bauen Sie einen Sprachwähler richtig auf?

Ein Sprachwähler ist ein fester Menübereich auf jeder Seite. Jede Option ist also ein echter Link, der zur gleichen Seite in der anderen Sprache führt. Verlinken Sie daher nach Möglichkeit auf die entsprechende Seite und nicht auf die Startseite.

Ein guter Sprachwähler hat diese Eigenschaften:

  • Sprachnamen stehen in der jeweiligen Sprache, zum Beispiel Deutsch, English, Türkçe.
  • Eine Flagge steht nie allein, denn sie steht für ein Land und nicht für eine Sprache.
  • Jede Option ist ein crawlbarer Link, dem ein Bot folgen kann.
  • Hat eine Seite keine Entsprechung, blenden Sie die Option aus oder verlinken auf die Startseite dieser Sprache.

Der Flaggenpunkt ist wichtig. Ein Spanisch sprechender Nutzer möchte nämlich nicht unbedingt die Flagge Spaniens sehen. Außerdem sprechen viele Länder mehr als eine Sprache. Den größeren Rahmen finden Sie in unserem Ratgeber zu mehrsprachiger Website SEO.

Wie hilft eine x default Seite dabei?

Googles Dokumentation zu lokalisierten Versionen sagt, dass x default für Sprachauswahlseiten entwickelt wurde und mit ihnen am besten funktioniert. Dieselbe Seite rät außerdem, eine Ausweichseite für nicht passende Sprachen einzuplanen, besonders bei Sprach und Länderauswahlseiten oder Startseiten mit automatischer Weiterleitung.

Sie können es so lesen: Passt keine Sprache, sagt x default Google, welche Seite es zeigen soll. Auf vielen Websites ist das ein Sprachwähler oder eine allgemeine Version.

Seien Sie hier vorsichtig. Der Wert x default erinnert zwar an Startseiten mit automatischer Weiterleitung, macht sie aber nicht sicher. Die Ausweichseite sollte daher von selbst öffnen und nicht weiterleiten. Die Quelle ist Google Search Central, localized versions.

Möchten Sie die Auszeichnung nicht von Hand schreiben, hilft unser hreflang Generator bei einem ersten Entwurf.

Ist es sicher, die Sprachwahl in einem Cookie zu speichern?

Die Wahl zu speichern ist sicher. Den Inhalt unter derselben Adresse nach diesem Cookie zu ändern, ist es dagegen nicht. Der Unterschied ist groß.

Das sichere Muster funktioniert so: Ein Besucher wählt eine Sprache, und Sie speichern sie in einem Cookie. Beim nächsten Besuch zeigen Sie ihm dann auf der Hauptadresse einen Vorschlag, der auf seiner früheren Wahl beruht. Die Inhaltsadressen bleiben fest.

Das riskante Muster sieht anders aus. Dieselbe Adresse liefert je nach Cookie Wert eine andere Sprache. Ein Bot trägt keine Cookies, also sieht er nur die Standardversion. Google empfiehlt zudem getrennte URLs statt Cookies oder Browsereinstellungen zur Sprachanpassung.

Merken Sie sich eine kleine Regel: Ein Cookie dient zum Merken, nicht zum Entscheiden. Der Wert hilft Ihnen, den passenden Vorschlag zu wählen. Er bestimmt aber nicht, welchen Inhalt Sie ausliefern.

Das entlastet auch den Besucher. Wer einmal eine Sprache gewählt hat, sieht nicht bei jedem Besuch dieselbe Frage. Die Adressen, die der Bot sieht, ändern sich somit nie.

Cookies können außerdem Datenschutzpflichten auslösen. Das ist keine Rechtsberatung, fragen Sie daher für die Regeln Ihres Landes eine qualifizierte Fachperson.

Wann ist eine Weiterleitung harmlos?

Allerdings schadet nicht jede Weiterleitung. Eine dauerhafte Weiterleitung von einer alten auf eine neue Adresse ist zum Beispiel gesund. Domainumzüge und Adressänderungen sind typische Fälle.

Der Schaden beginnt, wenn die Weiterleitung vom Besucher abhängt. Die Tabelle zeigt den Unterschied:

SituationVerhaltenSEO Risiko
---------
Dauerhafte Weiterleitung von alter auf neue AdresseFür alle dasselbe ZielNiedrig
Erzwungene Weiterleitung per IP auf eine LänderversionJe nach Besucher verschiedenHoch
Erzwungene Weiterleitung per BrowserspracheJe nach Besucher verschiedenHoch
Sprachwechsel per Cookie unter derselben AdresseAdresse fest, Inhalt variiertHoch
Hinweisbanner plus SprachwählerDer Besucher wähltNiedrig

Die Risikostufen in dieser Tabelle sind also eine allgemeine Einschätzung auf Basis der offiziellen Dokumente und unserer Praxiserfahrung. Sie sind keine Garantie.

Ob die automatische Sprachweiterleitung harmlos ist, prüfen Sie mit einem einfachen Test. Landen verschiedene Besucher bei derselben Adresse immer am selben Ziel? Wenn ja, ist die Weiterleitung stabil und macht keine Probleme. Wenn nein, verhält sich die Adresse je Besucher und schafft somit für den Bot Unsicherheit.

Wie täuscht die automatische Sprachweiterleitung echte Besucher?

Dieses Thema betrifft nicht nur Bots. Auch echte Besucher leiden daher unter falschen Schätzungen. Firmennetze, VPN Dienste und Mobilfunkanbieter können einen Besucher nämlich in einem ganz anderen Land zeigen.

Denken Sie an drei typische Fälle:

  • Eine in Deutschland lebende Person möchte die Seite auf Türkisch lesen, sieht aber wegen der IP Deutsch.
  • Ein Geschäftsreisender will zur eigenen Sprache zurück, doch das System schiebt ihn bei jedem Versuch zurück.
  • Ein Link von einem Freund führt in Ihrer Region auf eine andere Seite.

Der dritte Fall ist besonders ärgerlich. Führt ein geteilter Link je nach Standort des Empfängers woanders hin, sinkt das Vertrauen in Links. Erzwungene Weiterleitungen können außerdem die Zurück Taste blockieren: Der Besucher geht zurück, und das System schickt ihn wieder vor. Diese Schleife endet meist im sofortigen Ausstieg.

Das Problem hat also zwei Seiten. Der Bot sieht die Versionen nicht, und Menschen bleiben in Versionen, die sie nicht wollten.

Wie leiden Anzeigenseiten und geteilte Links darunter?

Wer bezahlte Werbung schaltet, sollte hier besonders aufpassen. Eine Anzeige verspricht eine bestimmte Sprache und eine bestimmte Seite. Leitet die Zielseite den Besucher auf eine andere Version, passen Anzeigentext und Seite nicht mehr zusammen.

Daraus folgen drei Dinge. Der Besucher geht, ohne das Gesuchte zu finden. Außerdem verpufft Ihr Werbebudget. Und die Conversion Messung kann leiden, weil Tracking Parameter bei der Weiterleitung verloren gehen können.

Bereiten Sie Kampagnenlinks sorgfältig mit einem Werkzeug wie unserem UTM Generator vor. Testen Sie danach jeden Link von verschiedenen Standorten und prüfen Sie, dass die Parameter auf der Zielseite erhalten bleiben. Mit dem Redirect Checker prüfen Sie außerdem die Endadresse.

Für Anzeigenseiten ist eine eigene Zielseite pro Sprache der sicherste Weg. Wer über eine Anzeige kommt, hat die Sprache schon durch die Anzeige gewählt. Zwingen Sie ihm deshalb keine zweite Entscheidung auf.

Sollten Sie Unterverzeichnis, Subdomain oder Länderdomain wählen?

Wollen Sie getrennte URLs, wählen Sie eine von drei Grundstrukturen. Jede hat einen anderen Verwaltungsaufwand. Die Tabelle vergleicht sie daher grob:

StrukturBeispielStärkeWorauf achten
------------
Unterverzeichnisexample.com/de/Eine Domain, einfache VerwaltungHosting und Inhalt laufen an einer Stelle
Subdomainde.example.comKann auf einen eigenen Server ziehenMuss wie eine eigene Website beobachtet werden
Länderdomainexample.deStarkes Länder SignalJede Domain bringt Kosten und Pflegeaufwand

Die richtige Wahl hängt von Ihrem Geschäftsmodell ab. Für kleine und mittlere Websites ist ein Unterverzeichnis oft ein praktischer Start. Diese Sicht beruht auf unserer Praxiserfahrung, es ist also keine allgemeingültige Regel.

Was Sie auch wählen, die Regel bleibt gleich. Jede Sprach und Länderversion braucht eine dauerhafte Adresse und darf nicht hinter einer Weiterleitung verschwinden.

Wie planen Sie den Umstieg von automatischer Weiterleitung auf getrennte URLs?

Bauen wir ein Beispielszenario für den Umstieg. Es ist ein Beispielszenario und kein echtes Kundenergebnis. Angenommen, die Startseite leitet Besucher derzeit per IP auf die türkische oder englische Version.

Den Umstieg gehen Sie in vier Schritten an:

  1. Erfassen Sie zunächst den Ist Zustand: Welche Seiten gibt es in welcher Sprache, und welche erscheinen im Index?
  2. Wählen Sie dann die Zielstruktur: Unterverzeichnis, Subdomain oder Länderdomain.
  3. Schalten Sie die erzwungene Weiterleitung ab und machen Sie jede Version direkt erreichbar.
  4. Ergänzen Sie danach hreflang, Sprachwähler, Hinweisbanner und Sitemap.

Es ergibt Sinn, zunächst mit einer Pilotgruppe von Seiten zu starten. So beobachten Sie die Veränderung in der Search Console an einer kleinen Menge. Danach rollen Sie nach den ersten Ergebnissen auf die ganze Website aus.

Beim Umzug können dauerhafte Weiterleitungen von alten auf neue Adressen nötig sein. Diese Weiterleitung geht in eine Richtung und ist für alle gleich, verwechseln Sie sie also nicht mit dem schädlichen Typ von oben. Eine Zuordnungstabelle erstellen Sie mit dem Werkzeug Weiterleitungen zuordnen.

Welche Fehler passieren bei der automatischen Sprachweiterleitung am häufigsten?

Wir fassen die wiederkehrenden Fehler in drei Gruppen zusammen. Jeder wirkt klein, doch die Folgen sind groß.

Strukturfehler:

  • Nur die Startseite leitet weiter, während Unterseiten keine Links zu anderen Versionen haben.
  • Sprachversionen sind nur über die Weiterleitung erreichbar.
  • Die Sitemap enthält nur die Standardsprache.

Auszeichnungsfehler:

  • Hreflang Links sind nicht wechselseitig.
  • Jede Version zeigt mit dem Canonical auf die Startseite.
  • Es gibt keine Ausweichseite.

Fehler bei der Nutzererfahrung:

  • Ein Popup fragt nach der Sprache und lässt sich nicht schließen.
  • Das System vergisst die Wahl des Besuchers.
  • Flaggen stehen für Sprachen.

Vergleichen Sie diese Liste mit Ihrer Website. Hat Ihre automatische Sprachweiterleitung auch nur einen dieser Punkte, ist das Crawling dieser Versionen gefährdet.

Mit welchen Daten bestätigen Sie Crawling und Indexierungsprobleme?

Arbeiten Sie mit Daten statt Annahmen. Die erste Quelle ist die Search Console. Wirken die URLs einer Sprachversion im Indexbericht niedrig, suchen Sie die Ursache.

Die zweite Quelle sind Ihre Server Logs. Dort sehen Sie dann, welche Adressen Googlebot angefragt hat. Besucht der Bot nur eine Sprachversion, wächst der Verdacht auf die Weiterleitung. Eine Logfile Analyse beschleunigt diese Prüfung.

Die dritte Quelle ist die Seite, wie Google sie sieht. Das URL Prüftool eignet sich dafür. Dort kontrollieren Sie, welchen Inhalt der Bot tatsächlich erhält.

Lesen Sie die drei Quellen gemeinsam. Zeigt die Search Console zum Beispiel eine fehlende Sprache und die Logs zeigen, dass der Bot sie nie besucht, liegt das Problem wohl in der Entdeckung. Dann korrigieren Sie zunächst Weiterleitung und Linkstruktur. Mit einem Broken Link Checker finden Sie außerdem tote Links.

Wie testen Sie Ihre eigene Website auf dieses Problem?

Sie können einen einfachen manuellen Test durchführen. Gehen Sie so vor:

  1. Öffnen Sie die Website zunächst in einem privaten Fenster mit anderer Spracheinstellung.
  2. Besuchen Sie die Startseite von verschiedenen Standorten, zum Beispiel über ein VPN in den USA, in Deutschland und in der Türkei.
  3. Beobachten Sie dann jedes Mal die Adresszeile. Ändert sich die Adresse von selbst?
  4. Nutzen Sie das URL Prüftool der Search Console, um die Seite so zu sehen, wie Google sie sieht.
  5. Prüfen Sie schließlich Ihre Server Logs, welche Version Googlebot anfragt.

Mit der IP Abfrage sehen Sie, wie Ihr eigener Standort erscheint.

Zwei Details zählen beim Test. Laden Sie die Seite ohne Cache, denn der Browser könnte sonst eine alte Weiterleitung wiederholen. Löschen Sie außerdem Ihre Cookies, weil eine frühere Wahl das Ergebnis ändern kann. Bleibt die Adresse an jedem Standort gleich, ist das ein gutes Zeichen.

Wie beheben Sie ein Setup, das bereits weiterleitet?

Die Reihenfolge der Korrektur ist wichtig. Schalten Sie zuerst die erzwungene Weiterleitung ab, setzen Sie danach die anderen Bausteine ein. Sonst sieht der Bot weiter ein unvollständiges Bild.

  1. Bestätigen Sie zunächst, dass jede Sprach und Länderversion eine eigene, dauerhafte und direkt erreichbare URL hat.
  2. Entfernen Sie dann die erzwungene Weiterleitung nach IP und Sprachheader.
  3. Verbinden Sie die Versionen mit wechselseitigem hreflang und legen Sie die Ausweichseite fest.
  4. Ergänzen Sie danach auf jeder Seite einen Sprachwähler aus crawlbaren Links.
  5. Platzieren Sie ein schließbares Hinweisbanner auf nicht passenden Seiten.
  6. Nehmen Sie schließlich alle Versionen in die Sitemap auf und fordern Sie in der Search Console ein erneutes Crawlen an.

Die Ergebnisse brauchen Zeit. Eine feste Zahl an Tagen können wir nicht versprechen, denn die Crawl Häufigkeit unterscheidet sich von Website zu Website. Sinkt das Crawling, hilft unser Beitrag Googlebot crawlt weniger.

Welche Rolle spielen Canonical und robots Regeln?

Canonical Fehler sind auf Sprachseiten häufig. Jede Sprachversion sollte daher mit dem Canonical auf die eigene Adresse zeigen. Zeigen alle Versionen auf die Startseite, kann Google die anderen als Duplikate behandeln.

Googles Dokumentation erinnert außerdem daran, dass robots Meta Angaben und die Datei robots.txt in jeder Region dieselben Regeln enthalten müssen. Ist der Zugriff in einer Version gesperrt und in einer anderen offen, entsteht eine Inkonsistenz.

Zum Canonical lesen Sie unseren Canonical Ratgeber. Für die robots Datei reicht unser robots.txt Ratgeber.

Warum machen Single Page Apps und Hash Adressen beim Sprachwechsel Probleme?

In Single Page Apps erfolgt der Sprachwechsel manchmal über ein Fragment am Adressende. Google indexiert dieses Fragment nicht als eigene Seite. Unterscheiden sich Ihre Sprachversionen nur durch dieses Fragment, behandelt der Bot sie folglich alle als eine Seite.

Das ist eine eigene Frage, deshalb verweisen wir auf unseren Beitrag zu URL Fragmenten. Der Punkt hier ist einfach: Jede Sprache braucht eine eigene URL über einen echten Pfad oder eine Subdomain.

Stellen Sie Ihren Entwicklern eine Frage: Ändert sich beim Sprachwechsel auch die Adresszeile? Wenn nicht, kann der Bot diese Sprachversion nicht sehen. Wenn ja, prüfen Sie, ob die Adresse ein echter Pfad ist.

Dieselbe Regel gilt für clientseitige Weiterleitungen. Der Code läuft vielleicht und bewegt den Nutzer, aber der Bot sieht das womöglich nie.

Dürfen Sie Crawlern anderen Inhalt zeigen als Besuchern?

Nein, tun Sie das nicht. Bots anderen Inhalt zu zeigen als Besuchern verstößt gegen Googles Regeln und kann als Cloaking gelten. Meiden Sie diesen Weg selbst dann, wenn Sie den Bot nur auf die richtige Version lenken wollen.

Die richtige Lösung lässt Bot und Mensch unter derselben Adresse denselben Inhalt sehen. Ein Sprachvorschlag ist dagegen erlaubt. Den Seiteninhalt zwischen Bots und Menschen aufzuteilen, ist riskant.

Zu Bing lesen Sie unseren Ratgeber zu Bing Webmaster Tools. Die Logik ist dieselbe: Eine eigene URL funktioniert für jeden Crawler. Denn jeder Bot hat sein eigenes IP und Sprachverhalten, bauen Sie das Setup deshalb nie auf einen einzelnen Bot.

Bei Zweifeln lassen Sie Ihre Website von Fachleuten prüfen. Talha Aslan und Team führen solche Prüfungen im Rahmen der SEO Beratung durch. Für größere Projekte lesen Sie Internationale SEO und GEO Beratung, wer braucht sie.

Wie sieht die abschließende Checkliste für ein sicheres Setup aus?

Die Liste fasst den Ratgeber zusammen. Prüfen Sie jeden Punkt vor der Veröffentlichung:

  • Jede Sprach und Länderversion öffnet unter einer eigenen dauerhaften URL.
  • Keine Seite nutzt eine automatische Sprachweiterleitung nach IP oder Sprachheader.
  • Die Versionen verlinken sich per hreflang, und eine Ausweichseite existiert.
  • Der Sprachwähler besteht aus echten, crawlbaren Links.
  • Das Hinweisbanner lässt sich schließen und blockiert keinen Inhalt.
  • Die Wahl des Besuchers liegt im Cookie, während Adressen und Inhalt fest bleiben.
  • Jede Version zeigt mit dem Canonical auf sich selbst.
  • Die robots Regeln stimmen in allen Versionen überein.

Prüfen Sie diese Checkliste mehrmals im Jahr neu. Mit dem Wachstum der Website kommen nämlich neue Seiten, neue Sprachen und neue Plugins hinzu. Jedes davon kann einen alten Fehler zurückbringen. Regelmäßige Kontrollen helfen Ihnen daher, ein Problem zu finden, bevor Ihre Besucher es bemerken.

Hinweis: Diese Liste ist ein allgemeiner Rahmen, die Details hängen von Ihrer Infrastruktur ab. Prüfen Sie die aktuellen Formulierungen in den offiziellen Dokumenten regelmäßig. Wie das Sprachattribut der Seite selbst damit zusammenspielt, lesen Sie in unserem Beitrag zu Google erkennt falsche Sprache.

Häufig gestellte Fragen

Folgt Googlebot einer Weiterleitung nach IP?
Googlebot folgt Weiterleitungen, doch seine Standard IP Adressen liegen offenbar in den USA, und er sendet keine Sprachpräferenz mit. Eine Website, die nach IP weiterleitet, zeigt dem Bot daher oft nur eine Version. Andere Sprachversionen bleiben womöglich unentdeckt. Sicherer ist es, jede Version unter einer eigenen, direkt erreichbaren Adresse auszuliefern.
Ist eine Weiterleitung nach Browsersprache verboten?
Verboten ist sie nicht, doch Googles Leitfaden zu mehrsprachigen Websites rät, Nutzer nicht automatisch zwischen Sprachversionen umzuleiten. Der Grund: Nutzer und Suchmaschinen sehen womöglich nicht alle Versionen. Ein schließbares Hinweisbanner und ein Sprachwähler auf jeder Seite sind die sicherere Wahl.
Schadet ein Hinweisbanner dem SEO?
Ein sauber gebautes Banner schadet nicht. Es zeigt den Seiteninhalt unverändert und bietet nur einen Link zu einer anderen Sprachversion an. Das Banner sollte den Haupttext nicht verdecken, und Besucher sollten es schließen können. Bleibt das Ziel ein echter Link auf der Seite, entdeckt auch der Bot die andere Version.
Ist es richtig, die Sprachwahl in einem Cookie zu speichern?
Die Wahl zu speichern ist in Ordnung, den Inhalt unter derselben Adresse nach dem Cookie zu wechseln dagegen nicht. Suchbots tragen keine Cookies, also sehen sie nur die Standardversion. Nutzen Sie das Cookie für einen Vorschlag beim nächsten Besuch und lassen Sie jede Sprachversion unter ihrer festen Adresse.
Welche Seite sollte x default sein?
Laut Googles Dokumentation wurde x default für Sprachauswahlseiten entwickelt und funktioniert mit ihnen am besten. Die Ausweichseite für nicht passende Sprachen kann also ein Sprachwähler oder eine allgemeine Version sein. Diese Seite sollte von selbst öffnen, ohne Besucher irgendwohin weiterzuleiten.
  • automatische Sprachweiterleitung
  • mehrsprachiges SEO
  • Googlebot
  • x default
  • Sprachwähler
  • locale-adaptive pages
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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