Social Media für Anwälte funktioniert dann, wenn ein Fremder darauf eine einzige Frage beantwortet bekommt: Ist diese Person wirklich, wer sie zu sein behauptet, und kann ich sie sicher kontaktieren? Mandanten hören von einer Kanzlei meist durch eine Empfehlung, suchen den Namen und beurteilen die Kanzlei nach dem, was sie finden. Eine ruhige, richtige Präsenz leistet in diesem Moment mehr als ein Strom an Eigenwerbung, und gerade bei Werbung greift das Berufsrecht.
Dieser Leitfaden folgt den Entscheidungen einer Kanzlei in ihrer Reihenfolge: wofür die Konten da sind, welche Regeln sie rahmen, welche Kanäle bleiben, wie Profile aussehen, was erscheint, wie Nachrichten und Bewertungen laufen und wie gemessen wird. Er ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung; bei Grenzfällen entscheidet die Kanzlei und im Zweifel die Rechtsanwaltskammer.
01Wofür eine Kanzlei Social Media überhaupt braucht
Für eine Kanzlei sind soziale Netzwerke zuerst eine Prüfstelle und erst danach ein Veröffentlichungskanal. Wer einen Anwalt in Betracht zieht, schaut Namen, Kanzlei und Gesicht an, bevor er anruft, und die gefundenen Profile bestätigen entweder, dass die Kanzlei echt und sorgfältig ist, oder wecken Zweifel. Wer die Konten so versteht, misst anders und veröffentlicht vorsichtiger.
Vier Aufgaben decken fast alles ab, was eine Kanzlei von ihren Konten braucht:
- Bestätigen: Name, Rechtsgebiet, Standort und Kammerangaben stimmen mit Website und Verzeichnissen überein.
- Informieren: Kurze Erklärstücke zeigen, wie die Kanzlei denkt und wie ein Mandat abläuft, ohne einen Einzelfall zu beraten.
- Gewinnen von Nachwuchs: Teambeiträge helfen bei Referendaren, Associates und Mitarbeitenden, oft die ergiebigste Nutzung von LinkedIn.
- Schützen: Gefälschte Profile, unbedachte Beiträge und riskante Nachrichten werden beobachtet und behandelt.
Social Media für Anwälte, die die vierte Aufgabe auslässt, scheitert meist unauffällig. Unseren allgemeinen Ansatz beschreibt die Seite zur Social Media Betreuung.
Daraus folgt eine unbequeme, aber nützliche Erkenntnis: Der Wert der Konten liegt weniger in dem, was veröffentlicht wird, als in dem, was nicht schiefgeht. Wer das früh festlegt, spart sich später viele Diskussionen über Reichweite, die im Berufsrecht ohnehin nur begrenzt ein Ziel sein kann.
02Wie Mandanten eine Kanzlei online prüfen
Interessenten prüfen in einer vorhersehbaren Reihenfolge, und jeder Schritt kann Vertrauen kosten. Zuerst kommt die Namenssuche, die Kanzleiwebsite, LinkedIn, Karteneinträge, Verzeichnisse, Presse und manchmal ein gefälschtes Profil zeigt. Danach schaut man auf die Personen: ein Foto, eine kurze Vorstellung und ein Hinweis auf die Zulassung. Zuletzt zählen Bewertungen und Kommentare, die zeigen, wie die Kanzlei mit Menschen umgeht.
Unternehmen als Mandanten prüfen einen vierten Punkt: ob die Anwältin ihre Branche versteht und klar schreibt. Deshalb helfen gut redigierte Erklärstücke Wirtschaftskanzleien, während sie für eine Einzelkanzlei, die von Empfehlungen lebt, kaum ins Gewicht fallen.
- Einheitlichkeit: Überall derselbe Kanzleiname, dieselbe Adresse und Telefonnummer.
- Aktualität: Keine alten Adressen, ausgeschiedenen Partner oder erledigten Funktionen.
- Ton: Maßvolle Sprache, die zum persönlichen Auftreten der Kanzlei passt.
- Kontaktweg: Ein klarer, privater Weg zur Kontaktaufnahme statt einer Kommentarspalte.
Wir beginnen jedes Projekt mit genau dieser Suche und listen auf, was ein Fremder sehen würde.
Hinzu kommt der Blick von außen: Dasselbe Konto wird von Mandanten, Kollegen, Journalisten und möglichen Bewerbern gelesen. Eine kurze Außensicht, bei der eine Person, die die Kanzlei nicht kennt, zehn Minuten lang sucht und notiert, was ihr auffällt, bringt oft mehr als eine lange interne Diskussion.
03Werberecht und Verschwiegenheit: § 43b und § 43a BRAO
Der Maßstab für jeden Beitrag ist § 43b BRAO: Werbung ist dem Rechtsanwalt nur erlaubt, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist. Für Social Media für Anwälte folgen daraus zwei Prüffragen: Ist der Beitrag sachlich, und richtet er sich an die Allgemeinheit statt an eine bestimmte Person?
Daraus lassen sich praktische Regeln für den Redaktionsplan ableiten:
- Sachlich: Keine Übertreibungen, keine Erfolgsversprechen, keine Vergleiche mit anderen Kanzleien.
- Allgemein: Kein Beitrag, der erkennbar eine einzelne Person oder einen konkreten Fall anspricht.
- Belegbar: Bezeichnungen wie Fachanwalt nur, wenn sie tatsächlich verliehen wurden.
- Erkennbar: Bezahlte oder geschenkte Kooperationen sind als solche zu kennzeichnen.
Die Regeln können sich ändern und werden von Kammern und Gerichten ausgelegt, deshalb gilt bei jedem Zweifel: vorher die Kammer fragen. Die Verantwortung für die Veröffentlichung liegt bei der Kanzlei, nicht bei der Agentur.
Die Verschwiegenheit ist die härteste Grenze und gilt auch für das, was beiläufig auf einem Foto sichtbar wird. § 43a Absatz 2 BRAO verpflichtet den Rechtsanwalt zur Verschwiegenheit über alles, was ihm in Ausübung des Berufs bekannt geworden ist. Schon die Tatsache, dass jemand Mandant ist, kann darunter fallen.
Im Konto zeigt sich das an wiederkehrenden Stellen:
- Dank an Mandanten: Ein öffentlicher Dank macht die Mandatsbeziehung sichtbar und unterbleibt ohne schriftliche Einwilligung.
- Gerichtsfotos: Bilder vor dem Gericht oder aus dem Saal verraten Termine und Beteiligte.
- Screenshots: Schriftverkehr, E-Mail oder Aktenzeichen im Bildausschnitt werden nie gezeigt.
- Anonyme Fallgeschichten: Sie lassen sich oft doch zuordnen, vor allem in kleinen Branchen und Orten.
Auch Mitarbeitende müssen wissen, dass die Pflicht für sie gilt; die Kanzlei hat sie dazu zu verpflichten. Eine einseitige Hausregel für Social Media gehört deshalb in die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen.
04Kanäle wählen und die übrigen schließen
Die meisten Kanzleien brauchen einen Hauptkanal und höchstens zwei Nebenkanäle, denn jedes zusätzliche Konto erhöht das Risiko. Social Media für Anwälte heißt nicht, überall zu sein. Jeder Kanal ist ein weiterer Ort für gefälschte Profile, unbeantwortete Nachrichten und veraltete Angaben.
- LinkedIn und XING: Standard für Wirtschafts, Arbeits und Gesellschaftsrecht und für die Suche nach Fachkräften; hier suchen Empfehler und Rechtsabteilungen.
- Instagram und Facebook: Nützlich für Kanzleien mit Privatmandanten, etwa im Familien oder Verkehrsrecht, sofern Nachrichten sorgfältig behandelt werden.
- YouTube: Geeignet für ruhige, längere Erklärvideos, die ein Interessent vor dem ersten Gespräch ansieht.
- X und TikTok: Selten den Aufwand und das Risiko wert, solange keine Anwältin dort sicher und regelkonform auftritt.
- Google Unternehmensprofil: Richtige Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten zählen mehr als Beiträge.
Kooperationen mit Content Creators sind eine eigene Disziplin, die wir für andere Branchen unter Influencer Marketing beschreiben; für eine Kanzlei braucht sie vorher die Freigabe der Kammer.
Bei der Auswahl hilft eine einfache Rechnung: Pro Kanal braucht es eine verantwortliche Person, eine Vertretung und einen festen Zeitpunkt für Nachrichten. Wer das nicht besetzen kann, schließt den Kanal oder lässt ihn nur mit Grunddaten stehen. Ein gepflegtes Konto ist besser als drei halb gepflegte.
05Profile aufsetzen und Impressum nicht vergessen
Ein Profil sollte wie eine saubere Fassung des Kammereintrags wirken. Wir beginnen mit dem amtlichen Eintrag, übernehmen Namen und Angaben exakt und sorgen dafür, dass jedes Konto dasselbe sagt. Profile, die einander widersprechen, schaden dem Vertrauen mehr als schlichte Profile.
- Angaben der Anwältin aus dem Verzeichnis der Kammer übernehmen: Name, Zulassung und Kanzleisitz.
- Den exakten Kanzleinamen auf jedem Profil führen, ohne Schlagworte oder Zusätze.
- Eine kurze Vorstellung in einfachen Worten schreiben: Funktion, Rechtsgebiete und Sprachen.
- Einen Kontaktweg angeben, der in einen privaten Kanal führt, etwa Telefon oder Formular.
- Auf die Kanzleiwebsite verlinken, die Pflichtangaben und Impressum enthält.
Geschäftsmäßige digitale Dienste brauchen nach § 5 DDG leicht erkennbare und unmittelbar erreichbare Anbieterangaben; für Kanzleiprofile verlinkt man deshalb auf eine Seite, die sie enthält. Beim Formulieren hilft ein Bio Generator bei den Längenvorgaben der Plattformen, den Text liefert die Anwältin selbst.
Mehrsprachige Kanzleien pflegen dieselben Angaben in jeder Sprache, in der sie arbeiten. Fremdsprachenkenntnisse gehören in die Vorstellung der Anwälte, solange sie zutreffen. Nach dem Aufsetzen prüfen wir alle Profile noch einmal gegen die Website, damit keine Abweichung zwischen Telefonnummer, Adresse oder Kanzleiname bleibt.
06Inhalte, die sachlich informieren
Gute Kanzleiinhalte erklären, wie etwas funktioniert, und hören auf, bevor sie dem Leser sagen, was er im eigenen Fall tun soll. Die Grenze zwischen Information und Beratung trennt Beiträge, die Vertrauen aufbauen, von solchen, die Haftung auslösen können. Jeder Beitrag gehört klar auf die Informationsseite.
- Rechtsentwicklungen erklärt: Eine neue Regel, ein Urteil oder eine Frist, was sich ändert und wer seine Lage prüfen sollte.
- Abläufe: Wie ein Mandat typischerweise beginnt, welche Unterlagen häufig nötig sind und wie Phasen verlaufen.
- Team und Haltung: Wer in der Kanzlei arbeitet und was die Menschen antreibt, mit Einwilligung der gezeigten Personen.
- Engagement: Vorträge, Ehrenamt und Gremienarbeit, ohne Mandantenbezug.
- Antworten auf häufige Fragen: Kurz, allgemein, mit Hinweis auf individuelle Beratung.
Für Kanzleien, die sich auf eine Fallart konzentrieren, etwa Schadensersatz und Personenschaden, sollten Inhalte noch allgemeiner sein und deutlich machen, dass Ergebnisse vom Einzelfall abhängen.
Als Prüffrage vor jedem Beitrag hilft: Würde ich diesen Text unverändert in einem Mandantengespräch vorlesen? Wenn nicht, gehört er nicht auf das Konto. Wir halten Beiträge kurz, nennen das Datum des Rechtsstands und verweisen auf die Kontaktseite statt auf einzelne Fälle.
07Ein Monatsrhythmus mit Freigabe durch einen Partner
Anwälte haben wenig Zeit, deshalb muss die Produktion in einen kurzen, festen Termin passen. Ein Gespräch pro Monat von etwa einer Stunde mit einem Partner liefert mehr brauchbares Material als einzelne Schreibaufträge. Wir machen daraus einige Beiträge, ein kurzes Video und gegebenenfalls einen längeren Artikel, den eine benannte Person freigibt.
- Zwei oder drei Themen aus der tatsächlichen Arbeit der Kanzlei festlegen.
- Das Gespräch führen und die eigenen Worte und Beispiele der Anwältin festhalten.
- Beiträge in diesen Worten entwerfen, mit einem kurzen Hinweis auf allgemeine Information.
- Entwürfe mit einem Prüfprotokoll an die freigebende Person senden.
- Ruhig veröffentlichen und notieren, was im nächsten Monat entfällt.
Die freigebende Person, ein Partner oder die verantwortliche Anwältin, nutzt jedes Mal dieselbe Prüfliste. Mitarbeitende im Marketing geben ihre eigenen Entwürfe nie selbst frei.
- Richtigkeit: Sind Aussagen, Namen und Titel richtig und belegbar?
- Verschwiegenheit: Könnte ein Detail Mandant, Mandat oder Gegenseite erkennbar machen?
- Beratungsgrenze: Informiert der Beitrag, statt dem Leser etwas zu empfehlen?
- Einwilligungen: Liegt für jedes Foto und jedes Zitat eine schriftliche Zustimmung vor?
Bleibt etwas unklar, wartet der Entwurf. Beitragszahlen versprechen wir nicht, denn der Umfang folgt der Zeit der Partner und die Qualität der Freigabe.
08Direktnachrichten und Kommentare sicher behandeln
Direktnachrichten sind der riskanteste Teil eines Kanzleikontos, weil Fremde sie wie eine kostenlose Beratungshotline nutzen. Menschen schildern ihren Fall, hängen Unterlagen an und erwarten eine Antwort, lange bevor ein Mandat oder eine Konfliktprüfung besteht. Ein schriftlicher Ablauf schützt Absender und Kanzlei.
- Den Eingang höflich bestätigen und darauf hinweisen, dass per Nachricht nicht beraten wird.
- Keine Falldetails abfragen und ein Telefonat oder das sichere Anfrageformular anbieten.
- Das Gespräch an eine Anwältin oder eine Kollegin im Sekretariat übergeben, die eine Konfliktprüfung durchführt.
- Unterlagen in den sicheren Kanal der Kanzlei verlagern und die Löschung aus dem Chat erbitten.
- Übergabe, Datum und Ergebnis in einer Zeile festhalten.
Umgekehrt gilt dieselbe Vorsicht: Eine Kanzlei schreibt Fremde nicht gezielt an, denn § 43b BRAO schließt Werbung aus, die auf einen Auftrag im Einzelfall gerichtet ist. Kommentare unter Beiträgen werden nur beantwortet, wenn die Antwort allgemein und öffentlich unbedenklich ist.
Wer die Nachrichten liest, sollte die Aufgabe ausdrücklich haben. Wir geben der Person, die die Konten betreut, keine Befugnis zur rechtlichen Einschätzung; sie bestätigt, fragt nach nichts und übergibt. Die Übergabe wird in einer Zeile festgehalten, damit später nachvollziehbar bleibt, wer wann reagiert hat.
09Bewertungen, Dank und Antworten
Auf eine Bewertung zu antworten lohnt sich für eine Kanzlei selten, denn die Antwort kann bestätigen, dass der Bewertende Mandant war. Die Verschwiegenheit umfasst die Tatsache der Mandatsbeziehung, deshalb kann schon ein freundlicher Dank ein Problem schaffen. Eine kurze Regel ist besser als eine Standardantwort.
- Positive Bewertungen: Ohne Kommentar lassen und Mandantenlob nicht erneut veröffentlichen.
- Unfaire oder falsche Bewertungen: Dokumentieren, über die Meldefunktion der Plattform melden und rechtliche Schritte mit Rechtsrat entscheiden.
- Anreize: Nie etwas für eine Bewertung anbieten und nie Bewertungen kaufen oder schreiben.
- Kennzeichnung: Bezahlte oder geschenkte Empfehlungen werden klar als solche kenntlich gemacht.
Wir kaufen weder Follower noch Bewertungen noch Interaktionen und führen keine Kampagnen zum Sammeln von Bewertungen durch. Ob eine Kanzlei zufriedene Mandanten um eine Bewertung bitten darf, hängt vom Berufsrecht ab; diese Entscheidung bleibt bei der Kanzlei.
Bewertungen auf Google oder in Verzeichnissen werden von Dritten verfasst und liegen nicht im Einfluss der Kanzlei. Das Konto beobachtet sie, damit offensichtlich falsche Angaben früh auffallen. Ob und wie die Kanzlei darauf reagiert, entscheidet sie nach Rücksprache mit der Kammer oder einem Rechtsbeistand.
10Gefälschte Profile, Kontosicherheit und Datenschutz
Gefälschte Profile sind die leiseste Gefahr für den Ruf einer Kanzlei, weil man sie meist erst bemerkt, wenn ein Fremder sich beschwert. Anwälte sind attraktive Ziele für Betrüger, da sie Vertrauen und Fremdgeld verwalten und ihre Namen und Fotos öffentlich sind. Eine monatliche Prüfung kostet wenig und erkennt Probleme früh.
- Kanzleinamen, Namen der Anwälte und Hauptrufnummer einmal im Monat auf jeder Plattform suchen.
- Profilfotos mit einer umgekehrten Bildersuche prüfen.
- Jede Fälschung mit Link und Datum als Screenshot sichern, bevor sie gemeldet wird.
- Das Meldeformular für Identitätsmissbrauch der Plattform nutzen und das Ergebnis notieren.
- Bei Geld oder Mandantendaten Rechtsrat oder die Kammer einbeziehen.
Hinzu kommen Sicherheit und Datenschutz: Zwei Faktor Anmeldung auf jedem Konto, Rechte nach Rollen statt geteilter Passwörter, Entzug des Zugriffs am letzten Arbeitstag. Fotos von Mitarbeitenden und Dritten erscheinen nur mit Einwilligung nach DSGVO. Wir werden über die offiziellen Zugriffsrechte hinzugefügt und fragen nie nach Passwörtern.
Ein weiterer Punkt ist der Datenschutz bei Nachrichten: Plattformen speichern Inhalte auf ihren Servern, und die Kanzlei hat darauf nur begrenzten Einfluss. Deshalb werden sensible Informationen in den eigenen, geschützten Kanal verlagert und im Chat nicht belassen.
11Private Konten der Kanzlei und der Ernstfall
Die meisten Vorfälle in Kanzleien beginnen auf einem privaten Konto, nicht auf der Kanzleiseite. Ein Selfie vor dem Gericht, ein Scherz über ein Verfahren oder ein Kommentar über Kollegen kann den Namen der Kanzlei mit etwas Unbedachtem verbinden. Eine einseitige Regel erledigt das meiste.
Sie regelt Gericht und Termine, Mandantennamen und indirekte Hinweise, Gegner und Kollegen, politische Äußerungen unter dem Berufstitel und die Frage, wen man vor dem Posten um Rat bittet. Neue Mitarbeitende erhalten sie am ersten Tag, und ein kurzes Briefing erklärt die Gründe.
- Vorbereiten: Wissen, wem welches Konto gehört und wer einen Beitrag binnen Minuten entfernen kann.
- Innehalten: Bei einem Vorfall zuerst sichern und nicht sofort antworten.
- Entscheiden: Eine benannte Person wählt die Reaktion gemeinsam mit der Kanzleileitung.
- Korrigieren: Beitrag entfernen oder berichtigen und gegebenenfalls Kammer oder Versicherer informieren.
Eine ruhige, schriftliche Reaktion ist besser als eine schnelle. Ob Kammer oder Versicherer informiert werden müssen, entscheiden die Partner, nicht wir.
12Vertrauen und Anfragen messen, nicht Reichweite
Aussagekräftig sind für Social Media für Anwälte die Zahlen nahe an der Anfrage: Profilbesuche, Klicks auf den Link zur Kontaktseite, Speicherungen und Weiterleitungen von Erklärstücken und die Zahl der Nachrichten, die in ein Telefonat überführt wurden. Die Followerzahl sagt wenig darüber, ob ein Interessent der Kanzlei vertraut, und wer sie jagt, wird zu riskanteren Inhalten verleitet.
Für die Linkmessung erhält der Link im Profil einen UTM Parameter, den ein UTM Generator erzeugt, und der Verkehr wird in GA4 und Search Console gelesen. Anrufe und Formularanfragen erfasst das Team der Kanzlei selbst, denn nur dort liegt die verlässliche Quelle. Die Einwilligung für Messung richtet sich nach der Cookie Einwilligung der verlinkten Seite.
- Richtigkeit: Anzahl gefundener und korrigierter veralteter Angaben.
- Sicherheit: Gefundene, gemeldete und entfernte gefälschte Profile.
- Anfrageweg: Nachrichten, die in ein Telefonat übergingen, und Erstberatungen nach Angabe der Kanzlei.
- Inhalte: Welche Erklärstücke Speicherungen und Profilbesuche brachten.
Damit die Angaben der Kanzlei auch in KI Antworten stimmen, hilft unsere Seite zur Sichtbarkeit in KI Suche. Eine kurze Monatsnotiz endet mit Entscheidungen, nicht mit einem Haufen Diagramme.
13Häufige Fehler auf Kanzleikonten
Sechs Fehler wiederholen sich, und für jeden gibt es eine einfache Alternative, die zum Berufsrecht passt. Die meisten entstehen aus guten Absichten, etwa erfolgreich wirken oder erreichbar sein zu wollen, nicht aus Nachlässigkeit.
- Erfolge posten: Ergebnisse wirken harmlos, können aber irreführen; erklären Sie stattdessen Ablauf und Team.
- Mandanten öffentlich danken: Es macht sie erkennbar; holen Sie schriftliche Einwilligung ein oder lassen Sie es.
- Jede Nachricht beantworten: Nutzen Sie einen Ablauf, der nicht berät und ins Telefonat führt.
- Alte Konten stehen lassen: Schließen Sie ungenutzte Profile oder aktualisieren Sie sie vollständig.
- Wettbewerber kopieren: Andere Rechtsgebiete und Länder haben andere Regeln.
- Followern nachjagen: Messen Sie Anfragen und Vertrauen; gekaufte Follower verstoßen gegen die Plattformregeln.
Die gemeinsame Ursache ist, ein Kanzleikonto wie eine Konsumentenmarke zu behandeln. Die bessere Frage lautet immer, was eine sorgfältige Anwältin unbesorgt von der Kammer lesen ließe. Eine kurze Prüfung pro Quartal gegen diese Liste erkennt Abweichungen früh, vor allem nach Personalwechseln, einer Fusion oder einem neuen Rechtsgebiet, wenn Profile und Berechtigungen gern veralten. Social Media für Anwälte ist vor allem Pflege, und Pflege ist günstig verglichen mit einer Beschwerde.
14Den passenden Partner wählen und den nächsten Schritt gehen
Die nützlichste Frage an eine Agentur lautet, was sie für eine Kanzlei ablehnt. Ein Team, das die Regeln kennt, sagt es offen: keine gezielte Ansprache Fremder, keine Mandantendetails, keine gefälschten Bewertungen, keine Versprechen zu Followern oder neuen Mandaten. Diese Offenheit ist ein besseres Zeichen als eine lange Leistungsliste.
- Wer gibt jeden Beitrag frei, und wer entfernt einen schnell, wenn nötig?
- Wie werden Nachrichten und Bewertungen behandelt, damit die Verschwiegenheit gewahrt bleibt?
- Welche Konten bleiben bei der Kanzlei, und wie wird der Zugriff erteilt?
- Was steht im Monatsbericht, und woher stammen die Zahlen?
Wir haben bisher keine Konten einer Kanzlei betreut und sagen das auf der Referenzseite, wo Sie unsere Arbeit in anderen Branchen sehen. Um Ihre Konten gemeinsam anzusehen, vereinbaren Sie ein kostenloses Gespräch; wie Pakete aufgebaut sind, steht im Abschnitt Preise.
Achten Sie außerdem darauf, ob die Agentur Rechtsberatung verspricht. Eine gute Agentur grenzt ihre Rolle klar ab: Sie bereitet Inhalte vor und organisiert Abläufe, die Entscheidung über das Berufsrecht liegt bei der Kanzlei. Fragen Sie nach einem Beispielbericht und danach, wie der Zugriff auf Konten bei Vertragsende zurückgegeben wird.