Wann ist ein Logo Redesign sinnvoll? Anzeichen, dass Ihre Marke ein neues Logo braucht

Ein Logo Redesign beginnt meist mit dem vagen Gefühl, dass das alte Zeichen angestaubt wirkt. Allerdings ist ein Gefühl noch kein Geschäftsargument. Ich arbeite seit 2012 an Marken und Online Marketing Projekten und habe gesehen, wie eine Änderung zur falschen Zeit jahrelange Bekanntheit in wenigen Monaten verwässert. Deshalb zeige ich Ihnen hier die Warnsignale, die Wahl zwischen Evolution und Revolution und einen praktischen Umstellungsplan.
Wann braucht ein Unternehmen ein Logo Redesign?
Ein Logo Redesign ist nötig, wenn Ihr aktuelles Logo Strategie, Zielgruppe oder Medien nicht mehr tragen kann. Typische Signale sind schlechte Lesbarkeit auf kleinen Bildschirmen, ein veränderter Geschäftszweck, eine Fusion oder ein neuer Markt, Verwechslung mit Wettbewerbern und ein unkontrollierter, uneinheitlicher Einsatz. Mode allein reicht als Grund nicht.
Kurz gesagt lautet die Frage also nicht „Ist unser Logo schön?“, sondern „Erfüllt unser Logo seine Aufgabe?“. Ein Logo hat drei Aufgaben. Zunächst soll es an Sie erinnern, dann soll es Sie unterscheiden und schließlich in jeder Größe Vertrauen vermitteln. Fällt eine dieser Aufgaben aus, ist es Zeit für ein Gespräch. Zudem zeigt die gestörte Aufgabe, wie groß die Lösung sein muss.
Woran erkennen Sie, dass Ihr Logo veraltet ist?
In meiner Arbeit mit Kunden begegnen mir immer wieder dieselben Signale. Trifft mehr als eines auf Sie zu, verdient ein Redesign ernsthafte Überlegung. Andererseits lässt sich ein einzelnes Signal oft mit einer kleinen Korrektur beheben.
- Das Logo zerfällt in kleinen Größen, zum Beispiel im Browsertab oder im Profilbild.
- Es gibt keine einfarbige, schwarzweiße oder invertierte Version, deshalb nutzt jeder Druckauftrag eine andere Datei.
- Das Unternehmen macht heute etwas anderes, doch das Logo beschreibt noch das alte Produkt.
- Kunden verwechseln Sie mit einem Wettbewerber, oder Ihr Zeichen sieht aus wie jedes andere der Branche.
- Niemand findet die originale Vektordatei, also schneidet das Team Screenshots zu.
- Sie erschließen einen neuen Markt, eine neue Sprache oder ein neues Preissegment.
Die letzten beiden Punkte übersehen viele. Dateichaos wirkt von außen nämlich nicht wie ein Logoproblem. Trotzdem sieht die Marke dadurch an jedem Kontaktpunkt etwas anders aus. Daher ist der eigentliche Bedarf manchmal ein sauberer Styleguide statt eines neuen Logos.
Wann sollten Sie auf ein Logo Redesign verzichten?
Es gibt auch Fälle, in denen ich zum Abwarten rate. Zum Beispiel ist eine neue Geschäftsführung, die ein Zeichen setzen möchte, kein strategischer Grund. Ebenso erzeugt es meist nur Lärm, einen Wettbewerber zu kopieren, der gerade ein neues Logo vorgestellt hat.
- Der Umsatz sinkt wegen Produkt, Preis oder Servicequalität, nicht wegen des Logos.
- Ihre Marke ist erst ein oder zwei Jahre alt und die Bekanntheit entsteht gerade.
- Das Budget reicht für das Logo, aber nicht für Schilder, Verpackung, Website und Drucksachen.
- Außerdem hängt die Entscheidung am Geschmack einer einzelnen Person, ohne Signal von Kunden.
In diesen Fällen wirken Geld und Energie an anderer Stelle stärker. Zudem hinterlässt eine halb fertige Umstellung altes und neues Logo nebeneinander. Dieses Durcheinander kostet mehr Vertrauen als gar keine Änderung.
Treffen Sie deshalb auch die Entscheidung zum Warten bewusst. Tragen Sie einen Prüftermin für den nächsten Budgetzyklus ein und räumen Sie bis dahin Ihre Dateien auf. So starten Sie später vorbereitet und nicht bei null.
Ist ein Logo Redesign dasselbe wie ein Rebranding?
Nein. Ein Logo Redesign betrifft einen Teil Ihrer visuellen Identität. Ein Rebranding denkt dagegen die ganze Marke neu, also Name, Positionierung, Tonalität, Versprechen und manchmal die Zielgruppe. Oft ist ein neues Logo das Ergebnis eines Rebrandings, allerdings ist nicht jedes Redesign ein Rebranding.
Diese Unterscheidung prägt vor allem Budget und Zeitplan. Wollen Sie nur das Logo auffrischen, brauchen Sie kein umfassendes Positionierungsprojekt. Hat sich aber die Geschichte geändert, die Sie Kunden erzählen, klären Sie zuerst diese Geschichte. Sonst kleidet das neue Logo nur eine alte, unscharfe Botschaft schöner ein. Eine Zielgruppenanalyse ist hier ein guter Startpunkt.
| Umfang | Was ändert sich? | Wann passend? | Risiko |
|---|---|---|---|
| Feinschliff | Strichstärke, Abstände, Dateisatz | Solides Logo mit technischen Mängeln | Sehr gering |
| Evolution | Schrift, vereinfachtes Symbol, Farbton | Hohe Bekanntheit, veralteter Stil | Gering |
| Revolution | Symbol, Schrift und Farbe zusammen | Neues Geschäftsmodell, Markt oder Name | Hoch |
| Rebranding | Name, Versprechen, Tonalität, gesamte Identität | Fusion, nach einer Krise, neue Kategorie | Am höchsten |
Die Risikospalte zeigt eine Tendenz, keine Regel. Dennoch wachsen Budget und Umstellungszeit mit dem Umfang.
Evolution oder Revolution: Wie wählen Sie den Umfang beim Logo Redesign?
Bei der Wahl des Umfangs komme ich immer auf eine Frage zurück. Erkennen Kunden Sie, wenn sie das alte Logo sehen? Wenn ja, bauen Sie auf dieser Erinnerung auf, statt sie zu löschen. Deshalb empfehle ich bekannten Marken meist eine evolutionäre Überarbeitung.
Bei einer Evolution behalten Sie die Grundform des Symbols, die Hauptfarbfamilie und die Proportionen. Dagegen werden Linien klarer, die Schrift frischer und eine Version für kleine Größen kommt hinzu. Eine Revolution kappt die Verbindung zum alten Logo dagegen bewusst. Wählen Sie sie also nur, wenn das alte Image zur Last geworden ist.
Drei Fragen helfen dem Team bei der Entscheidung:
- Welches Element unseres Logos könnte ein Kunde auf der Straße beschreiben?
- Beschreibt dieses Element noch, was wir heute tun?
- Wenn wir es ändern, ist der Verlust größer als der Gewinn?
Nennt die erste Antwort ein klares Element, ist es meist der Kern, den Sie behalten. Somit lesen Menschen das Redesign als Update und nicht als Bruch.
Wie schützen Sie den Markenwert beim Logo Redesign?
Markenwert lebt in gedanklichen Abkürzungen: eine Farbe, eine Form, ein Buchstabe. Solange Sie diese Abkürzungen erhalten, bleibt auch der Wert erhalten. Daher beginne ich mit einer Bestandsaufnahme und nicht mit Skizzen.
- Unterscheidungsmerkmale auflisten: Farbe, Symbol, Buchstabenform, Claim und sogar Verpackungsform.
- Jedes Merkmal gewichten: Kundengespräche und Beobachtungen des Vertriebs helfen sehr.
- Mindestens eines mitnehmen: Das neue Design übersetzt das stärkste Merkmal in eine neue Sprache.
- Die Änderung erklären: Sagen Sie Kunden kurz und ehrlich, warum Sie sich verändern.
Auch große Marken liefern Lehren. Gap zog zum Beispiel sein neues Logo von 2010 nach heftiger Kritik innerhalb weniger Tage zurück. Der Fall zeigt das Risiko, ein vertrautes Zeichen ohne jede Brücke zu ersetzen. Unterschätzen Sie also nie die Reaktion eines treuen Publikums.
Wie haben digitale Kanäle den Bedarf an einem Logo Redesign verändert?
Früher lebte ein Logo vor allem auf Schildern, Visitenkarten und Briefpapier. Heute erscheint es am häufigsten auf wenigen Millimetern eines Smartphones. Folglich verschwimmen feine Linien, detaillierte Zeichnungen und lange Schriftzüge in kleinen Größen.
Google nimmt diesen kleinen Raum ernst. In den Favicon Richtlinien verlangt Google Search Central ein quadratisches Bild (1:1) und empfiehlt eine Datei größer als 48x48 Pixel. Eine quadratische, schlichte Version Ihres Logos ist somit heute Pflicht und kein Extra.
In der Praxis bereite ich in jedem Projekt mindestens drei Anordnungen vor: ein horizontales Vollogo, ein gestapeltes Logo und das Symbol allein. Dann brauchen Sie keine Einzellösung für Website, Social Media Profil und App Icon.
Zudem ist Video ein neuer Lebensraum für das Logo. Eine kurze Animation oder ein kleines Zeichen in der Ecke einer Anzeige prüft seine Einfachheit erneut. Anders gesagt: Ein gutes Logo erkennt man auch in seiner kleinsten und schnellsten Form.
Welche Analysen sollten Sie vor einem Logo Redesign machen?
Ein bis zwei Wochen Vorarbeit vor dem Briefing sparen später viele Korrekturschleifen. Ich gliedere diese Arbeit in vier Teile.
- Nutzungsaudit: Listen Sie jeden Ort auf, an dem das Logo erscheint, also Website, Social Media, Rechnungen, Fahrzeuge und Verpackung.
- Wettbewerbskarte: Legen Sie 8 bis 10 Logos von Wettbewerbern auf eine Seite und markieren Sie wiederkehrende Farben und Formen.
- Kundengespräche: Fragen Sie einige treue Kunden, wie sie die Marke beschreiben würden.
- Technisches Inventar: Prüfen Sie Vektordateien, Schriftlizenzen und Farbcodes.
Die Wettbewerbskarte lehrt am meisten. Sind etwa die meisten Logos Ihrer Branche blau, wirkt Blau sicher, versteckt Sie aber in der Masse. Für eine konsistente Dokumentation der Farbcodes können Sie das Werkzeug für HTML Farbcodes nutzen.
Was gehört in ein gutes Briefing für das Logo Redesign?
Das Briefing ist die Landkarte des Designprozesses. Ein schwaches Briefing zwingt die Gestalterin oder den Gestalter zum Raten. Das Ergebnis sind lange Korrekturschleifen, die zu Geschmacksdebatten werden. Halten Sie das Briefing deshalb kurz, aber präzise.
- Eine Begründung der Änderung in ein bis zwei Sätzen.
- Elemente, die bleiben, und Elemente, die bewusst wegfallen.
- Die Zielgruppe und drei Gefühle, die sie von der Marke erwartet.
- Medien: digital, Druck, Beschilderung, Verpackung, Video.
- Erfolgskriterien, etwa Lesbarkeit bei 16 Pixeln und eine funktionierende einfarbige Version.
Vermeiden Sie allerdings vage Wörter wie „modern“. Modern bedeutet für jeden etwas anderes. Fügen Sie stattdessen zwei oder drei Beispiele bei, die Sie mögen oder ablehnen, jeweils mit kurzer Begründung.
Wie testen Sie ein neues Logo vor dem Start?
Ein Logo auf einem großen Bildschirm zu lieben, ist leicht. Der echte Test findet allerdings unter realen Bedingungen statt. Deshalb schicke ich jeden Kandidaten vor der Freigabe durch dieselbe Testreihe.
- Lesbarkeit bei 16, 32 und 48 Pixeln.
- Schwarzweiße, einfarbige und dunkle Hintergrundversionen.
- Die Wirkung nach einem runden Zuschnitt im Profilbild.
- Fernwirkung: eine Probeplatzierung auf Schild oder Fahrzeug.
- Ein kurzer Erinnerungstest: fünf Sekunden zeigen und dann nachzeichnen lassen.
Diese Tests ersetzen keine formale Marktforschung. Trotzdem helfen sie, schwache Kandidaten früh auszusortieren. Außerdem können Sie Webgrafiken mit dem Werkzeug zum Bild verkleinern in der richtigen Größe exportieren.
Wie planen Sie die Umstellung nach dem Logo Redesign?
Der Umstellungsplan ist der am meisten vernachlässigte Teil eines Redesigns. Nach der Freigabe fühlt sich die Arbeit erledigt an. Tatsächlich beginnt die eigentliche Arbeit also erst an diesem Tag. Ein guter Plan legt fest, wie lange altes und neues Logo nebeneinander existieren.
Meist schlage ich drei Wellen vor. Zunächst aktualisieren Sie am selben Tag die digitalen Kanäle: Website, Social Media Profile, E-Mail Signaturen und Werbekonten. Danach folgen interne Dokumente wie Rechnungen, Angebotsvorlagen und Präsentationen. Schließlich planen Sie teure physische Elemente wie Schilder, Fahrzeugbeschriftung und Verpackung nach Lagerbestand.
So sehen Kunden online eine einheitliche Marke, und Sie müssen keine gedruckten Bestände wegwerfen. Dauert die physische Umstellung dagegen länger als ein Jahr, kommunizieren Sie das offen im Team.
Wie wirkt sich ein Logo Redesign auf Website und SEO aus?
Die Logodatei allein verändert keine Rankings. Unordentliche Änderungen während des Redesigns können aber technische Probleme verursachen. Zum Beispiel können umbenannte Dateien und neue Pfade Links auf alte Bilder brechen.
- Ersetzen Sie die Favicon Datei und aktualisieren Sie den Verweis im Head Ihrer Website.
- Lassen Sie die Logo URL in strukturierten Daten auf die neue Datei zeigen.
- Erstellen Sie Vorschaubilder für Social Media (Open Graph) mit der neuen Identität.
- Prüfen Sie, ob die alte Logo URL eine Weiterleitung braucht.
In der Dokumentation zu Organization Markup verlangt Google ein Logobild von mindestens 112x112 Pixeln. Zudem fällt ein Logowechsel oft mit einem Website Relaunch zusammen. Nehmen Sie dann auch die Schritte aus meinem Beitrag zum Schutz der SEO beim Relaunch in den Zeitplan auf.
Was bestimmt Kosten und Dauer eines Logo Redesigns?
Die Kosten hängen vor allem vom Umfang ab, weniger von der Zeichnung selbst. Ein Symbol zu korrigieren ist das eine; jeden Kontaktpunkt neu aufzubauen, ist etwas ganz anderes. Fragen Sie daher bei Angeboten nicht „Was kostet ein Logo?“, sondern welche Dateien und welcher Styleguide geliefert werden.
Zur Dauer nenne ich eine Startspanne aus meiner Praxiserfahrung, keine Garantie: Eine evolutionäre Überarbeitung mit Analyse, Design und Styleguide dauert meist 3 bis 6 Wochen, eine revolutionäre 6 bis 12 Wochen. Lange Freigabeketten verlängern das natürlich.
Denken Sie außerdem an versteckte Kosten. Neue Schilder, Druckplatten für Verpackungen, Fahrzeugbeschriftung und Druckbestände kosten oft mehr als das Designhonorar. Welche Dateien ich im Detail liefere, beschreibe ich auf meiner Seite zur Markenidentität.
Brauchen Sie für ein neues Logo eine Markenprüfung?
Ja, und zwar vor der finalen Freigabe. Ist ein ähnliches Zeichen bereits geschützt, stehen alle Investitionen in Druck und Beschilderung auf dem Spiel. Deshalb gehört eine Ähnlichkeitsrecherche in den Designprozess.
In Deutschland ist das DPMA mit seiner Markenrecherche die offizielle Anlaufstelle. Ich bin kein Anwalt; daher rate ich Kunden, die finale Prüfung einer Markenanwältin oder einem Markenanwalt zu überlassen. Dennoch spart eine frühe Sichtung der Kandidaten Zeit und Geld.
Konkret mache ich das in zwei Schritten. Zunächst folgt eine grobe Sichtung, sobald Designrichtungen existieren. Danach kommt eine gründliche Prüfung für den finalen Kandidaten. Dabei können Sie gleich Domains und Social Media Namen prüfen.
Prüfen Sie außerdem die Schriftlizenz. Die Schrift muss kommerzielle Nutzung und Veränderung im Logo erlauben. Sonst drohen später Lizenzprobleme.
Welche Fehler passieren beim Logo Redesign am häufigsten?
Über die Jahre habe ich dieselben Fehler in ganz unterschiedlichen Branchen gesehen. Die meisten entstehen durch fehlenden Prozess, nicht durch fehlendes Designtalent. Wer sie vorher kennt, rettet also die halbe Projektarbeit.
- Für einen Trend gestalten: Der beliebte Farbverlauf dieses Jahres lässt Ihr Logo in zwei, drei Jahren wieder alt aussehen.
- Alles erzählen wollen: Produkt, Stadt, Werte und Gründungsjahr in einem Symbol zerstören die Lesbarkeit.
- Nur am großen Bildschirm freigeben: Ohne Test in kleiner Größe wird das Logo im Profilbild zum Fleck.
- Keine Umstellung planen: Das neue Logo steht auf der Website, das alte auf Rechnungen, eine dritte Version beim Händler.
- Keine Quelldateien erhalten: Wer nur PNG Dateien hat, beginnt beim nächsten Druck von vorn.
Die meisten Fehler sind demnach Abkürzungen, die billig wirken. Allerdings kehren sie Monate später als teure Korrekturen zurück. Zusammengefasst schützt eine Investition in den Prozess auch das Design.
Wie unterscheidet sich ein Logo Redesign bei kleinen Unternehmen?
In kleinen Betrieben ist das Logo oft ein Zeichen, das die Inhaberin oder der Inhaber vor Jahren schnell gewählt hat. Die emotionale Bindung ist stark, die technische Qualität dagegen meist schwach. Dafür hat ein kleiner Betrieb einen großen Vorteil: Er kann die Umstellung in wenigen Tagen abschließen.
In diesem Rahmen empfehle ich meist eine evolutionäre Korrektur. Vereinfachen Sie das Symbol, wählen Sie eine lesbare Schrift und erstellen Sie eine einfarbige und eine quadratische Version. Das deckt die meisten Bedürfnisse ab. Außerdem können Sie einen großen Teil des Budgets dorthin lenken, wo Kunden Sie zuerst sehen, etwa auf Ihr Schild und Ihr Google Unternehmensprofil.
Bei lokalen Betrieben kommt noch etwas hinzu. Kunden kennen Sie oft über die Ladenfront. Somit kann das Schild sinnvoll in die erste Welle gehören.
Symbol oder Wortmarke: Welche Logoart passt zu Ihnen?
Logos lassen sich grob in drei Gruppen teilen. Zunächst gibt es die Wortmarke aus reiner Schrift. Dann gibt es die Bildmarke als reines Zeichen, und schließlich die Wort Bild Kombination aus beidem. Die richtige Wahl hängt von der Länge Ihres Namens und Ihrer Bekanntheit ab.
- Wortmarke: ideal für kurze, einprägsame Namen; lange Namen wirken klein allerdings gedrängt.
- Bildmarke: stark als App Icon und Profilbild, braucht aber Zeit und Budget für Bekanntheit.
- Kombination: flexibel, mit Vollogo auf großen Flächen und Symbol allein auf kleinen.
Für die meisten Unternehmen ist die Kombination daher die praktischste Lösung. Sie passt sich nach dem Redesign leicht an Bildschirme und Druckformate an. Wollen Sie das Symbol allein nutzen, stellen Sie jedoch zuerst sicher, dass Ihre Marke bekannt genug ist.
Sollten Sie das alte Logo löschen oder archivieren?
Ein altes Logo außer Dienst zu stellen, heißt nicht, es zu löschen. Ich rate Kunden, alte Dateien in einem datierten Archivordner aufzubewahren. Denn für rechtliche Fragen, Jubiläumskampagnen oder Präsentationen zur Markengeschichte brauchen Sie sie womöglich wieder.
Trennen Sie das Archiv jedoch klar von aktiven Ordnern. Sonst greift jemand in Eile zur alten Datei, und die Umstellung bricht leise. Prüfen Sie zudem, ob alte Logobilder noch auf Ihrem Server liegen. Alte Vorschaubilder erscheinen nämlich manchmal noch monatelang in Social Media Vorschauen.
Worauf achten Sie bei der Wahl von Designer oder Agentur?
Der richtige Partner zählt ebenso viel wie das Design selbst. Glänzende Mockups im Portfolio können täuschen. Schauen Sie stattdessen, wie Logos im echten Einsatz gezeigt werden, etwa auf Schildern, App Icons und Rechnungen.
- Führt das Angebot die Analyse als eigenen Posten auf?
- Wie viele Korrekturrunden und welche Dateiformate sind enthalten?
- Gibt es einen Styleguide oder nur eine Logodatei?
- Gibt es eine klare Haltung zu Schriftlizenzen und Markenrecherche?
Erwarten Sie außerdem Fragen im ersten Gespräch. Wer ohne eine einzige Frage „drei Varianten“ verspricht, gestaltet vermutlich den eigenen Geschmack und nicht Ihr Geschäft. Gute Gestalter hören also zuerst zu und zeichnen danach.
Wie kündigen Sie ein neues Logo bei Kunden an?
Die Ankündigung prägt, wie Menschen die Änderung lesen. Ein stiller Wechsel lässt manche Kunden fragen, ob eine andere Firma übernommen hat. Deshalb empfehle ich eine kurze, ehrliche Erklärung.
- Erklären Sie den Grund in einem Absatz.
- Betonen Sie, was gleich bleibt: Team, Leistung, Kontaktdaten.
- Zeigen Sie altes und neues Logo nebeneinander.
- Informieren Sie treue Kunden vorab per E-Mail.
Negative Kommentare können kommen; das ist normal. Frühe Reaktionen sind oft ein Reflex gegen eine veränderte Gewohnheit. Wächst die Kritik trotzdem, helfen die Schritte aus meinem Beitrag zum Krisenmanagement in Social Media.
Zudem können Sie die Ankündigung als Chance sehen. Ein neues Logo ist ein natürlicher Anlass, sich bei Kunden zu melden. Ein kurzer Newsletter erinnert zum Beispiel an überarbeitete Leistungen oder ein neues Angebot.
Wie messen Sie den Erfolg nach dem Logo Redesign?
Keine einzelne Kennzahl erfasst den Erfolg eines Logos. Wer allerdings gar nicht misst, überlässt die nächste Entscheidung wieder dem Bauchgefühl. Ich empfehle daher, vor und nach dem Wechsel dieselben Indikatoren zu verfolgen.
- Verlauf der Suchen nach dem Markennamen in der Search Console.
- Wiedererkennung und Markierungen in Social Media Profilen.
- Rückmeldungen aus Vertrieb und Kundenservice.
- Einhaltung des Styleguides bei Händlern, in Drucksachen und Anzeigen.
Erwarten Sie jedoch nicht, dass das Logo allein den Umsatz steigert. Ein Logo ist ein Vertrauenssignal. Der Conversion Erfolg Ihrer Website hängt vom Zusammenspiel aus Design, Inhalt und Angebot ab, wie ich im Beitrag zum conversionorientierten Webdesign erkläre.
Warum ist ein Styleguide so wichtig wie das neue Logo?
Ohne Styleguide zerfällt selbst das beste Logo innerhalb von sechs Monaten. Eine Person wählt die Farbe nach Augenmaß, eine andere verzerrt das Zeichen, und eine dritte fügt einen Schatten hinzu. Folglich sieht die Marke überall etwas anders aus.
Ein guter Styleguide muss allerdings nicht lang sein. Er deckt Logoversionen, Mindestgröße, Schutzzone, Farbcodes (RGB, CMYK, HEX), erlaubte Hintergründe und eine Liste von Verboten ab. Ebenso wichtig ist ein gemeinsamer Ordner mit klar benannten Dateien.
Arbeiten Sie mit Händlern, Franchisenehmern oder Agenturen, senden Sie ihnen den Styleguide ebenfalls. So bleibt die neue Identität überall konsistent. Dieselben Regeln setze ich auch im Webdesign um.
Prüfen Sie den Styleguide zudem einmal im Jahr. Kommt ein neues Netzwerk, Verpackungsformat oder Anzeigenformat hinzu, genügt ein kurzer Nachtrag. Somit bleibt das Dokument lebendig.
Wer sollte über ein Logo Redesign entscheiden?
Die Entscheidung einer einzelnen Person zu überlassen, verwandelt das Projekt am schnellsten in eine Geschmacksdebatte. Andererseits führt eine Abstimmung aller zu einem mittelmäßigen, mutlosen Ergebnis. Mein Vorschlag ist deshalb ein kleines Team: Inhaberin oder Geschäftsführer, Marketingleitung und eine Person mit täglichem Kundenkontakt.
Dieses Team gibt Briefing und Erfolgskriterien gemeinsam frei. Danach bewertet es Entwürfe anhand dieser Kriterien, nicht nach persönlichem Geschmack. Statt „Ich mag kein Blau“ hören Sie dann konkrete Punkte wie „Diese Version funktioniert bei 16 Pixeln nicht“.
Ein letzter Tipp: Begrenzen Sie die Zahl der Freigaberunden von Anfang an. Endlose Korrekturen verbessern ein Design selten, sondern verwässern es meist. Zwei Korrekturrunden plus ein Feinschliff reichen zum Beispiel für die meisten Projekte.
Wie gehen Sie den ersten Schritt zum Logo Redesign?
Der erste Schritt ist, die Checkliste der Warnsignale mit Ihrem Team auszufüllen. Danach listen Sie auf, wo das Logo erscheint, und sammeln vorhandene Dateien. Diese beiden Aufgaben zeigen bereits deutlich, ob Sie wirklich ein Redesign brauchen.
Treffen die meisten Signale zu, wählen Sie den Umfang (Feinschliff, Evolution oder Revolution) und gehen zum Briefing über. Stecken Sie fest, hilft ein Blick von außen. Möchten Sie Ihr aktuelles Logo gemeinsam mit mir prüfen, erreichen Sie mich über die Kontaktseite. Zuerst klären wir dann, ob ein Redesign überhaupt nötig ist.




