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Wohin führt ein Link? So prüfen Sie Links ohne Klick

Talha Aslan 19 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Um zu erkennen, wohin ein Link führt, lesen Sie seine echte Adresse (href): am Computer per Mauszeiger über dem Link, am Handy per langem Drücken und Kopieren. Bei Kurzlinks oder Weiterleitungen fügen Sie die Adresse in einen Redirect Checker ein. Er zeigt Ihnen dann das endgültige Ziel, ohne dass Ihr Browser die Seite öffnet.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Wir, Talha Aslan und Team, begegnen dieser Frage bei Website Umzügen, bei Werbekampagnen und bei verdächtigen Nachrichten per E-Mail sehr oft. Deshalb erklären wir das Vorgehen aus zwei Blickwinkeln: für normale Nutzer und für Websitebetreiber. Haben Sie bereits eine verdächtige Adresse, können Sie die Kette sofort mit unserem kostenlosen Redirect Checker prüfen. Danach hilft Ihnen dieser Leitfaden, das Ergebnis richtig zu lesen.

Am Ende finden Sie eine Checkliste, eine Vergleichstabelle der Methoden und einen Abschnitt für den Fall, dass Sie schon geklickt haben. Unser Ziel ist also nicht, Ihnen ein Werkzeug zu verkaufen. Stattdessen möchten wir Ihnen eine Gewohnheit zeigen, die pro Link nur wenige Sekunden dauert.

Warum führt ein Link nicht immer dorthin, wo er es verspricht?

Jeder Link besteht aus zwei getrennten Teilen. Der erste ist der Text, den Sie auf dem Bildschirm lesen. Der zweite ist die Adresse, die Ihr Browser beim Klick tatsächlich öffnet. Beide Teile sind also voneinander unabhängig. Ein Text wie „Sendung verfolgen“ kann also auf eine Adresse zeigen, die mit keinem Paketdienst etwas zu tun hat.

Zudem muss die Adresse selbst nicht das Ziel sein. Der Server kann auf die erste Anfrage mit einer Weiterleitung antworten, die sagt: „Gehen Sie zu dieser anderen Adresse.“ Kurzlink Dienste arbeiten genau so. Zudem laufen auch seriöse Kampagnen über Trackingadressen. Eine Weiterleitung allein ist daher kein Zeichen böser Absicht. Trotzdem ist es ein unnötiges Risiko, zu klicken, ohne das Ziel zu kennen.

Kurz gesagt sollten Sie drei Ebenen betrachten:

  • Den sichtbaren Text: den Satz in der E-Mail oder Nachricht.
  • Die echte Adresse: die URL hinter dem Link.
  • Das Endziel: die Seite, die nach allen Weiterleitungen erscheint.

Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie diese drei Ebenen nacheinander und sicher aufdecken.

Wie sehen Sie am Computer am schnellsten, wohin ein Link führt?

Am schnellsten geht es, wenn Sie den Mauszeiger über den Link halten und kurz warten. Die meisten Desktop Browser zeigen dann unten im Fenster die echte Adresse. Auch Google empfiehlt in der Gmail Hilfe, vor dem Klick mit der Maus über Links zu fahren. Passt die Adresse nicht zur Beschreibung des Links, kann sie zu einer Phishing Seite führen.

Allerdings schneidet die Statusanzeige lange Adressen oft ab. In diesem Fall gehen Sie so vor:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Link und wählen Sie die Option zum Kopieren der Linkadresse.
  2. Fügen Sie die Adresse dann in ein reines Textfeld ein, etwa in eine Notiz, nicht in die Adressleiste.
  3. Lesen Sie die Adresse vollständig und achten Sie besonders auf den Teil vor dem ersten einfachen Schrägstrich.
  4. Sehen Sie einen Kurzlink oder eine unbekannte Zwischenadresse, prüfen Sie im nächsten Schritt die Weiterleitungskette.

Der Grund für die Notiz ist einfach. Fügen Sie die Adresse in die Adressleiste ein und drücken versehentlich Enter, öffnen Sie die Seite. In einem Textfeld bleibt die Adresse dagegen nur Text. Somit prüfen Sie sie in Ruhe, ohne eine einzige Anfrage auszulösen.

Wie prüfen Sie am Handy, wohin ein Link führt, ohne ihn zu öffnen?

Am Handy gibt es keinen Mauszeiger, deshalb funktioniert das Darüberfahren nicht. Stattdessen drücken Sie lange auf den Link. Die meisten Apps öffnen dann ein Menü mit der Option, die Linkadresse zu kopieren. Manche Geräte zeigen außerdem über dem Menü die Adresse selbst.

Allerdings gibt es dabei ein wichtiges Detail. Manche Browser zeigen beim langen Drücken eine kleine Vorschau der Seite, und dafür lädt das Gerät die Seite unter Umständen im Hintergrund. Verlassen Sie sich bei verdächtigen Links deshalb nicht auf die Vorschau. Kopieren Sie stattdessen nur die Adresse.

Danach fügen Sie die kopierte Adresse in eine Notiz ein und lesen sie. Ist der Bildschirm zu klein, bewahren Sie die Adresse trotzdem als reinen Text auf, statt sie weiterzuleiten. Sehen Sie schließlich einen Kurzlink oder eine Folge zufälliger Buchstaben, prüfen Sie die Kette im Redirect Checker. Behalten Sie diese Gewohnheit auch in Messengern bei, vor allem bei Nachrichten über Pakete, Banken oder Gewinne.

Worauf achten Sie, um eine URL richtig zu lesen?

Der wichtigste Teil einer Adresse ist der Domainname. Er verrät, zu welcher Website die Seite tatsächlich gehört. Um ihn zu finden, überspringen Sie das https:// am Anfang und lesen bis zum ersten einfachen Schrägstrich. Die beiden letzten Teile ganz rechts in diesem Abschnitt zeigen in den meisten Fällen, wem die Website gehört.

Beispielszenario: Die Adresse lautet „ihrebank.example.com/anmelden“. Hier ist „ihrebank“ nur eine Subdomain. Die echte Domain ist also example.com. Die Seite liegt also in der Hand des Inhabers von example.com, auch wenn das Wort Bank darin vorkommt. Betrüger zielen genau auf diese Lesegewohnheit, denn das Auge liest von links nach rechts und stoppt beim ersten bekannten Wort.

Auch der Rest der Adresse liefert Hinweise:

  • Pfad: der Teil nach dem Schrägstrich. Wörter wie „anmelden“ oder „bestaetigen“ beweisen allein also nichts.
  • Parameter: der Teil nach dem Fragezeichen. Für Tracking sind sie normal, doch Vorsicht, wenn sie eine weitere vollständige Adresse enthalten.
  • Protokoll: Eine Adresse mit reinem http, also ohne Verschlüsselung, ist bei einer Anmeldeseite ein ernstes Warnsignal.

Wie Parameter funktionieren, erklären wir in unserem Leitfaden zu URL Parametern.

Wie sehen Sie das Ziel hinter einem Kurzlink?

Ein Kurzlink Dienst verwandelt eine lange Adresse in eine Adresse mit wenigen Zeichen. Beim Klick schickt der Dienst Sie an die eigentliche Adresse weiter. Im Marketing ist das zunächst praktisch. Allerdings verbirgt dieselbe Funktion das echte Ziel und ist daher auch für Betrüger attraktiv.

Es gibt zwei Wege, das Ziel eines Kurzlinks zu sehen. Der erste ist zunächst die Vorschaufunktion des Dienstes. Manche Dienste zeigen eine Seite mit dem Ziel, wenn Sie ein bestimmtes Zeichen an die Adresse anhängen. Diese Funktion unterscheidet sich jedoch von Dienst zu Dienst, und viele Dienste bieten sie gar nicht an. Zuverlässiger ist deshalb der zweite Weg: Sie fügen den Kurzlink in einen Redirect Checker ein. Der Checker liest dann die Weiterleitungsantwort des Dienstes und listet Ihnen das Ziel auf.

Außerdem kann ein Kurzlink mehrfach weiterleiten. Ein Kurzlink kann auf einen weiteren Kurzlink zeigen, der wiederum zu einer Trackingadresse führt. Die Funktionen bekannter Dienste vergleichen wir in unserem URL Shortener Vergleich. Hier bleibt der Fokus deshalb auf einer Frage: wo ein vorhandener Kurzlink tatsächlich ankommt.

Was ist eine Weiterleitungskette, und warum sollten Sie ihr bis zum Ende folgen?

Eine Weiterleitungskette ist die Reihe von Zwischenadressen, die ein Link durchläuft, bevor er die Zielseite erreicht. Zum Beispiel schickt Adresse A Sie zu B, und B schickt Sie zu C. Sie sehen nur A, die geöffnete Seite ist allerdings C. Nur das erste Glied der Kette zu betrachten, kann Sie deshalb in die Irre führen.

Server leiten mit einem Statuscode und dem Location Header in der HTTP Antwort weiter. Der HTTP Standard RFC 9110 beschreibt, dass der Server die neue Adresse in diesem Header senden soll und der Browser sie für die automatische Weiterleitung nutzen kann. Der Kette zu folgen heißt also, bei jedem Schritt diesen Header zu lesen und zur nächsten Adresse zu gehen.

Bis zum Ende zu gehen, bringt zwei Vorteile. Erstens sehen Sie das echte Ziel. Zweitens bemerken Sie, ob in der Mitte eine unbekannte, ständig wechselnde oder unverschlüsselte Adresse steckt. Auch für Websitebetreiber ist das Thema wichtig, denn unnötig lange Ketten bremsen Seiten aus und erschweren das Crawling. Die technische Seite beschreibt unser Beitrag zur Weiterleitungskette und ihrer Behebung ausführlich.

Wie zeigt Ihnen ein Redirect Checker Schritt für Schritt, wohin ein Link führt?

Ein Redirect Checker sendet in Ihrem Auftrag eine Anfrage an die Adresse und listet bei jedem Schritt die Antwort des Servers. In unserem Tool ist jeder Schritt eine neue Anfrage von unserem Server, das Tool folgt höchstens 10 Schritten, und Ihr Browsercache beeinflusst das Ergebnis nicht. Vor allem öffnet Ihr eigener Browser die verdächtige Seite während der Prüfung nie.

So gehen Sie konkret vor:

  1. Kopieren Sie die Adresse des verdächtigen Links wie oben beschrieben. Klicken Sie nicht darauf.
  2. Öffnen Sie den Redirect Checker und fügen Sie die Adresse in das Adressfeld ein.
  3. Wählen Sie dann den Modus für eine einzelne URL und starten Sie die Prüfung.
  4. Lesen Sie danach Statuscode und Adresse jeder Zeile der Reihe nach.
  5. Prüfen Sie die Domain in der letzten Zeile mit der oben gezeigten Lesemethode.
  6. Ist die Zieladresse nicht die offizielle Domain der erwarteten Organisation, öffnen Sie den Link nicht.

Beispielszenario: Sie geben eine kurze Adresse ein, und das Tool zeigt 301, dann 302, zuletzt 200. Nach zwei Weiterleitungen öffnet sich also eine Seite. Die eigentliche Entscheidung treffen Sie anhand der Domain in der letzten Zeile. Die Codes selbst bedeuten also weder sicher noch gefährlich.

Was verraten Ihnen die Statuscodes im Ergebnis?

Die dreistellige Zahl in jeder Zeile zeigt also die Art der Serverantwort. Codes mit einer 3 am Anfang sind zum Beispiel Weiterleitungen. Codes mit einer 2 bedeuten Erfolg, Codes mit 4 und 5 dagegen Fehler. Die folgende Tabelle fasst die häufigsten Codes zusammen, gestützt auf die Definitionen in RFC 9110 und die Google Dokumentation zu Weiterleitungen.

CodeBedeutungWas heißt das für die Linkprüfung?
200Erfolg.Die Kette endet hier, also prüfen Sie die Zieldomain.
301Dauerhaft verschoben.Üblich bei Umzügen, also prüfen Sie das Ziel.
302Vorübergehend an anderer Stelle.Häufig bei Kurzlinks und Kampagnen.
303Siehe andere Ressource.Üblich nach dem Absenden von Formularen.
307Vorübergehende Weiterleitung, die Anfragemethode bleibt gleich.Behandeln Sie sie wie 302 und prüfen Sie das Ziel.
308Dauerhafte Weiterleitung, die Anfragemethode bleibt gleich.Behandeln Sie sie wie 301 und prüfen Sie das Ziel.
404Seite nicht gefunden.Der Link ist defekt, oder das Ziel existiert nicht mehr.
5xxServerfehler.Das Ziel antwortet gerade nicht, also versuchen Sie es später.

Den Unterschied zwischen dauerhaften und vorübergehenden Weiterleitungen aus Sicht der Suchmaschinen erklärt unser Beitrag zur 302 Weiterleitung und dem Unterschied zu 301, 307 und 308. Für die Sicherheit eines Links zählt allerdings das Ziel weit mehr als der Code.

Welche Weiterleitungen kann ein Redirect Checker nicht sehen?

Jedes Werkzeug hat Grenzen, und sie zu kennen gehört zur richtigen Auswertung. Serverseitige Checker lesen Weiterleitungen in der HTTP Antwort. Manche Seiten leiten jedoch aus der Seite heraus weiter, mit einem Meta Refresh Tag oder mit JavaScript. Auch unser Tool zeigt solche Weiterleitungen innerhalb der Seite nicht, weil es die Seite nicht wie ein Browser ausführt.

Google rät in seiner Dokumentation zu Weiterleitungen ebenfalls, JavaScript Weiterleitungen möglichst zu vermeiden, denn das Rendern kann aus verschiedenen Gründen fehlschlagen. Selbst für Suchmaschinen ist diese Methode also nicht ganz verlässlich. Betrüger nutzen sie womöglich genau deshalb.

Behalten Sie bei der Auswertung diese Grenzen im Blick:

  • Die letzte Zeile zeigt 200, und trotzdem kann die Seite intern noch einmal weiterleiten.
  • Manche Websites blockieren automatische Anfragen oder antworten zu langsam, dann bleibt das Ergebnis lückenhaft.
  • Manche Weiterleitungen hängen von Gerät, Sprache oder Land ab, sodass Ihr Handy ein anderes Ziel erreichen kann.
  • Eine Adresse kann heute zu einer harmlosen Seite führen und morgen woanders hin.

Nutzen Sie das Ergebnis daher als erste Prüfung, nicht als endgültiges Urteil. Bleiben Zweifel, ist es immer am sichersten, den Link nicht zu öffnen.

Welche Warnsignale deuten auf einen Phishing Link hin?

Phishing ist ein Betrug, bei dem Sie glauben sollen, auf der Website einer bekannten Organisation zu sein, damit Sie Passwort, Kartendaten oder Ausweisdaten preisgeben. Die Gmail Anleitung von Google betont, dass Betrüger mit Gefühlen arbeiten, damit Sie handeln, ohne nachzudenken. Das erste Signal ist deshalb oft die Nachricht, nicht die Adresse.

Achten Sie in Nachricht und Adresse auf diese Zeichen:

  • Zeitdruck, etwa „Bestätigen Sie innerhalb von 24 Stunden, sonst schließen wir Ihr Konto“.
  • Eine unpassende Domain: die Marke steht in der Subdomain, die echte Domain heißt anders.
  • Buchstabentricks: ein bekannter Name mit einem geänderten, zusätzlichen oder ähnlich aussehenden Zeichen.
  • Ein @ Zeichen in der Adresse oder ein Teil, der mit xn-- beginnt.
  • Eine reine IP Adresse aus Zahlen statt eines Domainnamens.
  • Eine Anmeldeseite über reines http ohne Verschlüsselung.
  • Ein Absendername, der nicht zur E-Mail Adresse des Absenders passt.

Kein einzelnes Zeichen ist für sich ein Beweis. Treffen aber zwei davon zusammen, sollten Sie den Link nicht öffnen. Ein Beispiel für gefälschte Plattformwarnungen finden Sie in unserem Beitrag zur gefälschten Meta Nachricht über eine Urheberrechtsverletzung.

Was bedeuten ein @ Zeichen oder xn-- in einer Adresse?

Das @ Zeichen in einer Adresse stammt aus einer alten Funktion. Der URI Standard RFC 3986 definiert vor dem Host einen Teil für Benutzerinformationen, der mit @ endet. Ihr Browser verbindet sich mit dem, was nach dem @ steht. Der Abschnitt zu semantischen Angriffen im Standard beschreibt genau dieses Risiko. Angreifer können damit eine Adresse bauen, die einen vertrauenswürdigen Ort vortäuscht, aber in Wahrheit auf einen anderen Server zeigt.

Beispielszenario: Die Adresse lautet „https://ihrebank@example.com/“. Hier ist „ihrebank“ nur eine Benutzerinformation, und Sie verbinden sich mit example.com. Manche moderne Browser warnen bei diesem Muster. Trotzdem sollten Sie beim Lesen immer rechts vom @ Zeichen nachsehen.

Das Präfix xn-- ist dagegen die technische Schreibweise internationaler Domainnamen. Nach dem IDNA Standard erhalten Domains mit Zeichen außerhalb von ASCII, etwa Umlauten, einen Code, der mit xn-- beginnt. Das ist völlig legitim, denn viele echte Websites tragen Sonderzeichen im Namen. Erwarten Sie allerdings eine bekannte Markenadresse und sehen eine Domain mit xn--, denken Sie an eine Nachahmung mit ähnlich aussehenden Zeichen. Tippen Sie dann die offizielle Adresse selbst ein.

Beweist das HTTPS Schloss, dass ein Link sicher ist?

Nein. Das Schloss sagt nur, dass die Verbindung zwischen Ihrem Browser und dem Server verschlüsselt ist. Es sagt nicht, wem der Server gehört oder ob seine Absicht gut ist. Weil Zertifikate heute leicht zu bekommen sind, öffnen auch viele Phishing Seiten mit Schloss.

Betrachten Sie HTTPS daher als Mindestanforderung, nicht als Garantie. Eine Anmeldeseite ohne Verschlüsselung sollten Sie unbedingt meiden, doch Verschlüsselung allein macht eine Seite nicht vertrauenswürdig. Für wen und für welche Domain ein Zertifikat gilt, zeigt Ihnen unser SSL Check. Was ein Zertifikat technisch leistet, erklären wir im Leitfaden zum SSL Zertifikat.

Ein weiterer Hinweis ist das Alter der Domain. Eine vor wenigen Tagen registrierte Domain kann nicht die offizielle Website einer seit Langem etablierten Organisation sein. Das Registrierungsdatum sehen Sie mit unserer WHOIS Abfrage. Allerdings verbergen manche Endungen die Registrierungsdaten, ein fehlendes Datum ist also für sich kein Alarmzeichen.

Wie prüfen Sie die Adresse hinter einem QR Code?

Ein QR Code versteckt eine Adresse in einem quadratischen Muster, sodass Sie das Ziel nicht mit bloßem Auge lesen können. Die Frage, wohin ein Link führt, ist bei QR Codes deshalb noch wichtiger. Gefälschte Codes, die über echte geklebt sind, etwa auf Parkplätzen, auf Restauranttischen oder auf Flyern im Briefkasten, sind typische Beispiele für dieses Risiko.

Ein sicheres Vorgehen sieht so aus:

  1. Scannen Sie den Code mit der Handykamera, tippen Sie die Meldung aber nicht sofort an.
  2. Lesen Sie die Adresse, die die Kamera anzeigt. Die meisten Handys nennen die Domain vor dem Öffnen.
  3. Ist die Adresse kurz oder die Domain unbekannt, kopieren Sie sie und prüfen Sie sie im Redirect Checker.
  4. Führt sie zu einer Zahlungsseite oder Anmeldeseite, erledigen Sie den Vorgang lieber in der offiziellen App der Organisation.

Prüfen Sie vor Ort außerdem den Aufkleber selbst und achten Sie auf eine zweite Schicht über dem Code. Den Namen dieser Betrugsmasche und typische Szenarien beschreibt unser Beitrag zu Quishing und QR Code Betrug.

Welche Schritte helfen, einen verdächtigen Link sicher zu prüfen?

Alles bisher Gesagte lässt sich in eine Routine von wenigen Minuten verwandeln. Folgen Sie bei jedem verdächtigen Link derselben Reihenfolge, fällt die Entscheidung leichter und Panikklicks werden seltener.

  1. Bewerten Sie zunächst die Nachricht. Haben Sie sie erwartet, und drängt sie zur Eile?
  2. Kopieren Sie die echte Adresse, ohne zu klicken.
  3. Lesen Sie die Adresse in einem Textfeld und suchen Sie die Domain.
  4. Gibt es einen Kurzlink oder eine Zwischenadresse, ermitteln Sie das Endziel mit einem Redirect Checker.
  5. Bestätigen Sie, dass die Zieldomain offiziell ist, indem Sie die Website der Organisation selbst eintippen.
  6. Fragen Sie die Domain auf der Statusseite von Google Safe Browsing ab.
  7. Sind Sie danach noch unsicher, öffnen Sie den Link nicht und kontaktieren die Organisation über einen offiziellen Kanal.

Google Safe Browsing bietet eine Statusseite, die zeigt, ob eine Website derzeit Inhalte enthält, die Google als gefährlich einstuft. Ein sauberes Ergebnis beweist allerdings nicht, dass eine Website sicher ist, denn eine ganz neue Phishing Seite steht womöglich noch nicht auf der Liste. Nutzen Sie diesen Schritt deshalb nur zusammen mit den anderen.

Was tun Sie, wenn Sie schon geklickt haben?

Bleiben Sie zuerst ruhig. Ein Klick allein bedeutet meist nicht, dass alles verloren ist. Das eigentliche Risiko entsteht, wenn Sie Daten in die Seite eingeben oder eine heruntergeladene Datei ausführen. Ihre nächsten Schritte hängen daher davon ab, was Sie getan haben.

  1. Schließen Sie die Seite sofort und geben Sie nichts ein.
  2. Hat sich eine Datei heruntergeladen, öffnen Sie sie nicht, sondern löschen Sie sie.
  3. Haben Sie ein Passwort eingegeben, ändern Sie es sofort, indem Sie die offizielle Website selbst aufrufen.
  4. Nutzen Sie dasselbe Passwort auch anderswo, ändern Sie es dort ebenfalls.
  5. Aktivieren Sie die Bestätigung in zwei Schritten, falls das Konto sie noch nicht nutzt.
  6. Haben Sie Kartendaten eingegeben, rufen Sie Ihre Bank unter der offiziellen Nummer an.
  7. Melden Sie die Nachricht über die Phishing Meldefunktion Ihres E-Mail Anbieters.

Hier möchten wir ehrlich sein. Diese Schritte senken das Risiko, doch keine Methode garantiert, dass sich alles vollständig rückgängig machen lässt. Geben Sie außerdem Fremden, die Ihnen versprechen, „Ihr Konto zurückzuholen“, weder Geld noch Passwörter. Solche Angebote sind oft eine zweite Stufe desselben Betrugs.

Warum sollten Sie bei einer E-Mail zuerst den Absender prüfen?

Zu wissen, wohin ein Link führt, beginnt oft damit, zu wissen, wer ihn geschickt hat. Die Gmail Anleitung von Google empfiehlt zu prüfen, ob Absendername und E-Mail Adresse zusammenpassen und ob die Nachricht authentifiziert ist. Denn der angezeigte Name kann, genau wie ein Linktext, alles sein, was der Absender möchte.

Zum Beispiel kann der angezeigte Name der einer Bank sein, während die Absenderadresse eine Domain ohne jeden Bezug zu dieser Bank nutzt. Dann sollten Sie dem Link in der Nachricht nicht vertrauen. Zudem fragen seriöse Organisationen Ihr Passwort nicht per E-Mail ab. Google sagt außerdem klar, dass es Sie per E-Mail nicht nach dem Passwort des Kontos fragt, bei dem Sie angemeldet sind.

Kurz gesagt sollten Absenderadresse und Linkadresse dieselbe Geschichte erzählen. Zeigen beide die offizielle Domain, gehen Sie zum nächsten Schritt. Weicht eine davon ab, melden Sie die Nachricht, ohne den Link zu öffnen.

Wie wird die Linkprüfung im Team zur gemeinsamen Gewohnheit?

In einem Unternehmen kann ein einziger unachtsamer Klick bis zu gemeinsamen Konten und Kundendaten reichen. Daher ist es sinnvoll, die Linkprüfung als Teamregel festzulegen, statt sie dem Geschick Einzelner zu überlassen. Auch in unserer eigenen Arbeit gilt es als normal, vor dem Öffnen eines verdächtigen Links kurz im Team nachzufragen.

Für Ihr Team genügt eine einfache Routine:

  • Leiten Sie verdächtige Nachrichten an einen gemeinsamen Kanal weiter, damit niemand allein entscheidet.
  • Öffnen Sie Links zu Rechnungen, Zahlungen und Passwortänderungen immer über die offizielle Website.
  • Zeigen Sie neuen Kollegen in der ersten Woche die Methode zum Lesen von Adressen aus diesem Leitfaden.
  • Ermutigen Sie alle, versehentliche Klicks schnell zu melden, statt Schuldige zu suchen.

Der letzte Punkt ist besonders wichtig. Wer sich schämt, verschweigt den Vorfall, und ein verschwiegener Vorfall wächst.

Wie machen Websitebetreiber ihre eigenen Links vertrauenswürdig?

Je besser Nutzer Links prüfen, desto eher müssen auch Ihre Links diese Prüfung bestehen. Eine Kampagne voller unnötiger Zwischenadressen und unbekannter Kurzlinks weckt Misstrauen, selbst wenn sie seriös ist. Deshalb empfehlen wir Websitebetreibern diese Gewohnheiten:

  • Teilen Sie Links möglichst über Ihre eigene Domain und halten Sie Kampagnenadressen auf Ihrer Website.
  • Kürzen Sie Weiterleitungsketten und leiten Sie A direkt zu C.
  • Nutzen Sie 301 oder 308 für dauerhafte Umzüge und 302 oder 307 für vorübergehende.
  • Halten Sie Trackingparameter lesbar und häufen Sie keine überflüssigen an.
  • Prüfen Sie regelmäßig, ob die Varianten mit http und mit www an einer einzigen Adresse enden.

Laut der Google Dokumentation zu HTTP Statuscodes folgen die Crawler von Google standardmäßig höchstens 10 Weiterleitungsschritten. Sie verarbeiten zudem den Inhalt des Endziels, nicht den der weiterleitenden URL. Lange Ketten belasten also sowohl das Vertrauen der Nutzer als auch das Crawling. Mit dem Modus für vier Varianten in unserem Checker testen Sie http, https, mit www und ohne www in einem Durchgang.

Welche Methode passt zu welcher Situation?

Jede Methode hat Stärken und Schwächen. Die folgende Tabelle zeigt, wann Sie welche nutzen.

MethodeWas sie zeigtGrenze
Mauszeiger über dem Link.Die echte Adresse des Links.Sie zeigt weder Weiterleitungen noch das Endziel.
Adresse kopieren und lesen.Domain und Parameter.Sie verrät nicht das Ziel eines Kurzlinks.
Redirect Checker.Alle Serverweiterleitungen und die Zieladresse.Er sieht keine JavaScript Weiterleitungen innerhalb der Seite.
Statusseite von Safe Browsing.Bekannte Gefahreneinträge zur Domain.Sie kann ganz neue gefälschte Seiten übersehen.
WHOIS Abfrage und SSL Check.Alter der Domain und Zertifikatsdaten.Sie liefern kein endgültiges Urteil über die Absicht.

In der Praxis wirken diese Methoden am besten nacheinander. Die ersten beiden dauern Sekunden. Der Rest kommt nur zum Einsatz, wenn Zweifel bleiben.

Beispielszenario: Wie prüfen Sie den Link in einer Paket SMS?

Stellen Sie sich eine SMS vor: „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden, aktualisieren Sie Ihre Adresse.“ Am Ende steht ein Kurzlink. Gehen wir die Schritte in diesem Beispielszenario gemeinsam durch.

Zunächst bewerten Sie die Nachricht. Erwarten Sie eine Bestellung, und welches Unternehmen nennt die Nachricht? Dann drücken Sie lange auf den Link und kopieren die Adresse. Da es ein Kurzlink ist, sagt die Domain allein nichts aus. Also fügen Sie die Adresse in den Redirect Checker ein.

Angenommen, das Tool zeigt, dass der Kurzlink zuerst zu einer Zwischenadresse und dann zu etwas wie „paketverfolgung.example.com“ führt. Nach der Domainregel ist die echte Domain example.com, und das ist nicht die offizielle Adresse eines bekannten Paketdienstes. Somit entscheiden Sie, ohne den Link zu öffnen: Sie löschen die Nachricht, melden sie bei Bedarf Ihrem Mobilfunkanbieter und prüfen Ihr Paket in der offiziellen App des Paketdienstes.

Die wichtigste Lehre aus diesem Szenario ist einfach. Der ganze Ablauf dauert weniger als eine Minute, und an keiner Stelle müssen Sie die verdächtige Seite in Ihrem eigenen Browser öffnen.

Kurz gesagt: die Gewohnheit, jeden Link zu prüfen

Zu erkennen, wohin ein Link führt, ist keine technische Spezialdisziplin. Es ist eine Gewohnheit von wenigen Sekunden. Sie schauen auf die echte Adresse statt auf den sichtbaren Text. Sie lesen die Domain von rechts. Gibt es einen Kurzlink oder eine Weiterleitung, ermitteln Sie das Endziel mit einem Checker. Und wenn Sie nicht sicher sind, öffnen Sie den Link nicht.

Uns, Talha Aslan und Team, ist wichtig, dass Nutzer und Websitebetreiber diese Gewohnheit gemeinsam aufbauen. Eine Kultur sicherer Links hilft auch seriösen Websites, leichter Vertrauen zu gewinnen. Wann immer Sie die Weiterleitungen Ihrer eigenen Website oder einen zweifelhaften Link prüfen möchten, kehren Sie zu den Schritten oben zurück.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Ist schon ein Klick auf einen Link gefährlich?
Meist liegt das Hauptrisiko nicht im Klick selbst, sondern darin, Passwort oder Kartendaten einzugeben oder eine heruntergeladene Datei auszuführen. Trotzdem übermittelt ein Klick Ihre Adresse und einige Gerätedaten an den fremden Server. Deshalb empfehlen wir, einen verdächtigen Link zuerst zu kopieren und im Redirect Checker zu prüfen, bevor Sie ihn öffnen.
Gefährdet ein Redirect Checker mein Gerät?
Nein, denn die Anfrage geht vom Server des Tools aus, nicht von Ihrem Browser. Sie sehen nur die Statuscodes und Adressen, die der Server zurückgibt, und die Seite läuft nie auf Ihrem Gerät. Öffnen Sie die Zieladresse nach der Prüfung allerdings selbst im Browser, ist das ein normaler Besuch. Bleiben Zweifel, öffnen Sie sie nicht.
Kann der Kurzlink Dienst das Ziel selbst anzeigen?
Manche Kurzlink Dienste bieten eine Vorschauseite mit dem Ziel an, doch nicht jeder Dienst hat sie, und das Vorgehen unterscheidet sich je nach Anbieter. Allgemeiner ist es, den Kurzlink in einen Redirect Checker einzufügen. So sehen Sie die Weiterleitungsantwort und das Endziel der Kette, ganz gleich, welcher Dienst den Link erstellt hat.
Ist ein Link sicher, wenn der Checker 200 zeigt?
Nein. Der Code 200 sagt nur, dass der letzte Schritt erfolgreich geantwortet hat. Die Seite kann trotzdem per JavaScript erneut weiterleiten, oder sie ist selbst ein gefälschtes Anmeldeformular. Schauen Sie deshalb auf die Domain der Zieladresse statt auf die Codes und prüfen Sie zusätzlich, ob es die offizielle Domain der Organisation ist.
Ist die Vorschau beim langen Drücken auf einen Link sicher?
Betrachten Sie sie nicht als völlig sicher. Manche Browser zeigen beim langen Drücken eine kleine Vorschau und laden die Seite dafür eventuell im Hintergrund. Nutzen Sie bei verdächtigen Links stattdessen die Menüoption zum Kopieren der Linkadresse. Fügen Sie die Adresse dann in eine Notiz ein, lesen Sie sie und prüfen Sie sie bei Bedarf im Redirect Checker.
Wo kann ich einen verdächtigen Link melden?
Kam er per E-Mail, nutzen Sie die Phishing Meldefunktion Ihres Anbieters; Gmail bietet sie im Menü neben der Nachricht. Ahmt der Link eine Organisation nach, informieren Sie zusätzlich deren offiziellen Support. Google stellt außerdem ein Formular bereit, um Phishing Seiten an Safe Browsing zu melden. Eine Meldung schützt auch andere Menschen, die dieselbe Nachricht erhalten haben.
  • Link prüfen
  • Redirect Checker
  • Weiterleitungskette
  • Kurzlinks
  • Phishing
  • URL Sicherheit
  • QR Code Sicherheit
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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