Künstliche Intelligenz

OpenAI Dots erklärt: Was sind ChatGPT Dots? Funktionen, Preis, Verfügbarkeit in Deutschland und Einrichtung

Talha Aslan 19 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Was sind OpenAI Dots?

OpenAI Dots sind KI Agenten in ChatGPT, die rund um die Uhr aktiv bleiben und dauerhaft Aufgaben für Sie übernehmen. Jeder Dot läuft mit GPT‐6 Astra, besitzt einen eigenen Cloud Computer samt Browser, arbeitet mit Ihren verbundenen Apps und verfolgt Ihr Ziel weiter, auch wenn Sie den Chat schließen.

OpenAI hat Dots am 29. September auf der DevDay vorgestellt. Das Unternehmen beschreibt sie als bemerkenswert fähige Agenten, die immer aktiv sind und alles übernehmen sollen. OpenAI schreibt den Namen im Englischen klein. Im Deutschen schreibe ich „Dots“ dagegen groß und für einen einzelnen Agenten „Dot“. Zudem suchen viele nach „ChatGPT Dots“; gemeint ist dasselbe Produkt.

Ich arbeite seit 2012 im digitalen Marketing und in der Softwareentwicklung. Bei einem neuen KI Produkt trenne ich zuerst den Hype von dem, was offizielle Dokumente wirklich sagen. Deshalb stammen alle Fakten hier aus der Ankündigung von OpenAI, aus dem Help Center und aus den Release Notes von ChatGPT. Alles, was nur aus der Presse kommt, kennzeichne ich ausdrücklich als Pressebericht.

Wie unterscheiden sich OpenAI Dots von einem normalen ChatGPT Chat?

Im klassischen Chat stellen Sie eine Frage, das Modell antwortet, und damit endet die Arbeit. Ein Dot übernimmt dagegen ein Ziel, also eine dauerhafte Aufgabe. Laut Help Center kann ein Dot „dauerhaft Verantwortung übernehmen und zwischen Gesprächen weiter Fortschritte machen“. Das heißt: Er plant den nächsten Schritt selbst, während Sie etwas anderes tun.

Den Unterschied fasse ich in drei Punkten zusammen:

  • Kontinuität: Ein Chat ist ein einzelner Austausch. Ein Dot begleitet eine Aufgabe über Stunden oder Tage und meldet sich, sobald er eine Entscheidung braucht.
  • Arbeitsumgebung: Ein Dot hat einen eigenen Cloud Computer, einen eigenen Browser und Zugriff auf die Apps, die Sie verbinden.
  • Lernen: Je länger Sie zusammenarbeiten, desto besser kennt er Ihre Vorlieben, Ihre Denkweise und Ihren Qualitätsanspruch.

Außerdem recherchiert ein Dot im Hintergrund auf eigene Initiative. OpenAI nennt das „proactive research“. OpenAI beschreibt zum Beispiel, wie ein Dot eine Änderung Ihrer Reisepläne bemerkt und Hilfe vorschlägt. Ein Dot wirkt also weniger wie ein Chatfenster und mehr wie ein digitaler Kollege, der für Sie arbeitet.

Was ist GPT‐6 Astra und warum ist das Modell für Dots wichtig?

GPT‐6 Astra ist das Modell hinter den Dots. Laut Release Notes hat OpenAI Astra am 3. September zunächst für eine begrenzte Zahl von Organisationen eingeführt. OpenAI nennt Fortschritte beim Programmieren, bei Recherche, bei Computernutzung und bei komplexer Arbeit in vielen Schritten. Zudem erstellt Astra Dokumente, Tabellen und Präsentationen nach Ihren Vorlagen und passt sich an, wenn Sie die Richtung ändern.

Im Sicherheitsbeitrag bezeichnet OpenAI Astra als sein fähigstes und am besten ausgerichtetes Modell. Die zentrale Stärke: Es versteht Ihr Ziel, bleibt im Rahmen der Anfrage und stellt gezielte Rückfragen, wenn die Antwort den Plan ändern könnte. Vor allem für einen Agenten, der lange selbstständig arbeitet, ist das entscheidend. Denn eine falsch verstandene Anweisung kann dazu führen, dass er die falsche Datei ändert.

Zusätzlich enthält Astra eine eigene Sicherheitsüberwachung. Erkennt das System, dass der Agent Ihre Anweisung womöglich falsch verstanden hat, pausiert oder stoppt es die Arbeit vorsorglich. Dann entscheiden Sie, wie es weitergeht. Kurz gesagt: Der Nutzen von Dots hängt ebenso von dieser Bremse ab wie von der reinen Intelligenz.

Wozu hat jeder Dot einen eigenen Cloud Computer?

Jeder Dot arbeitet auf einem separaten Cloud Computer, den OpenAI betreibt. Laut Sicherheitsbeitrag laufen dort Linux und der Browser Chrome. Der Dot surft dann im Web, analysiert Informationen, legt Dateien an und nutzt Tools. Ihr eigener Rechner bleibt davon getrennt, solange Sie ihn nicht verbinden.

Diese Architektur hat vor allem zwei Vorteile. Erstens arbeitet der Dot weiter, während Ihr Laptop zugeklappt ist. Zweitens bleibt ein Fehler oder schädlicher Code in einer Sandbox eingeschlossen. Außerdem trennt OpenAI die Cloud Umgebungen der einzelnen Nutzer voneinander.

Sie können den Computer Ihres Dots jederzeit öffnen und seine Arbeit prüfen. In der Desktop App öffnen Sie ihn über das Profil des Dots und greifen direkt ein. Auf dem Smartphone übernehmen Sie dagegen beim Öffnen die Steuerung, denn dort gibt es keine Desktop Ansicht.

Auf Wunsch verbinden Sie auch Ihren eigenen Rechner. Dieser Zugriff ist allerdings standardmäßig aus. Zum Verbinden nutzen Sie die ChatGPT Desktop App auf diesem Rechner und bestätigen Allow access. Zum Trennen bestätigen Sie danach Revoke access. Mit lokalem Zugriff kann der Dot Aufgaben in Work oder Codex anlegen, lokale Skills nutzen und Ihren Browser verwenden, falls der Cloud Browser blockiert ist.

Was bedeuten über 4.000 App Verbindungen in der Praxis?

Laut OpenAI verbinden sich Dots über das Plugin Ökosystem mit mehr als 4.000 Apps. Zudem nutzen sie Plugins, die in Ihrem Konto bereits verbunden sind. Praktisch heißt das: Ein Dot liest Ihr Postfach, Ihren Kalender, Ihre Dateien oder Ihre Teamtools und erledigt damit Arbeit.

Allerdings gibt es ein wichtiges Detail. Konkret liefern verbundene Apps dem Dot Informationen nicht nur während einer Aufgabe, sondern auch im Hintergrund. Das Help Center schreibt ausdrücklich, dass der Dot verbundene Daten proaktiv sichtet und daraus Erinnerungen bildet, selbst ohne konkrete Frage von Ihnen.

Sie können eine App jederzeit trennen. Trotzdem löscht das Trennen nicht, was der Dot bereits aus dieser App weiß. Diese Informationen verschwinden also erst, wenn Sie den Dot zurücksetzen. Deshalb empfehle ich, jede Verbindung beim Einrichten bewusst zu prüfen. In Kundenprojekten starte ich immer mit dem engsten Zugriff und ergänze Apps erst, wenn eine Aufgabe sie wirklich braucht.

Wenn Sie Codex nutzen, startet Ihr Dot außerdem Aufgaben in Codex Cloud Umgebungen. Die Umgebung legen Sie allerdings vorher in Codex an.

Wo erreichen Sie Ihren Dot: ChatGPT, Slack, Teams oder Anruf?

Sie schreiben Ihrem Dot oder rufen ihn an, und zwar in ChatGPT auf Desktop, im Web und mobil. Zudem erreichen Sie ihn in Slack und Microsoft Teams. Außerdem nimmt der Dot den Kontext in jeden Kanal mit. Ein Projekt, das Sie in ChatGPT beginnen, führt er also mit demselben Wissen fort, wenn Sie es danach mit dem Team in Slack besprechen.

Für die Kanäle gelten einige Regeln:

  • Kanäle wie Slack richten Sie am Desktop ein.
  • Sie können Ihr persönliches Postfach verbinden, dem Dot zum Start aber keine eigene E-Mail Adresse geben.
  • SMS ist eine begrenzte Beta nur für Pro Nutzer in den USA und läuft über einen externen Anbieter.
  • Der Dot kann Sie zum Start nicht selbst anrufen; den Anruf starten also Sie.

Für Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz bleiben damit vorerst die ChatGPT Apps, Slack und Teams als Kanäle.

In welchen Plänen gibt es OpenAI Dots und was kosten sie?

Der erste Dot ist in den Plänen Pro und Business Premium ohne Aufpreis enthalten. Nutzer von Enterprise, Edu und Healthcare testen die Beta, sobald der Admin sie freischaltet. Kurz gesagt: Sie kaufen kein eigenes Abo für Dots, sondern erhalten den ersten Dot mit einem passenden Plan.

PlanZugang zu DotsOffizielle Preisangabe
Pro (Pro 100, Pro 200, Pro 500)Erster Dot inklusive; zum Start nicht im EWR, in der Schweiz und im Vereinigten KönigreichPro 200 für 200 US-Dollar im Monat, Pro 500 für 500 US-Dollar im Monat
Business Premium SeatErster Dot inklusive; in allen unterstützten ChatGPT Regionen100 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, 125 US-Dollar bei monatlicher
Enterprise, Edu, HealthcareBeta; aus, bis der Admin sie aktiviertAbhängig vom Vertrag
Plus, Business Standard, FreeZum Start nicht verfügbarKein offizieller Zeitplan

Auch die Nutzung ist klar geregelt. Konkret zählen Gespräche mit Ihrem Dot nicht zu Ihren ChatGPT Limits. Bittet Ihr Dot dagegen Codex oder ChatGPT Work um Aufgaben, zählen diese wie gewohnt. Laut Release Notes zählt die Nutzung von Dots im ersten Monat nicht zu den Kontingenten berechtigter Pläne von Pro, Business und Enterprise. Danach will OpenAI die Bedingungen je Plan veröffentlichen.

Einige Schlagzeilen sprachen von Dots als Produkt für 500 US-Dollar im Monat. Allerdings deckt sich das nicht mit dem offiziellen Text: 500 US-Dollar kostet der Plan Pro 500, der erste Dot steckt dagegen in jedem Pro Plan.

Sind OpenAI Dots in Deutschland verfügbar?

Das Help Center ist eindeutig: Pro Nutzer erhalten Dots „in Märkten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, der Schweiz und des Vereinigten Königreichs“. Deutschland und Österreich liegen jedoch im EWR, denn beide gehören zur EU. Ein Pro Abonnent in Berlin, Wien oder Zürich kann Dots zum Start also nicht nutzen.

Für Unternehmen sieht es anders aus. Business Premium enthält Dots nämlich „in allen unterstützten ChatGPT Regionen“. Eine Firma in Deutschland erhält Dots also über Business Premium Seats. Bei Enterprise entscheidet der Admin des Workspace. Zudem gilt eine Altersgrenze: Laut Release Notes sind Dots für berechtigte Nutzer ab 18 Jahren gedacht.

Warum OpenAI Pro in Europa ausnimmt, erklären die offiziellen Texte nicht. Deshalb vermeide ich Aussagen wie „wegen der DSGVO“. Sicher ist nur, dass die Einschränkung zum Start gilt. OpenAI kündigt an, Dots bald für mehr Nutzer zu öffnen, nennt aber kein Datum. Außerdem läuft der Rollout schrittweise, und der Zugang kann einige Tage brauchen.

Wie richten Sie Ihren ersten Dot ein?

Einen Dot legen Sie nur am Desktop an. In der mobilen App geht das dagegen nicht, und das mobile Web unterstützt Dots nicht. Laut Help Center gehen Sie so vor:

  1. Öffnen Sie die ChatGPT Desktop App (macOS oder Windows) oder ChatGPT im Browser am Desktop.
  2. Folgen Sie den Schritten des Onboardings und erstellen Sie Ihren Dot.
  3. Geben Sie Ihrem Dot einen Namen. Das Handle lautet zunächst @ihrname‐dot; mit Namen ändert es sich entsprechend.
  4. Wählen Sie dann eine der verfügbaren Figuren oder ein Haustier. Der Dot kann außerdem selbst ein Haustier für Sie erzeugen.
  5. Verbinden Sie danach Ihre Apps und prüfen Sie vorher die Berechtigungen jeder App.
  6. Richten Sie Kanäle wie Slack ebenfalls am Desktop ein.
  7. Lassen Sie den Dot sich vorstellen. Danach schreiben Sie ihm auch in der mobilen App.

Name oder Avatar ändern Sie später über das Profil: Klicken Sie auf Namen oder Avatar und dann auf das Stiftsymbol. Die Menüpunkte nenne ich übrigens mit ihren englischen Bezeichnungen aus dem Help Center. Denn die deutsche Oberfläche kann je nach Konto anders heißen.

Wie geben Sie Ihrem Dot Aufgaben und planen wiederkehrende Arbeit?

Eine Aufgabe geben Sie wie eine Nachricht an einen Kollegen. Sie beschreiben also das Ziel und teilen die nötigen Details. Zum Beispiel bitten Sie den Dot, Ihren Kalender zu prüfen, ein Thema zu recherchieren oder Sie später an etwas zu erinnern. Dateien oder Fotos hängen Sie zudem über + im Gespräch an.

Im Profil des Dots sehen Sie die Arbeit in drei Ansichten: In progress, Scheduled und Completed. Für eine wiederkehrende Prüfung reicht eine Anweisung wie „prüfe jeden Morgen meinen Kalender und sag mir, was ansteht“. Geplante Läufe und proaktive Updates landen dann im Gespräch.

Geplante Aufgaben verwalten Sie unter Scheduled im Profil. Dort sehen Sie zunächst aktive, pausierte und erledigte Aufgaben. Anschließend öffnen Sie eine Aufgabe und ändern Rhythmus, Uhrzeit oder Benachrichtigung.

Die Activity View in der Desktop App zeigt zudem laufende und delegierte Aufgaben, auch die im Hintergrund. Dort ergänzen Sie Kontext, korrigieren ein Missverständnis, ändern die Richtung oder stoppen den Dot. So bleibt der Agent keine Blackbox.

Wie funktionieren Apps, Gedächtnis und Zurücksetzen?

Mobil sehen Sie verbundene Apps im Profil des Dots unter Customize → Plugins. Dieser Bildschirm nutzt allerdings die gemeinsamen Einstellungen von ChatGPT. Ihre Verbindungen für ChatGPT, ChatGPT Work und Codex liegen also an einem Ort.

Beim Gedächtnis nutzt der Dot zwei Quellen: die Erinnerungen, die ChatGPT schon über Sie hat, und eigene Erinnerungen, etwa aus verbundenen Apps. Mobil zeigt Customize → Memory, was ChatGPT weiß. Die eigenen Erinnerungen des Dots löschen Sie allerdings nicht einzeln, sondern nur durch Zurücksetzen.

So pausieren und löschen Sie einen Dot:

  • Pausieren: Öffnen Sie das Menü ••• im Profil und wählen Sie Pause. Zum Fortsetzen tippen Sie auf Paused • Tap to resume.
  • Zurücksetzen: Wählen Sie im Menü ••• den Punkt Reset, prüfen Sie den Hinweis und bestätigen Sie erneut mit Reset oder brechen Sie mit Cancel ab.
  • Folge: Der Reset löscht Gespräche, gespeicherte Erinnerungen und geplante Aufgaben des Dots. Einen neuen Dot legen Sie danach wieder am Desktop an.

Wie funktionieren Custom Rules und Freigaben?

Dots starten mit eingebauten Regeln dafür, wann sie selbst handeln und wann sie fragen. Darauf setzen Sie dann eigene Custom Rules. Mobil öffnen Sie Customize → Custom rules, sehen die Standardregeln und legen neue an. Sie beschreiben die Aktion und wählen dann eines von vier Verhalten:

  1. Take action without asking: handeln, ohne zu fragen.
  2. Take action if pre‐approved: handeln, wenn Sie die Aktion im Prompt ausdrücklich verlangt haben.
  3. Ask before taking action: vorher fragen.
  4. Hand off to you: den Schritt an Sie übergeben.

Unter diesen Regeln arbeitet eine Prüfschicht namens Auto‐review. Plant ein Dot etwa eine E-Mail oder eine Dateiänderung, prüft ein separates Sicherheitssystem den Schritt gegen Ihre Anweisungen, Ihre Custom Rules und die Sicherheitsvorgaben. Bei einer E-Mail kontrolliert es zum Beispiel Empfänger und Inhalt, damit keine falsche Adresse und keine ungewollte Information durchrutscht.

Entscheidend ist: Custom Rules heben eingebaute Schutzmechanismen nicht auf. Der Dot hilft Ihnen zwar beim Formulieren von Regeln, braucht für jede Änderung aber Ihre Zustimmung. Blockiert Auto‐review einen Schritt, nennt es dem Dot den Grund. Dann fragt der Dot nach, wählt eine erlaubte Alternative, übergibt den Schritt an Sie oder stoppt.

Welche Sicherheitsgrenzen gelten für Dots?

Der Sicherheitsbeitrag von OpenAI legt fest, dass manche Aktionen nie ohne Sie passieren. Diese Grenzen zu kennen hilft Ihnen, das Vertrauen richtig zu dosieren:

  • Bestätigung bei jedem Mal: Daten dauerhaft löschen, Software aus unbekannter Quelle installieren oder ausführen, neuen sicherheitskritischen Zugriff gewähren.
  • Übergabe an Sie: Passwort ändern oder Geld zwischen Finanzkonten bewegen. Der Dot hilft beim Drumherum, den heiklen Schritt machen Sie.
  • Käufe: Ein Dot kauft mit einer Karte, die Sie beim Händler gespeichert haben, braucht aber für jeden Kauf Ihre Freigabe.
  • Sensible Daten: Gesundheitsdaten verlangen immer einen namentlich genannten Empfänger. Bei weniger sensiblen Daten genügt standardmäßig eine Empfängergruppe.
  • Sichere Anmeldung: Auf unterstützten Websites gibt ein verschlüsselter Dienst Ihr Passwort an den Browser weiter, ohne dass das Modell es sieht.

Außerdem nutzen proaktive Recherchen nur lesende Tools, und OpenAI erzwingt diese Grenze im Code. Diese Recherchen senden keine Nachrichten, ändern keine Inhalte in Apps und steuern weder Browser noch Desktop. Gegen Prompt Injection kombiniert OpenAI Schutz im Modell, Grenzen für Tools, Prüfungen vor Aktionen und Überwachung. Trotzdem schreibt OpenAI offen, dass Dots Fehler machen können. Prüfen Sie folgenreiche Ergebnisse also immer selbst.

Nutzt OpenAI Ihre Daten zum Training und was bedeutet das für die DSGVO?

OpenAI nutzt Inhalte aus Workspaces von ChatGPT Business, Enterprise und Edu nach eigener Aussage standardmäßig nicht zum Training. Bei privaten Plänen entscheiden Sie dagegen selbst, denn dort gilt Ihre Einstellung. Ist „Improve the model for everyone“ aktiv, dürfen Gespräche, Arbeit und Automationen Ihres Dots ins Training einfließen, nachdem OpenAI persönliche Kennungen entfernt hat.

Proaktive Recherchen und die Notizen des Dots an sich selbst nutzt OpenAI nicht direkt zum Training. Gelangt eine solche Notiz aber in ein berechtigtes Gespräch, kann sie je nach Einstellung als Teil dieses Gesprächs ins Training einfließen. Zudem verschlüsselt OpenAI Inhalte bei Speicherung und Übertragung.

Für Unternehmen in Deutschland zählt vor allem die DSGVO. Verbinden Sie ein CRM, eine Kundenliste oder ein Team Postfach, verarbeiten Sie personenbezogene Daten über einen Dienstleister außerhalb Ihres Hauses. Deshalb empfehle ich folgende Schritte:

  • Nutzen Sie einen Workspace mit Business oder Enterprise statt privater Konten, denn dort trainiert OpenAI standardmäßig nicht.
  • Prüfen Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten die Auftragsverarbeitung und aktualisieren Sie Ihr Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten.
  • Binden Sie Quellen mit besonderen Kategorien von Daten, etwa Gesundheitsdaten, erst nach rechtlicher Prüfung an.

Das ist allerdings keine Rechtsberatung. In der Praxis sehe ich aber ein Risiko am häufigsten: Mitarbeitende verbinden Firmendaten mit einem privaten Konto.

Wie verwalten Admins OpenAI Dots im Workspace?

In Workspaces mit Enterprise sind Dots zunächst ausgeschaltet. Admins aktivieren den Zugang über die Berechtigungen, die der Artikel im Help Center zur Verwaltung von Dots im Workspace beschreibt. Die wichtigsten Einstellungen:

EinstellungWas sie steuertStandard bei Enterprise
Use dots (Beta)Ob Mitglieder Dots nutzen dürfenAus
Add dots to Slack and Microsoft TeamsOb ein Dot mit eigener Identität in Slack oder Teams mitarbeitetNicht angegeben
Allow local computer accessOb ein Dot lokale Dateien nutzt und Befehle auf dem Rechner ausführtAus
Use custom rules for dotsOb Mitglieder Custom Rules anlegen und ändernAus
Cloud browser use, Cloud network access, Cloud computer useBrowser, Internetzugang für Code und Desktopnutzung auf Cloud ComputernBestehende Workspace Vorgaben gelten weiter
Use password managerPasswortmanager mit Dots und Work CloudEigener Schalter

Zwei Details verdienen Aufmerksamkeit. Erstens übernimmt der Cloud Computer eines Dots weder das lokale VPN noch Browser Logins oder Geräterichtlinien des Mitglieds. Zweitens bedeutet das Abschalten von Custom Rules nicht, dass jede Aktion eine Freigabe braucht; die Standardregeln gelten weiter. Zudem fehlt lokaler Zugriff in Workspaces, deren Richtlinien für Codex oder ChatGPT Work auf ein bestimmtes Betriebssystem zielen.

Was sind Specialist Dots?

Ihr persönlicher Dot arbeitet in Ihrem Auftrag. Specialist Dots übernehmen dagegen feste Aufgaben innerhalb einer Organisation. Das Unternehmen gibt jedem eine eigene Identität, eigene Zugangsdaten und Zugriff auf die nötigen Systeme. Auf Wunsch erhält der Dot sogar Hardware von der IT.

Specialist Dots sind vorerst eine Vorschau und starten mit gezielten Pilotprojekten bei Unternehmen. Die Engineering Teams von OpenAI legen gemeinsam mit jeder Organisation fest, welche Aufgaben der Dot hat, welche Tools er nutzt und wie Menschen seine Arbeit prüfen und freigeben. Intern hat OpenAI laut eigener Aussage Einkauf, Rechnungsverarbeitung, E-Mail Marketing, Kundensupport und Vertragsmanagement getestet.

Zudem arbeitet OpenAI mit Microsoft daran, Specialist Dots in die Governance und Sicherheitskontrollen von Microsoft Agent 365 einzubinden. Ziel ist, dass Firmen Dots mit den Microsoft Tools steuern, die sie schon nutzen. Ein offizielles Datum gibt es allerdings nicht. Planen Sie diese Integration also noch nicht als fertige Funktion ein.

Wie nutzen Marketing und Vertrieb OpenAI Dots?

Die offiziellen Beispiele liefern dafür einen guten Rahmen, vor allem für den Start. Bei OpenAI taucht ein Bug in Slack auf, und Dots beginnen sofort mit der Analyse; ein neues Design kommt herein, und Dots bauen daraus eine lauffähige App. Außerhalb von OpenAI bemerkte der Dot eines frühen Testers eine vergessene Rechnung an eine Publikation, bereitete sie vor und verschickte sie nach seiner Freigabe.

Diese Szenarien halte ich für Marketing und Vertrieb für testenswert:

  • Wöchentliches Reporting: Zahlen aus verbundenen Dateien und Tabellen sammeln und montags eine Zusammenfassung entwerfen. Die Analyse beschreibe ich im Beitrag zur Datenanalyse mit KI.
  • Newsletter und Content: Wie im Beispiel von OpenAI eine laufende Nachrichtenlage verfolgen und einen Newsletter entwerfen. Mehr dazu im Beitrag über KI im E-Mail Marketing.
  • Vertrieb: Nachfass Mails nach Terminen als Entwurf vorbereiten und das Senden per Custom Rule auf „Ask before taking action“ setzen.
  • Markt und Wettbewerb: Bestimmte Websites beobachten und bei wichtigen Änderungen Bescheid geben.
  • Teamabstimmung: Entscheidungen in einem Kanal in Slack festhalten und an Fristen erinnern.

Mein ausführlicher Leitfaden zu KI Agenten im Marketing hilft Ihnen dabei, die ersten Aufgaben für einen Dot auszuwählen.

Worin unterscheiden sich Dots von ChatGPT Agent und Operator?

Zunächst ein Blick zurück: OpenAI hat schon früher Agenten veröffentlicht. Operator war der erste Agent, der für Sie im Browser handelte; später ging diese Fähigkeit im Agent Modus von ChatGPT auf. Dort starten Sie eine Aufgabe, der Agent erledigt sie, und dann ist Schluss.

Dots führen dieses Modell in Richtung Dauerbetrieb. Laut Pressebericht liegt der Kernunterschied hier: Bei Computer Use in ChatGPT Work starten Sie jede Aufgabe einzeln, und der Agent bedient Ihren eigenen Bildschirm. Ein Dot arbeitet dagegen standardmäßig auf seinem eigenen Computer, gibt Arbeit bei Bedarf an Codex ab und greift nur mit Erlaubnis auf Ihren Laptop zu.

Auch die offiziellen Dokumente zeigen klare Unterschiede. Ein Dot hat Namen und Identität, lernt Sie mit der Zeit kennen, übernimmt geplante und wiederkehrende Arbeit, recherchiert proaktiv im Hintergrund und behält den Kontext in Slack und Teams. Zudem treibt er mehrere Projekte gleichzeitig voran, ohne dass Sie getrennte Chats jonglieren.

Wenn Sie als Entwickler eigene Agenten bauen wollen, ist die API der richtige Ort. Dazu passt außerdem meine Anleitung zur OpenAI API.

OpenAI Dots oder Meta Muse: Was berichtet die Presse?

Die Angaben zu Meta Muse in diesem Abschnitt stammen aus Presseberichten, nicht von OpenAI. Laut The Decoder startete Meta seinen Agenten Muse rund drei Wochen vor den Dots. Demnach läuft auch Muse auf einem eigenen, abgesicherten Computer mit Browser, arbeitet im Hintergrund weiter und fragt vor sensiblen Aktionen nach.

MerkmalOpenAI Dots (offiziell)Meta Muse (laut Presse)
ArbeitsumgebungEigener Cloud Computer mit BrowserEigener abgesicherter Computer mit Browser
Arbeit im HintergrundJa, rund um die Uhr, plus proaktive RechercheJa
FreigabenEingebaute Regeln, Custom Rules, Auto‐reviewFreigabe vor sensiblen Aktionen
ModellGPT‐6 AstraKeine Angabe im Bericht
App VerbindungenMehr als 4.000 AppsKeine vergleichbare Zahl im Bericht
KanäleChatGPT, Slack, Teams, AnrufeKeine Angabe im Bericht

Kurz gesagt verfolgen beide Produkte dieselbe Idee: Agenten, die dauerhaft laufen, einen eigenen Computer haben und Menschen bei wichtigen Entscheidungen einbinden. Einen breiteren Vergleich der Genauigkeit finden Sie in meinem Test ChatGPT, Gemini, Claude, Copilot und Perplexity im Vergleich.

Welche Grenzen haben Dots zum Start?

Diese Einschränkungen nennen die offiziellen Quellen für den Start:

  • Jeder Nutzer startet mit einem primären Dot; weitere Dots folgen später.
  • Am Smartphone legen Sie keinen Dot an, und das mobile Web unterstützt Dots nicht.
  • Der Dot ruft Sie nicht selbst an und hat keine eigene E-Mail Adresse.
  • Die SMS Beta gilt nur für Pro Nutzer in den USA.
  • Wissen aus einer getrennten App bleibt, bis Sie den Dot zurücksetzen.
  • Pro ist zum Start im EWR, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich ausgenommen.
  • Der Rollout läuft schrittweise; der Zugang kann einige Tage dauern.

Hinzu kommt: Dots können Fehler machen, auch beim Befolgen Ihrer Regeln. OpenAI rät, wichtige Details vor der Nutzung eines Ergebnisses zu prüfen. Ich rate dasselbe: Geben Sie Ihrem Dot in den ersten Wochen nur Aufgaben, die sich rückgängig machen lassen, und lesen Sie seine Ergebnisse regelmäßig.

Für die Zukunft stellt OpenAI zwei Dinge in Aussicht: zusätzliche Dots und mehr Tempo oder mehr Arbeitsvolumen pro Monat für jeden Dot. Preise dafür nennt OpenAI allerdings noch nicht.

Was sollten Sie tun, bevor Sie OpenAI Dots im Unternehmen einsetzen?

Bevor ein Agent in Ihre Abläufe kommt, lohnt sich eine kurze Checkliste. Mit meinem Team gehen wir in Kundenprojekten so vor:

  1. Notieren Sie die ersten drei Aufgaben für den Dot; jede sollte messbar und umkehrbar sein.
  2. Verbinden Sie danach Apps mit dem engsten möglichen Zugriff.
  3. Setzen Sie Custom Rules für Senden, Kaufen und Teilen zunächst auf „Ask before taking action“.
  4. Dokumentieren Sie den Fluss personenbezogener Daten nach DSGVO.
  5. Nutzen Sie die erweiterten Limits im ersten Monat als Testphase und halten Sie die Ergebnisse fest.

Den größeren Rahmen beschreibe ich im Beitrag KI im Unternehmen einsetzen. Wie Agenten künftig mit Ihrer Website umgehen, zeigt mein Leitfaden zu WebMCP und dem Agentic Web.

Wenn Sie Unterstützung beim Aufsetzen solcher Agenten, beim Schreiben der Regeln und bei der Anbindung an Ihre Systeme möchten, planen wir das mit meinem Team gern gemeinsam im Rahmen unserer KI Automatisierung.

Zum Schluss empfehle ich die Quellen selbst: Getting started with your dot für die Einrichtung, den Sicherheitsbeitrag zu Dots für Berechtigungen und die Release Notes von ChatGPT für Änderungen. Das Produkt ist neu, daher halte ich diesen Leitfaden aktuell.

Häufig gestellte Fragen

Sind OpenAI Dots kostenlos?
Nein, im kostenlosen Plan gibt es keine Dots. Der erste Dot ist in Pro und Business Premium ohne Aufpreis enthalten. Sie kaufen also kein eigenes Abo für Dots, brauchen aber einen passenden bezahlten Plan. Nutzer von Enterprise, Edu und Healthcare testen die Beta, sobald der Admin des Workspace sie aktiviert.
Kann ich OpenAI Dots in Deutschland mit Pro nutzen?
Zum Start nicht. OpenAI nimmt Pro Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich vorerst aus. Deutschland liegt im EWR. Unternehmen erhalten Dots dagegen über Business Premium Seats, denn dieser Plan gilt in allen unterstützten ChatGPT Regionen. Ein Datum für Pro in Europa nennt OpenAI nicht.
Kann ich mehrere Dots gleichzeitig haben?
Noch nicht. Zum Start legt jeder Nutzer einen primären Dot an, benennt ihn und passt ihn an. OpenAI kündigt an, dass Sie später weitere Dots hinzufügen und Tempo oder monatliches Arbeitsvolumen je Dot erhöhen können. Preise und Termine dafür fehlen noch, planen Sie sie also nicht ins Budget ein.
Darf mein Dot in meinem Namen eine E-Mail senden?
Ja, wenn Sie Ihr persönliches Postfach verbinden. Vor dem Senden prüft ein separates Sicherheitssystem Empfänger und Inhalt gegen Ihre Anweisungen und Regeln. Per Custom Rule verlangen Sie für das Senden eine Freigabe oder verbieten es ganz. Eine eigene E-Mail Adresse können Sie dem Dot zum Start nicht geben.
Wie lösche ich, was mein Dot gelernt hat?
Nur durch Zurücksetzen. Öffnen Sie im Profil das Menü mit den drei Punkten, wählen Sie Reset und bestätigen Sie. Das löscht Gespräche, gespeicherte Erinnerungen und geplante Aufgaben. Das Trennen einer App stoppt lediglich neue Daten; was der Dot schon aus dieser App weiß, bleibt bis zum Reset in seinem Kontext.
Arbeiten Dots weiter, wenn mein Rechner aus ist?
Ja. Jeder Dot läuft auf seinem eigenen Cloud Computer und arbeitet deshalb auch bei zugeklapptem Laptop weiter. Anders ist es beim lokalen Zugriff: Soll der Dot auf Ihrem Rechner arbeiten, muss das Gerät online bleiben und die ChatGPT App geöffnet sein. Aufgaben in der Cloud hängen davon nicht ab.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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