Catch All E-Mail: Was ist das und welche Risiken hat sie?

Was ist eine Catch All E-Mail?
Eine Catch All E-Mail ist eine Einstellung, die alle Nachrichten an Ihre Domain in einem Postfach sammelt, auch wenn die Adresse nicht existiert. Zum Beispiel erreicht eine Mail an ifno@example.com trotz Tippfehler das Postfach, das Sie gewählt haben. Außerdem nennen viele Panels diese Funktion Standardadresse.
Wir sind ein Team für digitales Marketing und Webprojekte, kein Hosting Anbieter. Daher richtet sich dieser Ratgeber an Website Betreiber, Shop Verantwortliche und Entwickler, die ihr cPanel Konto selbst verwalten. Unsere Erklärungen stützen sich auf Dokumentation von cPanel, Google Workspace und Postfix sowie auf RFC Texte. Allerdings können Menünamen je nach Anbieter abweichen.
Zunächst klären wir die Definition und die Technik. Danach zeigen wir die Schritte in cPanel. Außerdem erklären wir Spam, Sicherheitsrisiken und den Nebeneffekt Backscatter. Schließlich vergleichen wir Aliasadressen, zeigen das Abschalten und geben Ihnen eine kurze Entscheidungshilfe.
Wie funktioniert eine Catch All E-Mail?
Ein sendender Server fragt zunächst den MX Eintrag der Domain ab. Danach verbindet er sich mit Ihrem Mailserver und meldet eine Nachricht für diese Adresse. Ihr Server prüft dann den Teil vor dem At Zeichen in seinen eigenen Daten. Findet er einen Treffer, stellt er die Mail in das passende Postfach zu.
Gibt es dagegen keinen Treffer, hat der Server zwei Möglichkeiten. Zunächst kann er die Nachricht ablehnen, oder er leitet sie an eine Auffangregel weiter. Die Catch All Funktion ist die zweite Möglichkeit. Das heißt, jede unbekannte Adresse landet an einem Ziel, das Sie festlegen.
Denn diese Entscheidung fällt bei der Prüfung des Empfängers. Dazu führt das Panel Postfächer und Aliasadressen in einer Tabelle. Fehlt die Adresse dort, greift dann die letzte Regel. Ist Catch All aktiv, lautet sie annehmen und hier zustellen. Ist es aus, lautet sie dagegen ablehnen.
Allerdings gibt es einen feinen Unterschied. Nimmt ein Server eine Nachricht an und kann sie dann nicht zustellen, muss er eine Fehlermeldung erzeugen. Lehnt er die Nachricht vor der Annahme ab, trägt die Absenderseite diese Last. Deshalb ist dieser Unterschied im Abschnitt zu Backscatter wichtig.
Wofür ist eine Catch All E-Mail nützlich?
Eine Catch All E-Mail fängt Post ab, die sonst verschwinden würde. Erstens vertippen sich Menschen. Zum Beispiel schreibt jemand kontkat@ statt kontakt@. Außerdem verwenden manche Absender eine Adresse von einer alten Visitenkarte, die Sie nicht mehr betreiben.
Daher senkt die Funktion das Risiko verlorener Nachrichten. Besonders hilft sie bei einer neuen Domain, wenn Sie noch nicht wissen, welche Adressen Menschen verwenden. Konkret beobachten Sie in den ersten Wochen, was ankommt, und legen danach feste Adressen an.
Denken Sie zum Beispiel an eine erfundene Kampagne. Jeder Kanal bekommt eine eigene Adresse, etwa werbung@, newsletter@ und messe@. Bei aktiver Funktion sehen Sie, welche Adresse Post erhielt, und messen so die Quelle. Dieses Beispiel ist frei erfunden und kein echter Fall. Trotzdem zeigt es die Logik: Die Einstellung nützt, bis die Messung endet.
Allerdings hat der Nutzen einen Preis. Denn neben der gewünschten Post kommt viel unerwünschte Post an. Daher lautet die Frage nicht, ob die Funktion nützt. Die Frage lautet, ob der Nutzen die Kosten übersteigt.
Wann ist eine Catch All E-Mail sinnvoll?
Sinnvoll ist sie bei geringem Volumen und über kurze Zeit. Konkret sind die folgenden Fälle typisch.
- Erstens die ersten Wochen nach dem Einrichten einer neuen Domain, bevor Ihr Adressplan steht.
- Zweitens ein Domainumzug, weil Sie vielleicht nicht jede alte Adresse kennen.
- Drittens ein kurzer Test, bei dem jede Kampagne eine eigene Adresse erhält.
- Schließlich eine befristete Beobachtung bei einem Konto mit sehr wenigen Postfächern und starkem Spamfilter.
Kurz gesagt, der gemeinsame Nenner ist die Zeit. In jedem Fall lassen Sie die Einstellung nicht für immer an. Endet die Beobachtung, legen Sie die echten Adressen einzeln an und schalten die Funktion ab.
Für wen ist eine Catch All E-Mail nicht geeignet?
Ist Ihre Domain seit Jahren aktiv, schadet eine Catch All E-Mail meist mehr, als sie nützt. Adressen älterer Domains kursieren nämlich auf Spamlisten. Außerdem raten Bots gängige Namen und schreiben an jeden davon. Somit landet bei aktiver Funktion das alles in Ihrem Postfach.
Auch Onlineshops und Firmenteams sollten darauf verzichten. Bestellungen, Rechnungen und Supportanfragen liegen oft im selben Postfach. Also kann eine echte Kundenanfrage unter einem Berg Müll verschwinden. Anders gesagt, das bedeutet verlorenen Umsatz und einen schwächeren Ruf.
Ebenso tappen kleine Betriebe in dieselbe Falle. Öffnen Sie das Postfach nur einmal im Monat, übersehen Sie eine einzelne Preisanfrage im Spam. Dennoch könnte genau sie die wertvollste Nachricht des Monats sein. Schalten Sie die Funktion daher nur ein, wenn jemand das Postfach betreut.
Hinzu kommt das Speicherlimit. Läuft das Auffangpostfach voll, kommt echte Post zurück, sobald die Grenze erreicht ist. Die Einstellung kann also genau die Verluste verursachen, die sie verhindern sollte.
Wo finden Sie die Standardadresse in cPanel?
In cPanel liegt die Einstellung im Bereich E-Mail auf dem Bildschirm Default Address, wie die Dokumentation von cPanel beschreibt. Der Bildschirm legt fest, wohin Post für Ihre Domain geht, wenn sie zu keinem Postfach passt. Außerdem verwenden manche Oberflächen eine andere Bezeichnung.
Zunächst steht oben auf dem Bildschirm eine Liste Ihrer Domains. Besitzen Sie mehrere Domains, stellen Sie jede einzeln ein. Laut Dokumentation läuft eine Weiterleitung auf Domainebene vor der Standardadresse. Daher versteht, wer diese Reihenfolge kennt, unerwartetes Routing leichter.
Außerdem kann der Menüname je nach Anbieter wechseln. Finden Sie den Bildschirm nicht, hat Ihr Anbieter ihn möglicherweise gesperrt. Fragen Sie in diesem Fall den Support.
Hostet ein Konto mehrere Domains, erscheint jede zusätzliche Domain als eigener Eintrag. Dann gehen Sie nicht davon aus, dass die Einstellung der Hauptdomain für die anderen gilt. Prüfen Sie jede Domain und senden Sie je eine Testnachricht.
Wie richten Sie eine Catch All E-Mail in cPanel ein?
Die Einrichtung dauert also nur wenige Minuten. Halten Sie aber die Reihenfolge ein, denn eine falsche Wahl kann alle Post stillschweigend löschen. Die Schritte lauten so.
- Melden Sie sich in cPanel an und öffnen Sie im Bereich E-Mail den Punkt Default Address.
- Wählen Sie Ihre Domain aus der Liste "Send all unrouted email for the following domain".
- Bestimmen Sie die Art der Weiterleitung. Der nächste Abschnitt vergleicht die Optionen.
- Tragen Sie als Ziel ein Postfach ein, das Sie wirklich beobachten.
- Klicken Sie auf Change und warten Sie auf die Bestätigung.
- Senden Sie von Ihrer eigenen externen Adresse eine Testnachricht an eine zufällige Adresse und prüfen Sie das Ergebnis.
Senden Sie keine Testmails an echte Kunden oder Kollegen. Testen Sie stattdessen nur von einer Adresse, die Sie selbst kontrollieren. Schauen Sie einige Minuten später in den Posteingang und in den Spamordner.
Welche Optionen gibt es für die Standardadresse, und welche wählen Sie?
Die cPanel Dokumentation nennt fünf Optionen. Zunächst wirken sie ähnlich, doch die Folgen unterscheiden sich stark. Die Tabelle fasst sie zusammen und ergänzt die Warnungen aus der Dokumentation.
| Option | Was sie tut | Wann sie passt |
|---|---|---|
| Ablehnen mit Fehlermeldung während SMTP | Lehnt die Nachricht vor der Annahme ab und informiert den Absender. | Für die meisten Websites die sicherste Wahl. |
| An eine E-Mail Adresse weiterleiten | Sendet alle nicht zugeordnete Post an die gewählte Adresse. | Für kurze Beobachtung geeignet, bringt aber Spam. |
| An das Systemkonto weiterleiten | Stellt die Post im Systempostfach des Kontos zu. | Ohne besonderen Grund meiden. |
| An ein Programm übergeben | Gibt die Nachricht an ein Skript weiter. | Nur für Automatisierung unter Kontrolle von Entwicklern. |
| Stillschweigend verwerfen | Löscht die Nachricht, ohne den Absender zu informieren. | Die Dokumentation rät davon ab. |
Beginnen Sie daher in der Regel mit der ersten Option. Müssen Sie wirklich Post auffangen, wechseln Sie zur zweiten und setzen ein Enddatum.
Konkret zu den Einzelheiten. Bei der Ablehnung antwortet der Server, bevor er die Nachricht annimmt. Wer sich vertippt hat, sieht den Fehler sofort und korrigiert ihn. Bei der Weiterleitung kommt die Post dagegen in Ihr Postfach, aber der Absender erfährt nichts vom Fehler. Das stille Verwerfen ist die schlechteste Wahl, denn keine Seite bemerkt das Problem.
Die Übergabe an ein Programm ist nur für Entwickler gedacht. Ein Skript verarbeitet jede Nachricht, deshalb betrifft ein Fehler im Skript die gesamte eingehende Post. Zudem ist der Aufwand für Sicherheit und Wartung ist hoch. Brauchen Sie keine Automatisierung, lassen Sie diese Option aus.
Warum erhöht eine Catch All E-Mail den Spam?
Zunächst sammeln Spammer Adressen auf drei Wegen. Sie nutzen geleakte Listen, lesen Webseiten aus und raten Namen. Bei der dritten Methode probiert ein Bot Hunderte Namen wie info, vertrieb und max an Ihrer Domain.
Ist die Funktion aus, lehnt Ihr Server die falschen Versuche ab. Somit erfährt der Bot kaum, welche Adressen echt sind. Ist sie an, wirkt jeder Versuch wie ein Erfolg. Folglich stuft der Bot Ihre Domain womöglich als lohnendes Ziel ein und sendet weiter.
Daher steigt das Spamvolumen in Ihrem Postfach. Die cPanel Dokumentation warnt hier deutlich. Zielen Spammer auf Ihre Domain und leiten Sie Post an eine Standardadresse weiter, kann diese Adresse sehr viel Spam erhalten.
Spam stört nicht nur, er verbraucht außerdem Ressourcen. Denn jede Nachricht belegt Speicher und braucht einen Scan auf dem Server. Bei Shared Hosting mit Ressourcenlimits kann starker Spam zu Problemen mit Speicher und Leistung führen. Zudem sortiert kein Filter jede Nachricht richtig, daher landet ein Teil trotzdem im Posteingang.
Was ist Backscatter, und wie hängt es mit Catch All zusammen?
Backscatter ist eine Fehlermeldung zu einer Nachricht, die Sie nie gesendet haben. Zunächst fälscht der Spammer die Absenderadresse. Der Zielserver nimmt die Nachricht zuerst an, kann sie dann nicht zustellen und schickt die Fehlermeldung an den Inhaber der gefälschten Adresse. Dieses Opfer können Sie sein, aber auch jemand anderes.
Die Postfix Dokumentation zu Backscatter erklärt die Ursache in genau dieser Reihenfolge. Das heißt, der Server nimmt die Nachricht an und lehnt sie später ab. Als Lösung empfiehlt sie, ungültige Empfänger schon während der SMTP Verbindung abzulehnen, also bevor der Server die Nachricht annimmt.
Catch All verschärft das Problem auf folgende Weise. Zunächst hält der Server jede Adresse für gültig und nimmt die Post an. Lehnt danach eine Regel oder ein Filter sie ab, erzeugt der Server eine Fehlermeldung. Somit kann eine falsch eingerichtete Catch All Funktion dazu führen, dass Ihre Domain Backscatter an Fremde sendet. Folglich kann Ihre IP Adresse auf Sperrlisten landen.
Auch RFC 5321 berührt das Thema. Benachrichtigungen laufen mit leerem Rückweg, was Fehlerschleifen verhindern soll. Dennoch beseitigt diese Regel nicht den Schaden, den Meldungen an gefälschte Absender anrichten. Somit bleibt die eigentliche Lösung die Ablehnung vor der Annahme. Besprechen Sie die Einzelheiten mit Ihrem Serveradministrator oder Anbieter.
Ist eine Catch All E-Mail ein Sicherheitsrisiko?
Ja, das ist sie. Denn die meisten Risiken betreffen Kontrollverlust und keine direkten Angriffe. Mit unbegrenzten Adressen an Ihrer Domain kann sich jemand bei Diensten anmelden, die Sie nicht kennen. Dann landen Bestätigungs und Passwort Mails in Ihrem Auffangpostfach.
- Phishing Nachrichten können Sie und Ihr Team über gefälschte Adressen mit Ihrem Firmennamen erreichen.
- Wer Zugriff auf das Postfach hat, sieht Bestätigungsmails für Konten, die unter Ihrer Domain angelegt wurden.
- Zudem verdeckt ein Berg Spam echte Sicherheitswarnungen.
- Echte Nachrichten kommen zurück, sobald das Speicherlimit erreicht ist.
- Weitergeleiteter Spam kann den Ruf Ihres sendenden Servers beschädigen.
Keines dieser Risiken ist allein eine Katastrophe. Zusammen machen sie aus der Funktion allerdings eine Einstellung, die Pflege braucht. Einen breiteren Überblick zur Websicherheit gibt unser Ratgeber zu den OWASP Top 10.
Wie nutzen Sie Aliasadressen statt einer Catch All E-Mail?
Ein Alias ist eine definierte Zweitadresse, die Post an ein anderes Postfach weiterreicht. Zum Beispiel verbinden Sie vertrieb@example.com mit Ihrem Supportpostfach. Catch All nimmt alles an, ein Alias dagegen nur die Adressen, die Sie festgelegt haben.
Die Lösung ist dagegen einfach. Sie legen die wahrscheinlichen Adressen und ihre häufigen Tippfehler einzeln an. Zum Beispiel erstellen Sie getrennte Aliasadressen für info, kontakt, hallo und vertrieb. So fangen Sie die üblichen Tippfehler auf und halten dennoch Bots fern, die zufällig raten.
Auch bei wenigen Aliasadressen behalten Sie daher die Kontrolle. Ändert sich der Bedarf, dauert das Anlegen oder Löschen nur Sekunden. Außerdem können Sie pro Kampagne eine befristete Adresse anlegen und nach Ende der Aktion löschen.
Erstens sind Funktionsadressen ein guter Start für die Benennung. Info, Kontakt, Vertrieb, Support und Rechnung genügen für die meisten Websites. Bei persönlichen Adressen nutzen Sie das Muster Vorname und Nachname. Notieren Sie für jedes Alias das Zielpostfach und die zuständige Person. Dann bleibt klar, wer welche Post liest.
Catch All oder Alias: Was ist besser?
Zunächst folgt hier ein Vergleich beider Ansätze. Die Tabelle fasst allgemeine Überlegungen zusammen. In Ihrer eigenen Umgebung kann das Ergebnis abweichen.
| Kriterium | Catch All | Definiertes Alias |
|---|---|---|
| Abdeckung von Tippfehlern | Fängt alle auf. | Fängt nur definierte Varianten auf. |
| Spamlast | Hoch. | Niedrig. |
| Backscatter Risiko | Wächst bei falscher Einrichtung. | Ungültige Empfänger werden abgelehnt, das Risiko sinkt. |
| Kontrolle | Unbegrenzte Adressen, wenig Kontrolle. | Jede Adresse ist Ihre Entscheidung. |
| Pflege | Leicht einzurichten, das Postfach braucht Aufräumen. | Kleiner Mehraufwand pro neuer Adresse. |
Daher sind für die meisten Unternehmen Aliasadressen die ausgewogenere Wahl. Catch All ist nur als befristetes, beobachtetes Werkzeug sinnvoll.
Was passiert, wenn Sie Catch All abschalten, und wie gehen Sie vor?
Schalten Sie die Funktion ab, erreicht Post an unbekannte Adressen Ihr Postfach nicht mehr. Der Absender erhält also eine Fehlermeldung und erfährt so, dass die Adresse falsch war. In den meisten Fällen ist genau das gewünscht.
Zum Abschalten gehen Sie zurück auf denselben Bildschirm Default Address. Stellen Sie die Option auf Ablehnen mit Fehlermeldung während SMTP und klicken Sie auf Change. Stattdessen löschen Sie das alte Zielpostfach nicht sofort. Prüfen Sie einige Tage, was dort ankommt.
Denn diese Prüfung ist wichtig. Liegt dort echte Kundenpost, verschieben Sie sie an die richtige Stelle und legen Aliasadressen für diese Adressen an. Danach können Sie das alte Postfach aufräumen. Außerdem hilft es, in die Ablehnungsnachricht die richtige Kontaktadresse zu schreiben, sofern Ihr Panel das erlaubt.
Gehen Sie schrittweise vor, statt alles auf einmal zu ändern. Listen Sie zunächst eine Woche lang die Adressen auf, die Post erhalten. Legen Sie dann für die echten ein Alias an. Danach schalten Sie Catch All ab und prüfen in den ersten Tagen mit eigenen Testnachrichten das Verhalten. Diese Reihenfolge hält das Risiko verlorener Post gering.
Wie funktioniert Catch All in Google Workspace?
Zunächst kennt auch Google Workspace eine ähnliche Einstellung. Die Google Workspace Admin Hilfe beschreibt eine Catch All Adresse als die Adresse, die Nachrichten an einen nicht existierenden Nutzer oder eine falsch geschriebene Adresse Ihrer Domain erhält.
Laut diesem Artikel legen Sie zunächst die gewünschte Adresse an oder bestätigen sie. Danach folgen Sie in der Admin Console dem Pfad Apps, Google Workspace, Gmail und Routing. Im Bereich der Kontotypen setzen Sie das Häkchen bei "All inactive and unrecognized accounts". Allerdings kann die Änderung etwas Zeit brauchen.
Kurz gesagt, die Logik entspricht cPanel. Daher gelten die Warnungen zu Spam und Sicherheit ebenso. Bei Anbietern außerhalb von Google können die Menünamen abweichen, dort gelten die Hilfeseiten des Anbieters.
In einem Firmenkonto kann nur ein Administrator die Funktion einschalten. Zudem sollte die Verantwortung klar sein. Bedenken Sie bei der Wahl des Ziels, dass mehrere Personen auf dieses Postfach zugreifen können. Weil dort Bestätigungs und Passwort Mails auftauchen können, beschränken Sie den Zugriff auf Personen, die ihn wirklich brauchen.
Wie senken Sie den Spam, wenn Catch All aktiv bleibt?
Müssen Sie die Funktion also aktiv lassen, können Sie den Schaden begrenzen. Keine dieser Maßnahmen löst das Problem vollständig, aber zusammen entlasten sie.
- Schalten Sie den Spamfilter Ihres Hosting Anbieters ein und prüfen Sie seine Empfindlichkeit.
- Nutzen Sie ein Postfach nur für diese Aufgabe und trennen Sie es vom Haupt Postfach.
- Räumen Sie das Postfach oft auf und beobachten Sie das Speicherlimit.
- Setzen Sie eine Frist, zum Beispiel einen Kalendereintrag zum Abschalten nach zwei Wochen.
- Leiten Sie das Zielpostfach nicht an einen externen Anbieter weiter, denn weitergeleiteter Spam kann Ihrem Ruf schaden.
Prüfen Sie außerdem die Authentifizierung Ihrer Domain. SPF, DKIM und DMARC erschweren es anderen, Ihre Domain zu fälschen. Ihre Einträge testen Sie mit unserem SPF, DKIM und DMARC Check. Ihre aktuellen DNS Einträge sehen Sie mit der DNS Abfrage.
Was ist der Unterschied zwischen Catch All und E-Mail Weiterleitung?
Allerdings werden die beiden Begriffe oft verwechselt. Eine E-Mail Weiterleitung schickt Post von einer definierten Adresse an eine andere. Catch All sammelt dagegen Post für nicht definierte Adressen an einem Ziel. Kurz gesagt, das eine dient bekannten, das andere unbekannten Adressen.
Außerdem hat die Weiterleitung ihre eigenen Feinheiten. Wie sie SPF und DKIM beeinflusst, ist ein eigenes Thema. Wir wiederholen es hier nicht, denn unser Ratgeber zur Weiterleitung in derselben Reihe behandelt es Schritt für Schritt.
Sie können beides auch kombinieren. Laut cPanel Dokumentation läuft eine Weiterleitung auf Domainebene vor der Standardadresse. So folgen Ihre bekannten Adressen eigenen Regeln, und alles andere folgt der Standardregel.
Wie wirken Formulare und WordPress Benachrichtigungen mit Catch All zusammen?
Zunächst versendet Ihre Website oft Mails mit Ihrer Domain als Absender. Bestellbestätigungen, Formularantworten und Links zum Zurücksetzen von Passwörtern sind Beispiele. Als Absender steht dabei häufig etwas wie noreply@example.com, hinter dem kein echtes Postfach liegt.
Ist Catch All aktiv, landen Antworten und automatische Hinweise an diese Adresse in Ihrem Zielpostfach. Zum Beispiel klickt ein Kunde auf Antworten, und niemand liest die Antwort. Folglich füllt sich das Postfach mit Kundenpost und automatischem Rauschen.
Ist es aus, geht die Antwort als Fehler an den Absender zurück. Das ist eine nützliche Information, denn der Kunde merkt, dass die noreply Adresse niemand liest. Besser ist es, in Formularen ein beobachtetes Postfach als Antwortadresse anzugeben. Das stellen Sie in den Versandeinstellungen Ihrer Website ein.
Wie beeinflusst Catch All die Zustellbarkeit?
Konkret ist Zustellbarkeit die Chance, dass Ihre Mail im Posteingang des Empfängers ankommt. Catch All wirkt darauf allerdings indirekt. Füllt sich das Postfach mit Spam, weisen Sie echte Post zurück. Absender könnten das als Zeichen einer problematischen Domain deuten.
Ein Server, der Backscatter erzeugt, verliert außerdem an Ruf. Empfangende Anbieter und Sperrlisten Dienste können Server markieren, die Fehlermeldungen an gefälschte Absender senden. Eine solche Markierung kann Ihre eigene ausgehende Post in den Spamordner drücken. Das Problem endet somit nicht bei der eingehenden Post.
Betrachten Sie Ihr E-Mail Setup deshalb als Ganzes. Saubere eingehende Post schützt auch den Ruf der ausgehenden. Prüfen Sie Ihre Einträge regelmäßig und sprechen Sie mit Ihrem Hosting Anbieter, wenn Ihnen etwas Unerwartetes auffällt.
Wann überlassen Sie das besser Ihrem Hosting Anbieter?
Zunächst seien wir ehrlich. Denn Sie müssen nicht alles selbst einstellen. In den folgenden Fällen übergeben Sie die Aufgabe an Ihren Hosting Anbieter oder Serveradministrator.
- Sie müssen die Serverkonfiguration ändern, um Post schon während SMTP abzulehnen.
- Ihr Server landete auf einer Sperrliste, oder Sie erhielten eine Beschwerde wegen Backscatter.
- Sie haben ein hohes Mailvolumen und müssen den Spamfilter fein einstellen.
- Sie verwalten mehrere Domains oder Kundenkonten und wollen die Einstellung gesammelt anwenden.
Zum Beispiel ist das Ablehnen unbekannter lokaler Empfänger in Postfix eine Servereinstellung, die die Postfix Dokumentation beschreibt. Bei Shared Hosting liegt eine solche Änderung ohnehin nicht in Ihrer Hand. Deshalb bitten Sie Ihren Anbieter darum.
Mehr zur Anbieterwahl lesen Sie in unserem Ratgeber zur Auswahl von Webhosting. Geht es um eine rechtliche oder vertragliche Frage, ersetzt dieser Artikel keine Rechtsberatung.
Wo passt Catch All in ein geschäftliches E-Mail Setup?
In einem geschäftlichen Setup hat jede Adresse einen Inhaber und einen Zweck. Funktionsadressen wie info, vertrieb, support und rechnung sind definiert. Dagegen gehören persönliche Adressen den Mitarbeitenden. Eine Catch All Adresse bleibt außerhalb dieser Ordnung, denn sie hat keinen Inhaber.
Deshalb wollen geschäftliche Setups sie selten. Für ein Postfach ohne Inhaber übernimmt niemand Verantwortung. Stattdessen sammelt sich Post an, und niemand schaut hin. Der bessere Weg ist, Funktionsadressen klar zu definieren und den Rest abzulehnen.
Bei der Wahl einer E-Mail Plattform hilft unser Ratgeber zur E-Mail mit eigener Domain. Dort vergleichen wir Hosting Mail, Google Workspace und Microsoft 365. Daher wiederholen wir diesen Vergleich hier nicht.
Wie fällt die Entscheidung für Website Betreiber aus?
Beantworten Sie zur Entscheidung die folgenden Fragen der Reihe nach. Dann zeigen Ihre Antworten, ob Sie die Funktion einschalten sollten.
- Ist die Domain neu und Ihr Adressplan noch offen? Dann können Sie sie kurz einschalten.
- Prüft jemand das Postfach täglich? Wenn nicht, lassen Sie es aus.
- Reichen Speicherlimit und Spamfilter aus? Wenn nicht, lassen Sie es aus.
- Landen Kundenvorgänge im selben Postfach? Dann lassen Sie es aus und nutzen Aliasadressen.
- Haben Sie ein Enddatum gesetzt? Ohne Datum gerät die Einstellung in Vergessenheit.
Lauten die meisten Antworten nein, passt die Ablehnung während SMTP plus definierte Aliasadressen am besten. So gehen falsche Adressen an den Absender zurück, und Ihre Spamlast bleibt niedrig.
Wie prüfen Sie Ihre Catch All Einstellung?
Prüfen Sie nach der Änderung das Verhalten. Sonst bemerken Sie eine fehlerhafte Konfiguration womöglich monatelang nicht. Gehen Sie in dieser einfachen Reihenfolge vor.
- Senden Sie von Ihrer eigenen externen Adresse eine Nachricht an eine zufällige, nicht existierende Adresse.
- Haben Sie Ablehnung gewählt, prüfen Sie, ob eine Fehlermeldung bei Ihnen ankommt.
- Haben Sie Weiterleitung gewählt, prüfen Sie, ob die Nachricht im Zielpostfach liegt.
- Kontrollieren Sie wöchentlich Füllstand und Spamvolumen des Zielpostfachs.
- Prüfen Sie Ihre DNS und Authentifizierungseinträge.
Prüfen Sie außerdem Ihre Domaindaten mit unserer WHOIS Abfrage. Wissen Sie nicht, wo Ihre Domain registriert ist oder welchen DNS Anbieter Sie nutzen, ändern Sie die Einstellungen an der falschen Stelle.
Laut RFC 5321 kann ein Server mit der Antwort 550 reagieren, wenn der Empfänger unbekannt ist. Zudem ist das der übliche Weg zur Ablehnung. Ablehnen ist also nicht unhöflich, sondern korrekt und erwartet. Einzelheiten finden Sie im RFC 5321.
Fazit: Sollte die Catch All E-Mail aktiv bleiben?
Für die meisten Websites lautet die Antwort nein. Eine Catch All E-Mail fängt falsch geschriebene Adressen bequem auf. Dafür kostet sie allerdings Spam, Backscatter Risiko und Kontrolle. Diese Kosten überwiegen meist den kurzfristigen Nutzen.
In der Praxis sieht der Weg so aus. Schalten Sie die Funktion nach einer Neueinrichtung kurz ein, beobachten Sie die ankommenden Adressen und legen Sie die echten als Alias an. Danach schalten Sie Catch All ab und wechseln zur Ablehnung während SMTP. So schreiben Ihre Kunden an die richtige Adresse, und Ihr Postfach bleibt sauber.
Möchten Sie Ihr E-Mail Setup gemeinsam mit Ihrer Website planen, finden Sie mehr unter Webdesign oder auf unserer Kontaktseite. Dieser Artikel liefert allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechtsberatung.



