Ist SEO in Zeiten von KI tot? SEO und GEO gemeinsam steuern

Kaum eine Frage höre ich derzeit so oft wie diese: Wenn KI ohnehin alles beantwortet, ist SEO dann nicht tot? Meine kurze Antwort lautet nein. Allerdings ist die alte Form von SEO tatsächlich vorbei. In diesem Beitrag zeige ich, wie ich SEO und GEO nicht als zwei getrennte Projekte, sondern als einen gemeinsamen Arbeitsplan steuere. Dabei stütze ich mich auf veröffentlichte Daten statt auf Bauchgefühl.
Ist SEO tot, oder sollten Sie SEO und GEO gemeinsam steuern?
SEO ist nicht tot, es hat sich gewandelt. Suchmaschinenoptimierung bleibt die Arbeit an crawlbaren, vertrauenswürdigen und wirklich nützlichen Seiten. Steuern Sie SEO und GEO gemeinsam, rankt derselbe Inhalt bei Google und erscheint zugleich als zitierte Quelle in ChatGPT, Gemini oder den AI Overviews. Das Fundament bleibt also dasselbe.
In der Praxis ändert sich der größte Teil der Arbeit nicht. Technische Qualität, Inhalt und Markenvertrauen entscheiden in beiden Kanälen über die Sichtbarkeit. Anders sieht es beim Format der Antworten, bei der Messung und bei der Definition von Erfolg aus. Deshalb lautet die sinnvolle Frage nicht „SEO oder GEO?“, sondern „Wie bringe ich beides in einen Fahrplan?“ Die Definition von GEO erkläre ich ausführlich im Beitrag Was ist Generative Engine Optimization (GEO)? Hier konzentriere ich mich stattdessen auf die Umsetzung.
Warum kehrt die Debatte „SEO ist tot“ jedes Jahr zurück?
Neu ist diese Debatte nicht. Als soziale Netzwerke wuchsen, als die mobile Suche explodierte und als Sprachassistenten kamen, las ich dieselben Schlagzeilen. Jedes Mal änderte sich das Suchverhalten, doch das Bedürfnis nach Information blieb. Die KI Welle ist allerdings größer als alle vorherigen, denn diesmal steht die Antwort oft direkt auf der Ergebnisseite.
Zudem gibt es ein kommerzielles Interesse an der Debatte. Eine dramatische Schlagzeile bringt Klicks, verkauft neue Tools und neue Leistungspakete. Außerdem verlieren manche Websites tatsächlich Traffic, und dieser Verlust nährt die Angst. Ich prüfe die Frage deshalb mit zwei einfachen Tests:
- Wollen Nutzer weiterhin eine Quelle, eine Marke oder ein Produkt erreichen?
- Auf welche Signale stützt sich eine KI Antwort, wenn sie diese Quelle auswählt?
Beide Antworten führen zurück zum Kern von SEO. KI Suchsysteme crawlen, lesen und wählen Webseiten aus, bevor sie eine Antwort formulieren. Anders gesagt: Sichtbarkeit hängt weiterhin von Inhalten ab, die Maschinen erreichen, verstehen und denen sie vertrauen können.
Was sagen die Daten zu Klicks und KI Antworten?
Sowohl die Panik als auch die Entwarnung möchte ich an Daten festmachen. Laut einer Studie des Pew Research Center vom Juli 2025 klickten Google Nutzer, die eine KI Zusammenfassung sahen, nur bei 8 Prozent der Besuche auf ein klassisches Ergebnis. Ohne Zusammenfassung lag der Wert bei 15 Prozent. Auf Links innerhalb der Zusammenfassung klickten sie sogar nur bei 1 Prozent der Besuche.
Google zeichnet dagegen ein anderes Bild. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2025 rund 2 Milliarden monatliche Nutzer der AI Overviews. Außerdem schrieb Suchchefin Liz Reid im August 2025 in einem Blogbeitrag, das gesamte organische Klickvolumen sei im Jahresvergleich „relativ stabil“ geblieben. Einen detaillierten Datensatz lieferte sie dazu allerdings nicht.
Bei ChatGPT meldete OpenAI im Oktober 2025 wöchentlich 800 Millionen aktive Nutzer. Kurz gesagt: Menschen suchen nicht weniger, sie verteilen ihre Suche nur auf mehr Oberflächen. Folglich sinken die Klicks bei Informationsanfragen, während die Nennung einer Marke innerhalb der Antwort zu einer neuen Form von Sichtbarkeit wird.
Was sagt Google selbst zu SEO und KI Funktionen?
Die offizielle Haltung von Google ist erstaunlich klar. Die Seite AI features and your website in der Search Central Dokumentation stellt fest, dass bewährte SEO Praktiken auch für AI Overviews und AI Mode gelten. Zusätzliche Anforderungen oder spezielle Optimierungen brauchen Sie laut Google nicht.
Zudem nennt die Seite ein wichtiges Detail. AI Overviews und AI Mode können für eine Antwort mehrere verwandte Suchen zu Unterthemen parallel ausführen. Google beschreibt dieses Vorgehen als Auffächerung der Anfrage. Daher haben Seiten einen Vorteil, die auch die Folgefragen rund um ein Thema beantworten und nicht nur ein einzelnes Keyword bedienen. Außerdem zählt Google den Traffic aus KI Funktionen zum gesamten Suchtraffic in der Search Console.
Auch die bekannten Steuerungsmittel gelten weiter. Möchten Sie die Darstellung einschränken, stehen Ihnen nosnippet, noindex und verwandte Snippet Anweisungen zur Verfügung. Für das Training der Gemini Modelle bietet Google ein eigenes robots.txt Token an, das laut Google das Ranking in der Suche nicht beeinflusst. Aus Sicht von Google teilen sich SEO und GEO somit ein Fundament mit zwei Präsentationsebenen.
Was ändert sich, und was bleibt gleich?
Diese Trennung zeige ich meinen Kunden meist in einer Tabelle. Panik entsteht nämlich oft aus dem Gefühl, alles habe sich verändert. Tatsächlich ist der veränderte Teil klar umrissen und gut steuerbar.
| Bereich | Klassisches SEO | GEO Ebene | Gemeinsam? |
|---|---|---|---|
| Technischer Zugang | Googlebot kann crawlen und indexieren | Auch KI Suchcrawler erreichen die Seiten | Weitgehend gemeinsam |
| Inhalt | Passend zur Suchintention, umfassend | Zitierbare, eigenständige Antwortblöcke | Gleiche Basis, anderes Format |
| Autorität | Links und hilfreiche Inhalte | Markennennungen im gesamten Web | Stärken sich gegenseitig |
| Strukturierte Daten | Eignung für Rich Results | Klares Verständnis von Entitäten | Gemeinsam |
| Messung | Rankings, Klicks, Conversions | Nennungen, Zitate, Verweistraffic | Getrennte Kennzahlen |
| Erfolgsdefinition | Ein Besuch auf Ihrer Seite | Ihre Marke in der Antwort | Getrennt, aber verbunden |
Die Tabelle zeigt vor allem eines: Der Kern bleibt, die Ränder verschieben sich. Deshalb ist es weit effizienter, Ihren bestehenden SEO Prozess um eine GEO Ebene zu ergänzen, als Budget und Team in zwei Lager aufzuteilen.
Ein Beispiel aus meiner Arbeit: Überarbeite ich eine Leistungsseite, prüfe ich drei Dinge in einem Durchgang. Erstens, ob sie für die richtige Suchanfrage rankt. Zweitens, ob der erste Absatz die Frage allein beantwortet. Schließlich, ob der Markenname natürlich in dieser Antwort vorkommt. Ein separates GEO Projekt würde dieselbe Seite zweimal durch zwei Teams schicken. Das verdoppelt die Kosten und bricht meist den Ton der Seite.
Ersetzt GEO das SEO, oder baut es darauf auf?
Für mich ist GEO eine zusätzliche Ebene, kein neues Gebäude. KI Suchsysteme greifen für ihre Antworten meist auf einen Suchindex zurück, und die KI Oberflächen von Google nutzen den Google Index. Eine Seite, die Suchmaschinen nicht crawlen, indexieren oder einordnen können, hat deshalb kaum Chancen, in einer KI Antwort als Quelle aufzutauchen.
Trotzdem ist diese Ebene nicht nebensächlich. Eine Marke, die in den klassischen Ergebnissen auf Seite zwei steht, erscheint in einer KI Antwort womöglich gar nicht. Zudem kann selbst eine gut rankende Seite das Zitat an einen Wettbewerber verlieren, wenn sie die Antwort versteckt. Einen Rahmen für direkte Antworten finden Sie in meinem Beitrag Was ist AEO (Answer Engine Optimization)?
Kurz gesagt: GEO trägt die Arbeit von SEO in die KI Oberflächen hinein. GEO Taktiken auf einer Website mit schwachem Fundament gleichen dagegen Farbe auf einer rissigen Wand.
Wie führen Sie SEO und GEO in einem Arbeitsplan zusammen?
In meiner Beratung arbeite ich mit einem einzigen Fahrplan. Jede Aufgabe markiere ich nach ihrer Wirkung auf beide Kanäle. So hat das Team nie das Gefühl, zwei Projekte zu betreuen, und niemand erledigt dieselbe Arbeit doppelt. Der Plan umfasst fünf Schritte:
- Grundlagenaudit: Crawlbarkeit, Indexierung, Ladezeit und strukturierte Daten prüfen.
- Fragenlandkarte: die echten Fragen sammeln, die Käufer vor dem Kauf stellen.
- Inhalte umbauen: jeder wichtigen Seite einen klaren Antwortblock geben.
- Markensignale: konsistente, überprüfbare Markenangaben im Web veröffentlichen.
- Gemeinsame Messung: Rankings, Klicks, KI Nennungen und Conversions in einem Bericht verfolgen.
Die Reihenfolge ist entscheidend. Überarbeiten Sie zum Beispiel Inhalte, bevor die Messung steht, erfahren Sie nie, was gewirkt hat. Ebenso bleibt selbst der beste Antwortblock ungelesen, wenn die technische Basis nicht stimmt. Deshalb beginne ich jedes Projekt mit dem Audit, und deshalb fließt der erste Monat meiner SEO Beratung meist genau dorthin.
Welche Grundlagen wirken in beiden Kanälen zugleich?
Ist Ihr Budget knapp, investieren Sie zunächst in Arbeit, die sich doppelt auszahlt. Nach meiner Erfahrung stärken diese Maßnahmen Google Rankings und KI Sichtbarkeit gleichzeitig:
- Sauberes, serverseitig erzeugtes HTML, das nicht von JavaScript abhängt.
- Eine Überschriftenstruktur, bei der jede Seite eine Hauptfrage klar beantwortet.
- Korrekte strukturierte Daten wie Organization, Product, Service und FAQPage.
- Inhalte mit genanntem Autor, sichtbarem Datum und belegten Quellen.
- Themencluster mit internen Links, die sie verbinden.
- Schnelle Seiten, die auf dem Smartphone reibungslos funktionieren.
Nichts davon ist neu. Allerdings bestrafen KI Oberflächen Lücken in diesen Grundlagen härter als früher. Versteht ein Modell Ihre Seite nur mühsam, wählt es einfach den Wettbewerber, der denselben Sachverhalt klarer formuliert. Strukturierte Daten erstellen Sie schnell mit meinem Schema Generator.
Was sollte Ihr Content Team anders schreiben?
Die größte Veränderung sehe ich beim Inhalt. Früher reichte oft ein langer Ratgeber mit dem Keyword an den richtigen Stellen. Heute braucht dieser Ratgeber zusätzlich zitierbare Absätze, die für sich allein verständlich sind.
Meine Faustregel lautet deshalb: Setzen Sie unter jede Hauptüberschrift einen Absatz von 40 bis 60 Wörtern, der die Frage direkt beantwortet. Danach folgen Details, Beispiele und Ausnahmen. So finden Leser die Antwort schnell, und ein KI System kann den Absatz übernehmen, ohne den Sinn zu verlieren.
Eigene Daten und Erfahrung zählen zudem mehr denn je. Ein Sprachmodell kennt das allgemeine Wissen bereits. Damit es Sie als Quelle wählt, brauchen Sie etwas, das es anderswo nicht findet: eigene Beobachtungen aus der Praxis, eine eigene Berechnungsmethode, einen eigenen Vergleich. Konkrete Schreibregeln dazu habe ich im Beitrag Content für AI Overviews schreiben gesammelt.
Achten Sie schließlich auf einheitliche Begriffe. Nennen Sie dieselbe Leistung auf drei Seiten unterschiedlich, fällt es einem Modell schwer, Ihre Marke als klare Entität zu erfassen.
Welche technischen Prüfungen sind jetzt besonders wichtig?
Die Grundlagen des technischen SEO haben sich nicht verändert, meine Checkliste ist allerdings länger geworden. Zuerst schaue ich in die robots.txt. Viele Websites sperren alle KI Bots auf einmal und schließen dabei unbemerkt auch die Crawler aus, die KI Suchergebnisse speisen.
OpenAI trennt zum Beispiel in seiner Crawler Dokumentation zwei Bots klar voneinander. Der Suchcrawler von OpenAI erfasst Seiten für die Suchergebnisse in ChatGPT, während GPTBot Daten für das Modelltraining sammelt. Sie können den einen sperren und den anderen zulassen. Ein Unternehmen, das nicht in Trainingsdaten landen, aber in der ChatGPT Suche erscheinen möchte, sperrt also nur GPTBot.
Diese Punkte habe ich meiner technischen Checkliste hinzugefügt:
- In der robots.txt getrennt über Suchcrawler und Trainingscrawler entscheiden.
- Prüfen, ob wichtige Inhalte auch ohne JavaScript im HTML stehen.
- In den Serverlogs beobachten, welche Seiten KI Crawler tatsächlich besuchen.
- Sicherstellen, dass Firewall oder CDN diese Bots nicht stillschweigend blockieren.
Die passenden Regeln schreiben Sie mit meinem robots.txt Generator. Einen tieferen Blick bietet mein Beitrag Technisches SEO nach der KI Wende.
Warum zählen Markensignale heute mehr als früher?
Im klassischen SEO waren Links das wichtigste Autoritätssignal, und sie zählen weiterhin. In KI Antworten spielt allerdings auch eine Rolle, wie Ihre Marke im Web insgesamt auftaucht. Ein Modell empfiehlt eher Marken, die in vielen unabhängigen Quellen einheitlich vorkommen.
Deshalb bitte ich meine Kunden, ihre Markenangaben überall identisch zu halten. Firmenname, Leistungsbeschreibung, Adresse, Gründungsjahr und Fachgebiet sollten auf der Website, im Google Unternehmensprofil, in Branchenverzeichnissen und in Presseberichten übereinstimmen. Zudem helfen Nennungen auf unabhängigen Websites, in Foren und in Vergleichsartikeln, damit ein Modell Ihren Namen mit einer Kategorie verbindet.
Welche Marken dabei vorne liegen, analysiere ich im Beitrag Welche Marken empfehlen KI Suchmaschinen? Ihre eigene Position testen Sie dann mit der Methode aus Marke in ChatGPT und Gemini sichtbar machen.
Wie messen Sie die Leistung von SEO und GEO?
Die Messung ist derzeit das schwächste Glied. Google zählt den Traffic aus AI Overviews und AI Mode zu den allgemeinen Websuchdaten in der Search Console, bietet aber keinen eigenen Filter. Das heißt, Sie können Klicks aus KI Oberflächen heute nicht sauber von klassischen Klicks trennen.
Daher baue ich die Messung in drei Ebenen auf. Erstens die Search Console: Ich verfolge Impressionen, Klicks und Klickrate nach Art der Suchanfrage. Zweitens GA4: Verweistraffic von chatgpt.com, perplexity.ai und gemini.google.com fasse ich in einer eigenen Kanalgruppe zusammen. Drittens ein manueller Nennungstest.
Für diesen Test lege ich die 20 bis 30 wichtigsten Fragen der Kaufentscheidung fest. Jeden Monat stelle ich sie dann in mehreren KI Tools. Anschließend notiere ich, ob die Marke erscheint und welche Quellen die Tools zitieren. Die Methode ist nicht perfekt, denn Antworten schwanken je nach Nutzer und Tag. Dennoch liefert sie einen verlässlichen Kompass für den Trend.
Um Kampagnenlinks in Ihren Berichten sauber zu trennen, nutzen Sie meinen UTM Generator.
Welche KPIs reichen allein nicht mehr, und welche kommen hinzu?
Reines Ranking Tracking kann heute in die Irre führen. Eine Seite hält Position eins, während eine KI Zusammenfassung darüber die Klicks abschöpft. Folglich hören Sie oft die Frage: „Unsere Rankings sind gleich, warum sinkt dann der Traffic?“
In meinen Berichten verfolge ich deshalb diese Kennzahlen nebeneinander:
- Impressionen und Klickrate, getrennt nach informativen und kommerziellen Anfragen.
- Veränderungen im Suchvolumen für Ihren Markennamen.
- Verweistraffic aus KI Tools und dessen Conversion Rate.
- Den Anteil der Testfragen, in denen Ihre Marke erscheint.
- Anfragen und Umsatz aus dem organischen Kanal.
Am genauesten beobachte ich die Markensuchen. Wer Ihren Namen in einer KI Antwort liest, klickt oft nicht sofort, sucht aber einige Tage später gezielt nach Ihrer Marke. Klassische Attributionsmodelle erfassen diesen Effekt nicht. Deshalb bewerte ich keinen Kanal, ohne auf das Ergebnis unter dem Strich zu schauen: Anfragen und Umsatz.
Wie teilen Sie das Budget zwischen SEO und GEO auf?
Eine allgemeingültige Formel gibt es nicht, und bei Anbietern mit fertiger Formel wäre ich vorsichtig. Trotzdem nutze ich in Kundengesprächen einen Ausgangspunkt. Die folgenden Spannen sind ein Startbereich aus meiner Praxiserfahrung, keine Garantie.
Bei einer Website mit schwacher technischer Basis fließt der größte Teil, grob zwei Drittel, in die klassischen SEO Grundlagen, weil diese Arbeit beiden Kanälen hilft. Ist das Fundament solide, können Sie mehr Budget in GEO Aufgaben wie Antwortüberarbeitung, Markennennungen und Messung verschieben. Nach meiner Erfahrung übersteigt dieser Anteil allerdings selten die Hälfte.
Beispielrechnung: Nehmen wir ein Unternehmen mit monatlich 4.000 Euro für Beratung und Content und einer gesunden technischen Basis. Es könnte 2.500 Euro in technische Pflege und neue Inhalte stecken und 1.500 Euro in antwortorientierte Überarbeitungen und Nennungstests. Die Zahlen veranschaulichen nur das Verhältnis, Ihre Werte weichen ab.
Die grundsätzliche Budgetlogik bespreche ich im Beitrag Organisches Wachstum oder bezahlte Werbung.
Wie prüfen Sie Ihre vorhandenen Inhalte?
Bevor Sie neue Inhalte erstellen, schauen Sie auf den Bestand. Auf den meisten Websites liegt die eigentliche Chance in Seiten, die bereits ranken, die Antwort aber zu spät liefern. Ich beginne das Audit mit Daten aus der Search Console und sortiere die Seiten in drei Gruppen:
- Viele Impressionen, sinkende Klickrate: Antwortblock und Title überarbeiten.
- Nah am Kauf, aber schwach im Ranking: interne Links, strukturierte Daten und Tiefe ergänzen.
- Kein Traffic und veraltet: zusammenführen oder entfernen.
Danach unterziehe ich jede wichtige Seite einem einfachen Test. Lesen Sie den ersten Absatz für sich allein und fragen Sie sich, ob er die Frage ohne Kontext beantwortet. Falls nicht, wird ein KI System ihn kaum zitieren, und ein menschlicher Leser stolpert ebenso.
Dieses Audit dauert meist nur wenige Tage, legt aber die Prioritäten für die kommenden Monate fest. Mit meinem Tool zum Lesbarkeit prüfen finden Sie zu lange Absätze schnell.
Was sollten Sie in den ersten 90 Tagen tun?
Bei neuen Projekten teile ich das erste Quartal in konkrete Meilensteine. So weiß das Team, was zu tun ist, und die Geschäftsführung sieht Fortschritt. Diesen Zeitplan empfehle ich:
- Monat eins: technisches Audit, Prüfung von robots.txt und Crawlerzugang, Kontrolle von Search Console und GA4, erster Nennungstest.
- Monat zwei: antwortorientierte Überarbeitung der zehn umsatzstärksten Seiten, strukturierte Daten, vollständige Fragenlandkarte.
- Monat drei: einheitliche Markenangaben auf externen Quellen, neue Fragetexte, zweiter Nennungstest und Vergleichsbericht.
Erwarten Sie nach 90 Tagen keine Wunder. Mit sauberer Messung sehen Sie aber, welche Seiten in KI Antworten auftauchen und bei welchen Anfragen sich die Klickrate verändert. Diese Belege reichen, um die Prioritäten des nächsten Quartals festzulegen.
Vor allem im zweiten Monat brauchen Sie Geduld. Google und KI Tools benötigen Zeit, um überarbeitete Seiten neu zu bewerten.
Welche Fehler machen SEO und GEO Arbeit zunichte?
Die Fehler, die ich in der Praxis sehe, ähneln sich erstaunlich. Meist entstehen sie, weil Unternehmen dem neuen Kanal hinterherlaufen und das Fundament vernachlässigen. Die teuersten sind diese:
- Alle KI Crawler ohne Abwägung in der robots.txt sperren.
- Massenhaft KI Texte ohne eigenen Mehrwert veröffentlichen.
- Rankingberichte lesen und Klicks sowie Conversions ignorieren.
- Alle Hoffnung auf eine einzelne Datei wie llms.txt setzen.
- Widersprüchliche Markenangaben auf verschiedenen Plattformen stehen lassen.
- Gut rankende Seiten ohne Not umschreiben und dabei beschädigen.
Den zweiten Punkt möchte ich betonen. Die Spam Richtlinien von Google richten sich ausdrücklich gegen minderwertige Inhalte in großem Umfang, egal ob mit KI oder von Hand erstellt. Die Idee „Content ist jetzt billig, also veröffentlichen wir tausend Seiten“ schadet somit SEO und GEO gleichermaßen. Weniger, aber wirklich hilfreiche Seiten schneiden in beiden Kanälen besser ab.
Wie wirken sich Zero Click Suchen auf Ihre Strategie aus?
Die sichtbarste Folge von KI Zusammenfassungen ist der Anstieg von Zero Click Suchen. Der Nutzer erhält die Antwort auf der Ergebnisseite und geht. Am deutlichsten zeigt sich das bei Definitionen, Umrechnungen und einfachen Faktenfragen.
Allerdings verhält sich nicht jede Anfrage gleich. Bei kaufnahen Suchen, Vergleichen oder lokalen Dienstleistungen besuchen Menschen weiterhin Websites. Deshalb empfehle ich, Ihre Content Strategie nach Art der Anfrage zu trennen. Bei Informationsanfragen zielen Sie auf Markensichtbarkeit, bei kommerziellen Anfragen auf Besuche und Conversions.
Mit dieser Trennung wirkt der Trafficverlust weniger bedrohlich. Viele der verlorenen Klicks wären ohnehin nie zu Umsatz geworden. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Was sind Zero Click Suchen?
Welche Rolle spielt Google Ads in diesem Bild?
Wird die organische Sichtbarkeit weniger planbar, dient bezahlte Suche als steuerbarer Puffer. Ich plane SEO und GEO deshalb gemeinsam mit Google Ads, denn beide Kanäle liefern sich gegenseitig Daten.
Der Suchbegriffbericht Ihrer Kampagnen zeigt zum Beispiel die exakten Wörter, mit denen Kunden suchen, und bereichert so Ihre Fragenlandkarte. Umgekehrt können Sie Themen, die organisch gut laufen, mit mehr Sicherheit bewerben. Außerdem zeigt Google Anzeigen auch innerhalb und rund um AI Overviews, also hat der bezahlte Kanal auch auf diesen neuen Oberflächen seinen Platz.
Betrachten Sie Anzeigen trotzdem nicht als Ersatz für organische Arbeit. Stoppt das Budget, stoppt auch der Traffic. Nur ein solides organisches Fundament schafft dauerhafte Sichtbarkeit. In meiner Google Ads Verwaltung baue ich die bezahlte Struktur deshalb zusammen mit der organischen Strategie auf.
Welche Unternehmen sollten zuerst handeln?
Nicht jedes Unternehmen steht unter dem gleichen Druck. Verlage, Blogs und Ratgeberseiten, die vor allem von informativen Inhalten leben, spüren die Wirkung am schnellsten. Sie müssen ihr Modell grundsätzlich überdenken.
Danach folgen B2B-Dienstleister, SaaS Anbieter und Beratungen. Ihre Kunden nutzen zunehmend KI Tools, wenn sie eine Auswahlliste erstellen. Wer bei Fragen wie „beste Anbieter für X“ fehlt, verliert somit still und leise Aufträge.
Lokale Dienstleister und E-Commerce Shops spüren den Wandel ebenfalls, doch transaktionale Anfragen erzeugen weiterhin starke Klicks. Für diese Gruppe hat eine strukturierte, einheitliche Darstellung von Produkten und Leistungen Vorrang. Egal zu welcher Gruppe Sie gehören: Messen Sie zuerst Ihre heutige Sichtbarkeit, bevor Sie eine Strategie aufsetzen.
Fazit: SEO ist nicht tot, es hat sich weiterentwickelt
SEO ist in Zeiten von KI nicht tot, doch das Modell „ranken und Klicks sammeln“ reicht allein nicht mehr. Ihr Ziel ist jetzt, bei den Fragen Ihrer Kunden eine vertrauenswürdige Quelle zu sein, in den Suchergebnissen ebenso wie in KI Antworten. Der Weg dorthin führt nicht über zwei getrennte Teams, sondern über einen Ansatz, der SEO und GEO in einem Plan vereint.
Zusammengefasst: Halten Sie das Fundament stabil, schreiben Sie zitierbare Inhalte, pflegen Sie einheitliche Markenangaben und passen Sie Ihre Messung an die neue Realität an. Möchten Sie eine zweite Meinung zum Stand Ihrer Website, erreichen Sie mich über meine Kontaktseite. Dann legen wir gemeinsam den ersten Schritt fest.




