Social Media

Barrierefreiheit in Social Media: Alternativtext und Untertitel

Talha Aslan 16 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Was bedeutet Barrierefreiheit in Social Media?

Barrierefreiheit in Social Media bedeutet, dass Bilder, Videos und Texte Ihrer Beiträge auch für Menschen mit Seh-, Hör-, Bewegungs- oder kognitiven Einschränkungen verständlich sind. In der Praxis sind das Alternativtexte, Untertitel, ausreichender Kontrast und eine Schreibweise, die Screenreader sauber vorlesen.

Die Idee ist allerdings nicht neu. Prinzipien der Barrierefreiheit gibt es im Web seit Jahren, und sie lassen sich gut auf Beiträge übertragen. Allerdings bestimmt die Plattform ihre Oberfläche selbst. Ihr Einfluss liegt beim Beitrag: was Sie schreiben, wie er aussieht und welche Zusatzinformation Sie mitgeben.

Dieser Leitfaden behandelt daher ein einziges Thema, nämlich die Ebene des einzelnen Beitrags. Die Seite der Website haben wir im Beitrag zur barrierefreien Website und zu den WCAG erklärt, deshalb wiederholen wir sie hier nicht.

Warum ist Barrierefreiheit in Social Media für Ihr Unternehmen wichtig?

Ein barrierefreier Beitrag erreicht mehr Menschen, denn Alternativtext, Untertitel und guter Kontrast helfen nicht nur Nutzern mit Behinderung. Zudem helfen sie Menschen, die ohne Ton schauen, bei Sonne auf das Display blinzeln oder müde durch den Feed scrollen.

Denken Sie an einen konkreten Fall. Zum Beispiel verpasst die Botschaft, wer Ihr Produktvideo in der Bahn ohne Ton ansieht, wenn Untertitel fehlen. Eine Kundin mit Screenreader erfährt den Preis nie, wenn er nur im Bild steht. Folglich ist jede Lücke eine verpasste Chance.

Auch Ihr Markenbild profitiert, denn wer Ihr Bild nicht versteht, fühlt sich ausgeschlossen. Daher ist Barrierefreiheit kein nettes Extra, sondern Teil guter Inhaltsqualität.

Außerdem gilt: Rechtliche Pflichten unterscheiden sich je nach Land und Branche. Dieser Beitrag ist also keine Rechtsberatung. Prüfen Sie die für Sie geltenden Regeln und fragen Sie eine fachkundige Person.

Welche Nutzergruppen betrifft Barrierefreiheit?

Zunächst denken die meisten an blinde Menschen mit Screenreader. Die Liste ist allerdings viel länger, und jeder Beitrag berührt diese unterschiedlichen Bedürfnisse.

  • Blinde und sehbehinderte Nutzer: Sie arbeiten mit Screenreader, Vergrößerung und hohem Kontrast.
  • Gehörlose und schwerhörige Nutzer: Sie folgen gesprochener Sprache in Videos über Untertitel.
  • Menschen mit Farbfehlsichtigkeit: Sie übersehen Informationen, die nur über Farbe vermittelt werden.
  • Menschen mit kognitiven Besonderheiten: Sie verarbeiten kurze, klare und gut gegliederte Texte leichter.
  • Nutzer mit eingeschränkter Beweglichkeit: Sie bedienen das Gerät per Sprache oder mit einer Hand.
  • Alle in einer vorübergehenden Situation: laute Umgebung, Stummschaltung, gesprungenes Display oder langsame Verbindung.

Entscheidend ist also, dass Bedürfnisse dauerhaft oder vorübergehend sein können. Zum Beispiel führen ein gebrochener Arm und eine dauerhafte Behinderung beide zur Bedienung mit einer Hand. Betrachten Sie Barrierefreiheit deshalb als allgemeine Qualitätsverbesserung und nicht als Angebot für eine kleine Gruppe.

Was sagen die WCAG zu Beiträgen in sozialen Netzwerken?

Also: Die WCAG sind die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte des W3C. Soziale Netzwerke sind nicht Ihre Website, daher binden die Richtlinien Sie nicht direkt. Ihre Prinzipien taugen dennoch als Kompass für Ihre Beiträge. Den aktuellen Wortlaut finden Sie im Dokument des W3C zu den WCAG.

Auf Beitragsebene stechen drei Prinzipien heraus:

  • Nicht textliche Inhalte: Ein Bild braucht ein Textäquivalent, also einen Alternativtext.
  • Aufgezeichnete Videos: Gesprochener Ton braucht Untertitel.
  • Kontrast: Text braucht genug Farbabstand zum Hintergrund.

Konkret verlangen die WCAG beim Kontrast ein Verhältnis von 4,5:1 für normalen Text und 3:1 für großen Text. Prüfen Sie daher die aktuellen Schwellenwerte auf der Seite des W3C. Außerdem liegen die Oberflächenfarben der Plattform nicht in Ihrer Verantwortung.

Was ist ein Alternativtext und wie nutzen Screenreader ihn?

Ein Alternativtext ist eine kurze schriftliche Beschreibung dessen, was ein Bild zeigt. Landet ein Screenreader auf dem Bild, liest er diese Beschreibung vor. Für Menschen, die das Foto nicht sehen, ist sie die einzige Fassung des Fotos.

Der Alternativtext bleibt allerdings meist unsichtbar. Je nach Plattform erscheint er als kleines Symbol oder Link, doch die meisten Nutzer sehen ihn nie. Ihn als Dekoration zu betrachten, ist deshalb ein häufiger Fehler.

Technische Einzelheiten finden Sie in unserem Beitrag, der erklärt, was ein Alt Text ist und wie Sie ihn richtig schreiben. Hier betrachten wir deshalb nur den Social Media Kontext.

Wie schreiben Sie einen guten Alternativtext für Social Media Bilder?

Ein guter Alternativtext ist kurz, konkret und passt zum Zweck des Beitrags. Beschreiben Sie, was das Bild zeigt, und konzentrieren Sie sich auf den Teil, der für Ihre Botschaft zählt. Jedes Detail aufzuzählen, ist dagegen nicht nötig.

  1. Legen Sie zunächst den Zweck des Bildes fest: Produkt, Ankündigung oder Stimmung?
  2. Nennen Sie danach das Hauptobjekt und die Handlung, etwa "Handgemachte Keramiktassen, aufgereiht auf einer Theke".
  3. Übernehmen Sie Text im Bild wörtlich, denn Screenreader lesen Schrift im Bild nicht.
  4. Verzichten Sie auf Einstiege wie "Bild von" oder "Foto von". Denn der Leser weiß, dass es ein Bild ist.
  5. Schreiben Sie knapp und in ganzen Sätzen. Stopfen Sie keine Schlüsselwörter hinein.

Beispielszenario: Ein Café teilt ein Foto seiner Winterkarte. Zum Beispiel wäre ein schwacher Alternativtext "Karte". Besser ist: "Zwei Tassen heiße Schokolade und ein Stück Zimtkuchen auf einem Holztisch, daneben eine handgeschriebene Winterkarte".

Für die Länge gibt es keine feste Regel, aber ein praktisches Gleichgewicht. Zum Beispiel braucht ein einfaches Produktfoto einen Satz. Eine Grafik oder ein Plan braucht dagegen die Kernaussage oder eine Zusammenfassung der Tabelle.

  • Schreiben Sie, was für die Botschaft zählt, nicht beliebige Details.
  • Wenn eine Person im Bild für die Botschaft wichtig ist, dann nennen Sie Handlung und Umgebung.
  • Erscheint ein Marken- oder Produktname im Bild, schreiben Sie ihn auf.
  • Übernehmen Sie Zahlen und Daten genau wie im Bild.
  • Schreiben Sie in der Sprache des Beitrags, und denken Sie bei mehrsprachigen Konten jede Sprache einzeln.

Beispielszenario: Eine Boutique zeigt einen neuen Mantel. "Mantel" ist zu dünn. "Beiger langer Wollmantel, das Model krempelt einen Ärmel hoch, Kragendetail sichtbar" beschreibt das Produkt wirklich.

Wie fügen Sie bei Instagram einen Alternativtext hinzu?

Instagram lässt Sie vor und nach dem Veröffentlichen einen Alternativtext schreiben. Der Instagram Hilfebereich beschreibt den Weg so: Foto auswählen und bearbeiten, im nächsten Schritt die erweiterten Einstellungen öffnen und die Option zum Schreiben des Alternativtexts wählen.

Bei einem bereits geteilten Beitrag öffnen Sie das Beitragsmenü, wählen Bearbeiten und ändern dann den Alternativtext. Menünamen können sich je nach Version ändern, deshalb sollten Sie die aktuellen Schritte in der Hilfe prüfen.

Ein weiteres Detail zählt also. Schreiben Sie keinen Alternativtext, kann Instagram per Objekterkennung eine Beschreibung erzeugen. Allerdings ist dieser automatische Text oft oberflächlich. Ihr eigener Text ersetzt ihn und ist meist deutlich besser.

Für die Bildunterschrift hilft unser Beitrag zu Instagram Captions. Kurz gesagt: Alternativtext und Caption erfüllen verschiedene Aufgaben. Die Caption richtet sich an alle, der Alternativtext an unterstützende Technik.

Wie fügen Sie bei LinkedIn einen Alternativtext hinzu?

LinkedIn zeigt nach dem Hochladen eines Bildes eine Schaltfläche für den Alternativtext. Laut der Hilfeseite von LinkedIn erscheint das Feld am Desktop unter dem Bild, und mobil gibt es eine ähnliche Schaltfläche.

LinkedIn kann Bildern ohne Alternativtext auch automatisch einen Text hinzufügen. Die Hilfeseite nennt dazu einen Hinweis am Desktop. Verlassen Sie sich trotzdem nicht auf den automatischen Text. Schreiben Sie stattdessen einen eigenen Satz.

Zum Beispiel teilen Unternehmensseiten manchmal eine Folie oder eine Infografik. Quetschen Sie dann nicht den gesamten Text nur in das Alternativtextfeld. Übernehmen Sie die wichtigsten Punkte auch in den Beitragstext, damit alle dieselbe Information erhalten.

Diese Gewohnheit zählt daher besonders bei B2B Inhalten. Schließlich lesen manche Entscheider Beiträge mit Screenreader oder Übersetzungshilfen.

Wie fügen Sie bei X eine Bildbeschreibung hinzu?

Bei X laden Sie das Bild hoch, wählen die Schaltfläche für den Alternativtext auf dem Bild, schreiben die Beschreibung und bestätigen. Der Hilfebereich von X erklärt diesen Ablauf. Er empfiehlt außerdem natürliche, vollständige Sätze.

Zahlenwerte wie Zeichenlimits können sich mit der Zeit ändern. Prüfen Sie das aktuelle Limit deshalb auf der Hilfeseite. Zudem bietet die Plattform eine Erinnerungseinstellung für Bildbeschreibungen, mit der Sie die Gewohnheit im Team festigen.

Außerdem sieht die Funktion nicht auf jedem Konto und in jedem Land gleich aus. Sehen Sie einen Schritt nicht, dann prüfen Sie Ihre App Version und Ihren Kontotyp.

Wie fügen Sie Videos Untertitel hinzu und korrigieren automatische Untertitel?

Die meisten Plattformen wandeln Sprache automatisch in Text um. Allerdings enthält das Ergebnis oft Fehler, und Eigennamen, Akzente und Fachbegriffe kommen häufig falsch heraus. Prüfen Sie daher jeden Untertitel vor der Veröffentlichung.

Die Hilfeseite von Instagram zu Reels Untertiteln erklärt, dass automatische Untertitel für Reels auf Spracherkennung beruhen und dass Sie sie verwalten können. Die Hilfe von YouTube warnt, dass automatische Untertitel wegen Aussprache, Akzent oder Hintergrundgeräuschen den Inhalt falsch wiedergeben können. Daher rät sie, sie zu prüfen und zu bearbeiten.

In YouTube Studio öffnen Sie den Bereich für Untertitel, wählen das Video, duplizieren die automatischen Untertitel zum Bearbeiten und veröffentlichen sie dann. Zudem passen Sie die Zeitsteuerung zeilenweise an.

  1. Bereiten Sie zunächst vor dem Hochladen ein kurzes Skript vor.
  2. Schalten Sie danach automatische Untertitel ein und erzeugen Sie eine erste Fassung.
  3. Korrigieren Sie Namen, Marken und Produktbegriffe von Hand.
  4. Sehen Sie das Video stumm an und prüfen Sie, ob die Botschaft allein über Untertitel ankommt.
  5. Entdecken Sie nach der Veröffentlichung einen Fehler, aktualisieren Sie die Untertitel.

Sollten Sie eingebrannte oder zuschaltbare Untertitel verwenden?

Eingebrannte Untertitel sind fest ins Videobild integriert. Sie lassen sich also nicht ausschalten, und Screenreader lesen sie nicht. Zuschaltbare Untertitel sind eine eigene Textebene. Zuschauer können sie ein- oder ausschalten und anpassen, und unterstützende Technik kann sie lesen.

Unterstützt die Plattform zuschaltbare Untertitel, wählen Sie daher diese. Andernfalls, oder bei kurzen Hochformatvideos, können eingebrannte Untertitel praktisch sein. Achten Sie dann auf den Textkontrast und darauf, wie lange jede Zeile im Bild bleibt.

MerkmalZuschaltbare UntertitelEingebrannte Untertitel
Kontrolle durch ZuschauerZuschauer schalten sie ein oder aus und ändern die GrößeFest im Bild, nicht abschaltbar
ScreenreaderLesen den Text vorTeil des Bildes, Screenreader überspringen sie
Fehler korrigierenSie bearbeiten sie späterSie exportieren das Video neu
PlattformunterstützungJe nach Plattform und Konto verschiedenErscheinen überall
Typischer EinsatzLange Videos und LerninhalteKurze Hochformatvideos und schnelle Schnitte

Am sichersten ist es also, beides zu bedenken. Lassen Sie zuschaltbare Untertitel an, wenn möglich, und heben Sie Schlüsselwörter im Bild selbst hervor.

Warum sollten Hashtags jedes Wort großschreiben?

Schreiben Sie einen Hashtag aus mehreren Wörtern klein, versucht ein Screenreader, ihn als ein langes Wort auszusprechen. Beginnen Sie jedes Wort mit einem Großbuchstaben, nennt man das CamelCase, und die Wörter trennen sich beim Vorlesen deutlich.

Schreiben Sie zum Beispiel #SocialMediaBetreuung statt #socialmediabetreuung. Zudem ist das für das Auge leichter lesbar. Dadurch haben sehende und blinde Nutzer denselben Vorteil.

  • Halten Sie die Zahl der Hashtags überschaubar, denn lange Reihen machen das Zuhören mühsam.
  • Setzen Sie Hashtags ans Ende des Beitrags, nicht mitten in einen Satz.
  • Schreiben Sie Ihren Markenhashtag immer mit derselben Groß- und Kleinschreibung.

Ideen finden Sie mit unserem Hashtag Generator. Schreiben Sie vor der Veröffentlichung jedes Wort groß.

Wie wirken sich Emojis und Zierschriften auf Screenreader aus?

Screenreader lesen ein Emoji meist mit seinem offiziellen Namen vor. Ein einzelnes Emoji ist dagegen unproblematisch. Zehn Emojis hintereinander lassen den Screenreader allerdings zehn lange Beschreibungen vorlesen, und der Satz wird zum Rauschen.

Allerdings sind Generatoren für Zierschrift ein größeres Risiko. Diese Werkzeuge ersetzen normale Buchstaben durch besondere Unicode Zeichen, die nur wie Buchstaben aussehen. Daher lesen Screenreader sie oft als Symbolnamen vor oder überspringen sie. Suche und Übersetzung funktionieren dann ebenfalls nicht mehr.

  • Setzen Sie ein Emoji ans Satzende, nicht anstelle eines Wortes.
  • Beschränken Sie sich auf wenige Emojis pro Beitrag.
  • Nutzen Sie Emojis als Aufzählungszeichen, begrenzen Sie die Anzahl.
  • Schreiben Sie Markennamen, Produktnamen und Kontaktdaten nie in einer besonderen Schrift.

Kurz gesagt: Verwenden Sie überall dort, wo Identitätsangaben stehen, normale Standardbuchstaben.

Seien Sie außerdem bei Umlauten vorsichtig. Generatoren für besondere Schriften unterstützen ä, ö, ü und ß oft nicht, sodass Wörter unvollständig oder sinnlos erscheinen. Das schadet also Lesern und Suche gleichermaßen.

Wie sorgen Sie für ausreichenden Kontrast und lesbares Design?

Hellgrauer Text auf weißem Grund wirkt vielleicht elegant, doch Menschen mit geringem Sehvermögen können ihn nicht lesen. Die WCAG verlangen 4,5:1 Kontrast für normalen Text und 3:1 für großen Text. Bestätigen Sie die aktuellen Kriterien auf der Seite des W3C.

Raten Sie Farbverhältnisse daher nicht, sondern messen Sie sie. Mit unserem Kontrastrechner geben Sie Vorder- und Hintergrundfarbe ein und prüfen schnell. Für Gestaltungsprinzipien hilft außerdem unser Beitrag zu Kontrast im Webdesign.

  • Legen Sie Text über ein Foto, setzen Sie eine halbtransparente Fläche dahinter.
  • Verlassen Sie sich nicht allein auf Farbe, sondern schreiben Sie "storniert" aus, statt nur Rot zu nutzen.
  • Vermeiden Sie sehr kleine oder dünne Schriften, denn sie strengen am Smartphone die Augen an.
  • Setzen Sie blinkende und schnelle Bewegungseffekte sparsam ein.

Wie machen Sie Text in Bildern und Karussells zugänglich?

Ein Screenreader kann Text nicht lesen, der fest im Bild steckt. Schreiben Sie wichtige Angaben wie Preisliste, Veranstaltungsdatum oder Aktionsbedingungen deshalb auch in den Beitragstext und nicht nur in die Grafik.

Außerdem braucht in einem Karussell womöglich jede Folie einen eigenen Alternativtext. Dieselbe Beschreibung auf jeder Folie zu wiederholen, hilft nicht. Schreiben Sie stattdessen eine kurze Beschreibung, die zur jeweiligen Folie passt.

Beispielszenario: Ein Kursanbieter veröffentlicht ein Karussell mit fünf Folien zum Wochenplan. Die Tabelle steht im Bild, während Tage und Uhrzeiten zusätzlich im Beitragstext stehen. So erreichen also alle dieselbe Information.

Fassen Sie lange Karussells möglichst im Beitragstext zusammen. Dann verstehen Suchmaschinen und unterstützende Technik den Inhalt besser.

Auch einfache Sprache gehört zur Barrierefreiheit. Zum Beispiel helfen kurze Sätze, vertraute Wörter und klare Absätze helfen Menschen mit kognitiven Besonderheiten, Lesern in einer Zweitsprache und Eiligen. Verwenden Sie Fachjargon, erklären Sie ihn beim ersten Auftreten.

Dieselbe Sorgfalt gilt für Linktexte. "Hier klicken" sagt einem Screenreader Nutzer nichts. Schreiben Sie stattdessen, wohin der Link führt, etwa "Den Wochenplan der Kurse ansehen". Geben Sie dem Link außerdem Kontext in einem Satz, statt ihn allein stehen zu lassen.

Wie verändern Reels, Stories und kurze Videos die Barrierefreiheit?

Kurze Hochformatvideos laufen schnell. Daher bleibt Text nur sehr kurz im Bild und ist deshalb schwer zu lesen. Stimmen Sie Ihre Textfelder auf das Sprechtempo ab, halten Sie jedes kurz und quetschen Sie wichtige Angaben nicht in die letzte Sekunde.

Viele Menschen schauen ohne Ton. Deshalb sind Untertitel nicht nur für gehörlose Zuschauer da, sondern für fast jedes Publikum nahezu Pflicht. Hängt Ihre Botschaft an gesprochener Erzählung, veröffentlichen Sie nicht ohne Untertitel.

  • Nutzen Sie eine klare Fläche hinter eingeblendetem Text.
  • Halten Sie Untertitel vom unteren Bereich fern, wo sich Bedienelemente überlagern können.
  • Geben Sie Kerninformationen bei schnellem Schnitt per Ton und Text zugleich.
  • Die Untertitelunterstützung bei Livestreams hängt von Plattform und Konto ab, prüfen Sie daher die Hilfeseite.

Dieselben Prinzipien gelten also für Stories und andere kurzlebige Inhalte. Auch wenn sie bald verschwinden, sollten alle sie verstehen können, solange sie online sind.

Können Sie KI erzeugten Alternativtexten und Untertiteln vertrauen?

Automatische Werkzeuge sparen Zeit, aber das letzte Wort sollten Sie behalten. Zunächst liefern Bilderkennung und Spracherkennung einen allgemeinen Entwurf. Allerdings kennen sie Ihre Produktnamen, Ihre Räume und den echten Zweck des Beitrags oft nicht.

Bearbeiten Sie den Entwurf deshalb, statt ihn zu übernehmen. Betrachten Sie die automatischen Beschreibungen der Plattformen als Startpunkt. Schließlich erklärt ein automatischer Text nicht, warum Sie das Bild geteilt haben.

  1. Erzeugen Sie den automatischen Entwurf.
  2. Korrigieren Sie falsch erkannte Objekte und Eigennamen.
  3. Ergänzen Sie das Detail, das Ihre Botschaft stützt.
  4. Streichen Sie Wiederholungen und überflüssige Wendungen.
  5. Testen Sie die Endfassung, indem Sie sie anhören oder mit einem Screenreader prüfen.

Setzen Sie Werkzeuge mit KI in der Inhaltsproduktion ein, lesen Sie auch die Bedingungen des Dienstes, an den Sie Daten und Bilder geben. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Wie unterscheiden sich die Barrierefreiheitsfunktionen der Plattformen?

Die folgende Tabelle fasst die Kernfunktionen zusammen, die wir in Hilfeseiten bestätigt haben. Allerdings kann die Verfügbarkeit je nach Land, App Version und Kontotyp abweichen. Prüfen Sie Details daher immer auf der jeweiligen Hilfeseite.

PlattformAlternativtext für BilderUntertitel für VideosHinweis
InstagramSie ergänzen ihn vor oder nach dem Posten, eine automatische Fassung kann erscheinenAutomatische Untertitel für Reels lassen sich verwaltenMenünamen ändern sich je nach Version
LinkedInSie tippen ihn in das Feld unter dem BildDie Optionen hängen vom Videotyp abEin automatischer Alternativtext kann erscheinen
XSie ergänzen ihn über die Schaltfläche auf dem BildDie Unterstützung hängt von Konto und Region abPrüfen Sie das Zeichenlimit in der Hilfe
YouTubeVideoplattform, deshalb liegt der Schwerpunkt hier auf UntertitelnSie bearbeiten automatische Untertitel in StudioDie Untertitelsprache folgt dem Video

Nutzen Sie eine Plattform, die nicht in der Tabelle steht, wenden Sie dieselben Prinzipien an. Suchen Sie dann im Hilfebereich nach "Alternativtext" und "Untertitel".

Wie sieht eine Checkliste für barrierefreie Beiträge aus?

Barrierefreiheit in Social Media geht im Alltag leicht unter, deshalb ist eine Checkliste die richtige Lösung. Sie macht aus Wissen eine Gewohnheit, statt alles dem Gedächtnis zu überlassen. Teilen Sie diese wenigen Minuten Prüfung vor jedem Beitrag mit Ihrem Team.

  1. Hat jedes Bild mit Aussage einen Alternativtext?
  2. Steht der Text im Bild auch im Beitragstext?
  3. Wenn im Video gesprochen wird: Haben Sie Untertitel ergänzt und Fehler korrigiert?
  4. Funktioniert die Botschaft, wenn Sie stumm schauen?
  5. Haben Sie in den Hashtags jedes Wort großgeschrieben?
  6. Ist die Zahl der Emojis vernünftig, und haben Sie besondere Schriften vermieden?
  7. Gibt es genug Kontrast zwischen Text und Hintergrund?
  8. Sagt der Linktext etwas Konkretes statt "hier klicken"?

Nehmen Sie die Liste in Ihre Social Media Betreuung auf, damit Barrierefreiheit ein fester Schritt wird und keine einmalige Aktion.

Wie messen Sie die Wirkung Ihrer Barrierefreiheitsarbeit?

Barrierefreiheit hat allerdings keine einzelne saubere Kennzahl. Dennoch können Sie indirekte Signale beobachten: die Wiedergabedauer bei Videos, Speicher- und Teilungsrate, die Qualität eingehender Nachrichten und direktes Feedback.

Viele Weiterleitungen passieren in privaten Nachrichten, daher lohnt sich unser Beitrag dazu, Dark Social zu messen. Links in geteilten Beiträgen verfolgen Sie mit unserem UTM Generator.

  • Vergleichen Sie die Wiedergabedauer ähnlicher Videos mit und ohne Untertitel.
  • Notieren Sie Kommentare wie "Ich konnte nicht erkennen, was das Bild zeigt".
  • Verfolgen Sie, wie konsequent Ihr Team die Checkliste anwendet.

In der Praxis funktioniert ein kleiner Teamtest gut. Schalten Sie vor der Veröffentlichung einen Screenreader ein und hören Sie den Beitrag an. Der eingebaute Screenreader Ihres Smartphones reicht dafür aus. Ergibt das Gehörte keinen Sinn, ist der Beitrag vermutlich unvollständig.

Diese Vergleiche beweisen allerdings keine Ursache und Wirkung. Viele Faktoren prägen das Ergebnis, also nutzen Sie sie nur als Richtwerte.

Welche Fehler passieren bei der Barrierefreiheit in Social Media häufig?

Teams starten meist mit guten Absichten, doch dieselben wenigen Fehler kehren wieder. Wer sie vorher kennt, spart also Zeit.

  • Einen Hashtag oder einen Werbesatz statt eines echten Alternativtexts schreiben.
  • Automatische Untertitel ungeprüft veröffentlichen.
  • Alle Informationen ins Bild packen und den Beitragstext leer lassen.
  • Den Markennamen mit einem Generator für Zierschrift schreiben.
  • Denselben Alternativtext auf jede Karussellfolie kopieren.
  • Den Kontrast nur am eigenen Bildschirm bei hellem Licht testen.

Ein weiterer häufiger Fehler ist, Kommentare zu ignorieren. Bei der Community Betreuung schützen Funktionen wie die verborgenen Wörter bei Instagram das Leseerlebnis.

Wie machen Sie Barrierefreiheit zum festen Teamprozess?

Gewohnheiten, die an einer Person hängen, verschwinden nämlich schnell. Machen Sie Barrierefreiheit deshalb zu einem Schritt in Ihrem Redaktionsplan und Freigabeablauf.

  1. Zuerst: Nehmen Sie Farbpaare mit geprüftem Kontrast in Ihre Designvorlagen auf.
  2. Machen Sie Alternativtext und Untertitel in jedem Briefing zu Pflichtfeldern.
  3. Verknüpfen Sie die Checkliste vor der Veröffentlichung mit Ihrem Freigabeschritt.
  4. Dann prüfen Sie einmal im Quartal Stichproben früherer Beiträge.
  5. Schließlich: Reagieren Sie schnell auf Rückmeldungen von Nutzern zur Barrierefreiheit.

Halten Sie Rollen klar. Zum Beispiel: Wer den Text schreibt, schreibt auch den Alternativtext, und wer das Video schneidet, prüft auch die Untertitel. So verteilt sich die Verantwortung, und kein Schritt fällt weg. Zudem hilft eine kurze Schulungsnotiz für neue Teammitglieder.

Möchten Sie externe Unterstützung, helfen wir von Talha Aslan und Team bei Redaktionsplanung und Aufbau der Checkliste.

Mit welchem Schritt beginnen Sie bei Barrierefreiheit in Social Media?

Der einfachste Einstieg: Tun Sie bei Ihrem nächsten Beitrag drei Dinge. Schreiben Sie einen Alternativtext für das Bild, veröffentlichen Sie das Video mit Untertiteln und schreiben Sie in den Hashtags jedes Wort groß.

Messen Sie danach den Kontrast und prüfen Sie Ihren Umgang mit Emojis. Kleine Schritte werden dann innerhalb weniger Wochen zur Gewohnheit.

Gemeinsam im Team entsteht dabei zudem eine Kultur. Fragt vor dem Posten jeder "Was versteht jemand, der das nicht sehen kann?", steigt die Qualität von selbst. Zudem vereinfacht diese Frage Ihre Entscheidungen zu Design und Text.

Denken Sie schließlich daran, dass sich Menünamen und Funktionen ändern können. Bestätigen Sie die Schritte in diesem Beitrag auf der jeweiligen Hilfeseite, bevor Sie sie anwenden.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Alternativtext in sozialen Netzwerken Pflicht?
Plattformen verlangen ihn meist nicht, aber für blinde Nutzer ist er die einzige Fassung eines Bildes. Rechtliche Pflichten können je nach Land, Branche und Kontotyp abweichen. Fragen Sie zu Ihrer Situation eine fachkundige Person. In der Praxis ist ein kurzer Alternativtext für jedes Bild mit Aussage eine einfache und wertvolle Gewohnheit für Ihr Team.
Reichen automatische Untertitel aus?
Nein, allein reichen sie nicht aus. Automatische Untertitel können Eigennamen, Akzente und Fachbegriffe falsch schreiben. Lesen Sie den gesamten Text vor der Veröffentlichung, korrigieren Sie Fehler von Hand und schauen Sie das Video möglichst stumm an, um zu testen, ob die Botschaft ankommt. So steigen Genauigkeit und das Vertrauen der Zuschauer.
Ist ein Alternativtext dasselbe wie eine Caption?
Nein, beide erfüllen verschiedene Aufgaben. Die Caption ist der sichtbare Beitragstext, der Botschaft, Handlungsaufforderung und Kontext trägt. Den Alternativtext lesen nur unterstützende Techniken wie Screenreader vor, und er beschreibt, was das Bild zeigt. Ersetzen Sie deshalb nie das eine durch das andere. Schreiben Sie beide getrennt.
Verändert Großschreibung in Hashtags die Suchergebnisse?
In der Regel nicht, weil Hashtag Suchen meist nicht zwischen Groß und Kleinschreibung unterscheiden. Die Großschreibung jedes Wortes verbessert jedoch die Lesbarkeit und das Erlebnis mit dem Screenreader. Das aktuelle Verhalten prüfen Sie in der Hilfe der Plattform. Eine einheitliche Schreibweise in Ihrer ganzen Marke ist dennoch der beste Weg für das gesamte Team.
Warum verursachen Generatoren für Zierschrift Probleme?
Diese Werkzeuge ersetzen normale Buchstaben durch besondere Unicode Zeichen, die nur ähnlich aussehen. Screenreader lesen sie womöglich nicht als Buchstaben vor, und Such und Übersetzungswerkzeuge erkennen den Text eventuell nicht. Markennamen, Produktnamen und Kontaktdaten in normalen Standardbuchstaben zu schreiben, ist sicherer und hält Ihre Inhalte auffindbar.
Gibt es die Funktionen für Barrierefreiheit in jedem Konto?
Nein. Die Verfügbarkeit kann je nach Land, App Version und Kontotyp abweichen, und manche Optionen erscheinen schrittweise. Sehen Sie eine Funktion nicht, aktualisieren Sie die App, prüfen Sie Ihren Kontotyp und lesen Sie die aktuellen Schritte in der Hilfe der Plattform. Menünamen ändern sich zudem, vertrauen Sie also der aktuellen Hilfeseite statt geschriebenen Schritten.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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