Was ist ein Rastersystem mit 12 Spalten und warum nutzt man es?

Kurze Antwort
Was ist ein Rastersystem?
Ein Rastersystem ist ein Layoutgerüst, das Text, Bilder und Buttons auf einer Seite an denselben vertikalen und horizontalen Linien ausrichtet. Konkret besteht es aus Spalten, Zeilen und den Abständen dazwischen. Designer platzieren jedes Element auf diesen Linien und halten so die ganze Seite in einer einheitlichen Struktur.
Zunächst stammt dieses Gerüst ursprünglich aus dem Printdesign. Zeitungen und Magazine nutzten die Spaltenlogik lange vor dem Bildschirm. Oberflächen im Web und in Apps übernehmen heute dieselbe Logik, und zwar für Ordnung, Lesbarkeit und Geschwindigkeit.
Auf einer Seite, die Sie gerne besuchen, fällt Ihnen das Rastersystem meist gar nicht auf. Ein gut gebautes Raster bleibt unsichtbar; es macht die Seite einfach nur angenehm lesbar. Für das Designteam andererseits ist das Raster der feste Bezugspunkt für jede Platzierung.
Stellen Sie sich ein Rastersystem wie das Tragwerk eines Gebäudes vor. Das Tragwerk verschwindet, sobald der Bau fertig ist, doch jedes Stockwerk baut darauf auf. Bei einer Website läuft es genauso: Besucher sehen das Raster nie, nur das ordentliche Ergebnis, das es liefert.
Warum ist ein Rastersystem im Webdesign wichtig?
Statt jedes Element neu zu platzieren, setzen Sie es auf Linien, die Sie vorher festgelegt haben. Somit beschleunigt das sowohl den Entwurf als auch die Umsetzung. Außerdem teilen Teammitglieder dadurch eine gemeinsame Sprache, denn alle folgen derselben Spalten- und Abstandslogik.
Zudem erleichtert das Raster die Pflege einer Website. Wenn Sie später eine neue Seite hinzufügen oder einen Bereich überarbeiten, gibt Ihnen das Raster einen fertigen Rahmen. Für einen tieferen Einblick in dieses Thema lesen Sie gern unseren Leitfaden zur nutzerzentrierten Oberflächengestaltung, der die Praktiken rund um ein Rastersystem beschreibt.
Ein Team, das ein Rastersystem früh im Projekt festlegt, macht auch spätere Überarbeitungen einfacher. Zudem ordnet sich jede neue Seite den bestehenden Regeln einfach unter. Dadurch bleibt die visuelle Einheit der Website über die Zeit erhalten.
Selbst ein kleines Unternehmen profitiert davon ganz konkret. Außerdem finden Besucher Informationen schneller. Außerdem erreichen sie ein Kontaktformular oder eine Angebotsseite in weniger Schritten, weil das Raster diesen kurzen Weg im Hintergrund still aufbaut.
Was bedeutet ein Raster mit 12 Spalten?
Ein Raster mit 12 Spalten teilt die Seitenbreite in 12 gleich breite senkrechte Streifen. Damit kann ein Designer diese Streifen auf verschiedene Weise kombinieren. Ein Bereich nutzt vielleicht alle 12 Spalten, ein anderer zwei Hälften mit je 6 Spalten, und ein dritter teilt sich in drei Blöcke zu je 4 Spalten.
Diese Flexibilität erlaubt es, auf einer einzigen Seite einen vollbreiten Startbereich, nebeneinanderliegende Karten und eine dreispaltige Liste mit Leistungen unterzubringen, alle auf derselben mathematischen Basis. Dadurch bleibt das Auge beim Scrollen immer an denselben senkrechten Linien, statt auf ein unruhiges Layout zu stoßen.
In der Praxis können Sie sich das wie 12 gleich breite Streifen auf einem Tisch vorstellen. Konkret nimmt jeder Bereich so viele Streifen, wie er braucht. Die Breite eines Streifens bleibt dabei über die ganze Seite hinweg gleich.
Ein großes Firmenprojekt und eine kleine lokale Website unterscheiden sich hier kaum; beide profitieren von derselben Rasterdisziplin, nur Umfang und Seitenanzahl ändern sich.
Was sind die Grundbausteine eines Rastersystems?
Wenn Sie ein Rastersystem in seine einzelnen Teile zerlegen, verstehen Sie die Logik dahinter leichter. Zunächst übernimmt jeder Teil eine eigene Aufgabe. Zusammengefasst ergeben sie eine einheitliche Struktur.
- Spalte: der senkrechte Streifen, der den Inhalt trägt. Bei einem Raster mit 12 Spalten teilen Sie die Seitenbreite in 12 solche Streifen.
- Abstand (Gutter): der feste Zwischenraum zwischen den Spalten. Ebenso verhindert er, dass Elemente aneinander kleben.
- Rand (Margin): der Bereich am äußersten linken und rechten Rand der Seite. Zudem trennt er den Inhalt vom Bildschirmrand.
- Container: der gesamte Breitenrahmen. Außerdem hält er Spalten, Abstände und Ränder zusammen.
Sobald diese vier Teile zusammenspielen, gilt dieselbe Ausrichtungslogik an jeder Stelle der Seite. Ändern Sie einen Teil, müssen Sie auch die anderen überprüfen, denn sie hängen alle voneinander ab.
Sobald Sie diese Teile einmal richtig festlegen, folgt jede spätere Designentscheidung diesem Rahmen. So stellen Sie sich dieselbe Layoutfrage nicht bei jedem neuen Schritt im Projekt erneut.
Was ist der Unterschied zwischen Abstand (Gutter) und Rand (Margin)?
Ein Abstand liegt zwischen den Spalten und bleibt meist über die ganze Seite hinweg gleich groß. Ein Rand dagegen liegt am linken und rechten Rand der Seite und trennt den Inhalt vom Rand des Browserfensters.
Verwechseln Sie beide, gerät das Layout sonst aus dem Gleichgewicht. Setzen Sie den Abstand zu knapp, kleben Karten aneinander; lassen Sie den Rand weg, läuft der Text bis an den Bildschirmrand, und das Lesen fällt schwerer. Legen Sie beide Werte bewusst fest, bekommt die Seite Raum zum Atmen.
Erfahrene Teams wählen meist einen eigenen, festen Wert für den Abstand und einen separaten für den Rand. Beide Werte bleiben dann über die ganze Website hinweg gleich.
Zudem richtet sich die Größe des Abstands auch nach der Bildschirmbreite. Zunächst wirkt ein breiter Abstand auf dem Desktop angenehm. Auf dem Mobilgerät dagegen kann derselbe Wert zu viel Platz kosten, also verkleinern Sie ihn Schritt für Schritt, je enger der Bildschirm wird. Trotzdem lassen Sie ihn nie auf null schrumpfen.
Warum wählen Designer genau 12 Spalten?
Die Zahl 12 bringt einen mathematischen Vorteil mit: Sie teilt sich glatt durch 2, 3, 4 und 6. Damit erhält ein Designer zwei gleiche Hälften, drei gleiche Drittel, vier gleiche Viertel oder sechs gleiche Sechstel, alle auf derselben Basisspaltenbreite.
Raster mit 8 oder 16 Spalten gibt es ebenfalls, und manche Teams bevorzugen sie für bestimmte Projekte. Dennoch bleiben 12 Spalten die gängigste Wahl im Webdesign, weil sie unterschiedliche Bereichstypen wie Startbereiche, Kartengruppen und Formularfelder bequem auf einer Seite vereinen.
Kurz gesagt läuft diese Wahl auf eine Balance hinaus. Zu wenige Spalten, etwa 4, bieten für komplexe Seiten zu wenig Kontrolle. Ebenso schaffen zu viele, etwa 24, unnötige Komplexität. Kurz gesagt, 12 liegt genau in der Mitte dieses Kompromisses.
Wie unterstützt ein Rastersystem die visuelle Konsistenz?
Zunächst hält ein Raster jeden Bereich an denselben senkrechten Linien. Das hilft dem Auge, sich sicher über die Seite zu bewegen. Ein Besucher merkt, dass die Ausrichtung zwischen den Bereichen nie bricht, selbst ohne bewusst darüber nachzudenken; genau diese stille Wirkung macht ein gutes Rastersystem aus.
So zahlt sich diese Konsistenz in der Praxis aus:
- Sie halten dieselbe Ausrichtungs- und Abstandslogik über verschiedene Bereiche hinweg.
- Die Markenwahrnehmung steigt, weil die Seite ordentlich und professionell wirkt.
- Außerdem braucht das Auge des Besuchers weniger Aufwand, was das Lesen und Überfliegen beschleunigt.
Streben Sie einen klaren, aufgeräumten Look an, ergänzt unser Beitrag über minimalistisches Webdesign das Rasterdenken gut. Zusammen lassen beide Ansätze eine Seite gleichzeitig einfach und ordentlich wirken.
Ebenso gilt dieselbe Konsistenz für Funktionen, die Sie später ergänzen. Ein Blogbereich oder ein Kundenstimmenbereich kann die Seite Monate danach ergänzen und wirkt trotzdem stimmig, solange er auf derselben Rasterlogik sitzt.
Welche Probleme entstehen ohne ein Rastersystem?
In der Praxis folgt auf einer Seite ohne Raster jedes Element seinem eigenen Maß. Sichtbare Probleme häufen sich schnell, und die Nutzererfahrung leidet darunter.
- Spalten und Zeilen verschieben sich aus der Ausrichtung, sodass manche Elemente leicht versetzt wirken.
- Abstände wirken von Bereich zu Bereich uneinheitlich; ein Bereich hat viel Luft, der nächste wirkt gedrängt.
- Eine neue Seite hinzuzufügen fällt schwerer, weil Ihnen eine feste Struktur als Referenz fehlt.
- Besucher verlieren beim Scrollen die Orientierung, weil das Auge in jedem Bereich eine andere Logik trifft.
Folglich untergraben diese Probleme das Vertrauen in die Marke. Eine unruhige Seite widerspricht schließlich dem Bild eines sorgfältig arbeitenden Unternehmens. Ein kleiner Ausrichtungsfehler wirkt allein harmlos, doch derselbe Fehler fällt auf, sobald er sich in jedem Bereich wiederholt.
Eine solche Seite nachträglich zu korrigieren, dauert deutlich länger, als sie von Anfang an mit einem Raster zu bauen. Sie messen und richten jeden Bereich von Hand neu aus, und das belastet sowohl Budget als auch Zeitplan.
Wie funktioniert ein Rastersystem im responsiven Design?
Responsives Design passt genau diese Rasterlogik an unterschiedliche Bildschirmbreiten an. Zunächst liegen auf dem Desktop 12 Spalten nebeneinander. Wird der Bildschirm enger, gruppieren sich diese Spalten neu, und manche Bereiche stapeln sich übereinander.
Googles Ressource web.dev nennt flexible Breiten und Media Queries als die zwei zentralen Werkzeuge hinter dieser Anpassung, in ihrem Leitfaden zu den Grundlagen des responsiven Designs. Ein Raster bildet schließlich den Rahmen über diesen beiden Werkzeugen. Greift eine Media Query, ändert sich die Spaltenbreite, doch die Ausrichtungslogik bleibt bestehen.
Mit unserem Tool Mobile Friendly Test prüfen Sie selbst, wie sich Ihre eigene Website auf dem Mobilgerät verhält. Ebenso zeigt es schnell, ob das Raster auf verschiedenen Bildschirmen wie erwartet reagiert.
Ein responsives Raster lässt Sie außerdem mehrere Gerätetypen aus einer einzigen Designdatei heraus verwalten. Konkret brauchen Sie keinen separaten Entwurf für Desktop und einen weiteren für Mobilgeräte. Stattdessen passt sich derselbe Inhalt über dieselbe Rasterlogik an verschiedene Breiten an.
Warum ändert sich die Spaltenzahl auf Desktop, Tablet und Mobilgerät?
Ein breiter Desktopbildschirm nimmt 12 Spalten bequem nebeneinander auf. Tablets bieten weniger Platz, also gehen Teams meist auf 8 Spalten zurück, und manche Bereiche wechseln von zwei Spalten zu einer. Auf dem Mobilgerät dominiert dagegen eine einspaltige Anordnung, weil eng zusammengedrängter Inhalt schwer lesbar wird.
Diese stufenweise Verengung hängt direkt mit dem Ansatz Mobile First Design zusammen. Sie bauen zuerst ein einfaches Layout für den schmalen Bildschirm. Danach fügen Sie Spalten hinzu, je größer der Bildschirm wird, sodass der Inhalt auf keinem Gerät gedrängt wirkt.
Teams legen meist eine eigene Spaltenzahl für drei Referenzpunkte fest: Desktop, Tablet und Mobilgerät. Die Bildschirmbreiten dazwischen passen sich folglich stufenweise an.
Manche Teams definieren über diese drei Punkte hinaus noch einen zusätzlichen Haltepunkt, etwa für große Tablets oder faltbare Geräte. Diese zusätzlichen Punkte verfeinern die drei Standardstufen, auch wenn kein Projekt sie zwingend braucht.
Wie hängt ein Rastersystem mit der visuellen Hierarchie zusammen?
Die visuelle Hierarchie beschreibt, wie viel Aufmerksamkeit ein Element je nach seiner Wichtigkeit bekommt. Ein Raster liefert den physischen Rahmen für diese Reihenfolge; eine Hauptüberschrift kann zum Beispiel alle 12 Spalten einnehmen und so eine dominante Position besetzen, während unterstützende Karten in gleichen Blöcken zu je 4 Spalten liegen.
Diese Hierarchie im ersten Bildschirmbereich richtig aufzubauen, zählt am meisten, weil ein Besucher dort meist entscheidet, ob er bleibt. Unser Beitrag zur Gestaltung des Bereichs oberhalb der Bildschirmkante zeigt, wie dieser erste Bereich auf einem Raster geplant wird.
Bauen Sie die Hierarchie über das Raster auf, nehmen wichtige Elemente von selbst mehr Platz ein. Nebenelemente passen sich dagegen in schmalere Spalten ein. Dieser Unterschied entsteht so von selbst, ganz ohne zusätzlichen visuellen Effekt.
Versuchen Sie, die Hierarchie allein über Farbe aufzubauen, ohne Raster, wirkt das Ergebnis oft uneinheitlich. Ein Raster legt den physischen Platz jedes Elements zuerst fest. Farbe und Typografie kommen dann als zweite Ebene dazu.
Wie hängen CSS Grid und Flexbox mit dem Rastersystem zusammen?
CSS Grid und Flexbox sind die Browsertechnologien, die Rasterdenken in eine echte Seite verwandeln. CSS Grid legt Spalten und Zeilen gleichzeitig fest und baut so ein zweidimensionales Layout auf. Flexbox dagegen verteilt Elemente flexibel entlang einer einzigen Richtung, waagerecht oder senkrecht.
Googles Plattform web.dev zeigt in ihrem Leitfaden zu CSS Grid, wie diese Technologie ein mehrspaltiges, responsives Layout aufbaut, ganz ohne eine einzige Media Query. Für einen Designer zählt vor allem, dass diese Werkzeuge reine Umsetzungsdetails bleiben. Das Konzept des Rastersystems selbst bleibt dabei gleich, egal welche Technologie Sie nutzen.
In der Praxis kombinieren Teams oft beide: Sie bauen das Grundgerüst der Seite mit CSS Grid und ordnen die Elemente innerhalb einer Karte mit Flexbox. Diese Kombination bringt kleinräumige Flexibilität, ohne die größere Rasterlogik zu stören.
Wie nutzen Sie Raster in Designtools?
Figma, Sketch und ähnliche Designtools lassen Sie Spaltenanzahl, Abstandsbreite und Rand vorab festlegen. Das Tool legt diese Definition dann als durchsichtige Rasterebene über die Seite. Ein Designer richtet jedes Element aus, indem er sich an dieser Ebene orientiert.
Dieser Ansatz bleibt nie auf eine Seite beschränkt. Auf einer Unternehmenswebsite folgen alle Seiten denselben Rasterregeln. Eine umfassendere Version dieser Konsistenz trägt einen eigenen Namen, nämlich ein Designsystem; das Raster gehört zu dessen grundlegendsten Ebenen.
Halten Sie diese Rasterebene bei jedem neuen Seitenentwurf sichtbar, fangen Sie kleine Ausrichtungsfehler schon in der Designphase ab. Den Fehler korrigieren Sie dann, lange bevor etwas live geht.
Was ist ein verschachteltes Raster (Nested Grid)?
Ein verschachteltes Raster setzt ein kleineres, eigenständiges Raster innerhalb einer Spalte des Hauptrasters. Das Gesamtlayout der Seite folgt zum Beispiel einem Raster mit 12 Spalten, während eine Kartengalerie darin ihr eigenes Miniraster mit 4 Spalten nutzt.
Diese Technik bringt mehr Flexibilität auf komplexen Seiten wie Produktlisten oder Dashboardansichten. Weil die Hauptausrichtung dabei bestehen bleibt, wirkt die Seite nie unruhig; der innere Bereich gewinnt einfach seinen eigenen Rhythmus.
Verschachtelte Raster zu häufig einzusetzen, bringt ein eigenes Risiko mit sich. Bauen Sie in jedem Bereich ein anderes Unterlayout, kehrt die Unruhe zurück. Diese Technik eignet sich daher nur dort, wo die Inhaltsdichte wirklich abweicht.
Wie unterstützt ein Rastersystem den vertikalen Rhythmus?
Der vertikale Rhythmus bedeutet, dass die Abstände zwischen Überschriften, Absätzen und Bildern demselben einheitlichen Maß folgen. Ein Rastersystem baut die horizontale Ausrichtung auf. Ebenso knüpfen Teams die vertikalen Abstände meist an dieselbe feste Einheit, etwa ein Vielfaches von 8 Pixeln.
Die Wahl der Typografie wirkt sich direkt auf diesen Rhythmus aus. Passen Zeilenhöhe und Überschriftengrößen nicht zu den Rastereinheiten, wirkt die Seite unausgeglichen. Unser Leitfaden zur Typografie und Schriftkombination zeigt, wie Sie diese Abstimmung richtig hinbekommen.
Websites, die den vertikalen Rhythmus zum Raster passend halten, bewahren ein gleichmäßiges Lesetempo, selbst über lange Blogartikel hinweg. Das Auge erwartet an jeder Überschrift denselben Abstand. Diese Erwartung erfüllt sich dann auch.
Dieser Rhythmus zählt am meisten auf langen Leistungsseiten. Jeder Bereich baut auf derselben Abstandseinheit auf. Ein Besucher behält dadurch dasselbe Lesetempo bis zum Ende der Seite.
Wie erleichtert ein Rastersystem die Zusammenarbeit zwischen Design und Entwicklung?
Teilen Designer und Entwickler dieselben Rasterregeln, sinkt das Risiko eines Missverständnisses bei der Übergabe deutlich. Ein Entwickler muss Spaltenmaße nicht raten. Stattdessen übernimmt er einfach den Rasterrahmen, den der Designer bereits festgelegt hat.
Diese gemeinsame Sprache zahlt sich besonders bei langlaufenden Projekten aus. Selbst wenn das Team wechselt oder eine neue Person später einsteigt, halten schriftliche Rasterregeln alle an derselben Logik fest.
Dieselbe Disziplin zählt auch dann, wenn mehrere Teams gleichzeitig an einer Website arbeiten, etwa Inhalt, Design und Marketing. Jedes Team ergänzt sein eigenes Material, ohne je die Rasterregeln brechen zu müssen.
Welche Projekttypen profitieren am meisten von einem Rastersystem?
Vor allem mehrseitige Unternehmenswebsites, Onlineshops und dashboardähnliche Bedienflächen profitieren am meisten von einem Rastersystem. Diese Projekte verwalten gleichzeitig Dutzende Seiten und Bereichstypen; ohne Raster wird jede Seite zu ihrem eigenen Layoutproblem.
Eine einfache einseitige Website braucht ebenfalls ein Raster, auch wenn die Regeln dabei schlanker bleiben können. Je größer das Projekt wächst, desto entscheidender wird die Disziplin, die ein Raster mitbringt.
In einem Onlineshop liegen Produktkarten, Filterbereiche und Kassenschritte in unterschiedlichen Bereichen; bleiben alle auf einem Raster, verliert ein Käufer beim Wechsel nie die Orientierung. Auf einer Unternehmenswebsite verbindet dieselbe Logik Leistungsseiten und Referenzseiten zu einem stimmigen Ganzen.
Welche Rastersysteme nutzen Sie außer 12 Spalten?
Zwölf Spalten bleiben die gängigste Wahl, doch andere Spaltenzahlen passen ebenso gut zu bestimmten Projekten. Die folgende Tabelle vergleicht die gängigen Optionen.
| Rastertyp | Spaltenanzahl | Typischer Einsatzbereich | Flexibilität |
|---|---|---|---|
| Raster mit 12 Spalten | 12 | Unternehmenswebsites, E-Commerce, Leistungsseiten | Hoch; teilt sich glatt in 2, 3, 4 oder 6 Teile |
| Raster mit 16 Spalten | 16 | Komplexe Dashboards und datenreiche Ansichten | Sehr hoch; erlaubt feinere Kontrolle |
| Raster mit 8 Spalten | 8 | Einfache Blogs, Portfolios, einseitige Websites | Mittel; reicht für schlankere Layouts |
| CSS Grid (Technologie) | Variabel | Wendet die Rasterlogik im Browser an | Flexibel; passt sich dem Projekt an |
Welche Zahl Sie auch wählen, entscheidend bleibt, dieselbe Spaltenlogik nirgendwo auf der Seite aufzugeben.
Manche Teams legen gerade bei großen Unternehmensprojekten noch eigene interne Regeln über die Basis mit 12 Spalten, etwa immer eine Karte mit 3 Spalten für einen bestimmten Bereich. Solche Regeln ändern die zugrunde liegende Logik nicht; sie machen sie nur vorhersehbarer.
Welche Fehler passieren beim Einrichten eines Rastersystems?
Richten Sie ein Rastersystem schlecht ein, erreichen Sie das Gegenteil seines Zwecks: ein noch unruhigeres Design. Zu den häufigen Fehlern zählen die folgenden.
- Uneinheitliche Abstands- und Randwerte über die Seite verteilt, etwa 16 Pixel in einem Bereich und 24 im nächsten.
- Kontrast- und Farbentscheidungen willkürlich und außerhalb des Rasters treffen; dieses Thema behandeln wir in unserem Leitfaden zum Kontrast im Webdesign.
- Den Footer unabhängig vom Hauptraster aufbauen; unser Beitrag zur Footergestaltung Ihrer Website erklärt, wie Sie diesen Bereich wieder ins selbe Layout einbinden.
- Vergessen, die Spaltenzahl auf dem Mobilgerät zu reduzieren, und stattdessen einfach das Desktoplayout verkleinern.
Die meisten dieser Fehler entstehen, weil niemand die Rasterregeln am Projektanfang schriftlich festhält. Halten Sie die Regeln früh fest, gilt dieselbe Logik auch dann noch, wenn das Projekt länger läuft.
Testen Sie einen Entwurf über verschiedene Bildschirmbreiten hinweg, entdecken Sie Fehler früh. Eine kleine Abweichung kostet schließlich deutlich weniger Zeit, wenn Sie sie entdecken, bevor die Programmierung überhaupt beginnt.
Wie aktualisieren Sie ein Rastersystem im Laufe der Zeit?
Wächst eine Website, tauchen meist neue Seitentypen oder Bereiche auf. In den meisten Fällen funktioniert es besser, das bestehende Raster zu erweitern, statt es komplett zu ersetzen. Sie ergänzen vielleicht ein neues Kartenlayout auf der Basis mit 12 Spalten, während Abstand und Rand gleich bleiben.
Ein tiefgreifender Markenwechsel oder ein komplettes Redesign verlangt dagegen einen frischen Blick auf das Raster von Grund auf. Dokumentieren Sie in diesem Fall die Unterschiede zwischen altem und neuem Raster schriftlich, vermeiden Sie Verwirrung während der Umstellung.
Vergleichen Sie alte und neue Seiten während dieser Aktualisierung direkt nebeneinander, das liefert eine nützliche Kontrolle. Sehen Sie, dass die grundlegende Spaltenlogik in beiden Versionen hält, können Sie der Umstellung vertrauen.
Wie stärkt ein Rastersystem die Markenwahrnehmung?
Ein Besucher bemerkt es selten bewusst, doch einheitliche Ausrichtung und Abstände bauen Vertrauen auf. Eine unruhige Seite kann Zweifel daran wecken, wie sorgfältig eine Marke ihr Geschäft führt. Ein ordentliches Raster hinterlässt dagegen den gegenteiligen Eindruck.
Diese Wirkung zählt vor allem für Unternehmens- und E-Commerce-Websites, weil Besucher eine Seite meist innerhalb von Sekunden einschätzen. Die Ordnung, die ein Raster aufbaut, prägt folglich einen positiven ersten Eindruck der Marke in diesem kurzen Zeitfenster.
Dieser erste Eindruck zählt besonders stark für einen Besucher, der die Marke noch nicht kennt. Ein solcher Besucher liest das Seitenlayout selbst und zieht daraus einen schnellen Schluss über die Sorgfalt des Unternehmens.
Wie fordern Sie ein Rastersystem für Ihr Webseitenprojekt an?
Zunächst können Sie das Rastersystem direkt ansprechen, wenn Sie ein neues Webseitenprojekt starten; eine seriöse Agentur oder ein seriöses Team gibt Ihnen darauf eine klare Antwort. Diese Schritte lohnen sich bei der Anfrage.
- Lassen Sie sich im Designangebot die Spaltenanzahl, meist 12, und die Haltepunkte für Desktop, Tablet und Mobilgerät schriftlich nennen.
- Prüfen Sie Beispielentwürfe auf einheitliche Abstands- und Randwerte.
- Testen Sie die mobile Ansicht der gelieferten Website selbst mit unserem Mobile Friendly Test.
- Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass künftige Seiten denselben Rasterregeln folgen.
Unser Team legt in unserem Webdesignangebot diese Rasterlogik von Anfang an jedes Projekts fest. Dadurch verrutscht das Layout nie, auch wenn die Website wächst.
Am Ende bleibt ein Rastersystem eine unsichtbare Disziplin, die Sie auf jeder Seite spüren. Klären Sie diese Frage früh in einem Webseitenprojekt, zahlt sich das später sowohl an Zeit als auch an Kosten aus.



